Nach der sensationellen Aufholjagd von Max Verstappen am vergangenen Rennwochenende in Brasilien, als der Weltmeister aus der Boxengasse noch aufs Podium fuhr, gab es in der Formel 1 Unmut.
Stein des Anstoßes: Red Bull spendierte Verstappen einen neuen Motor. Durch den Start aus der Boxengasse fiel die eigentlich damit einhergehende Strafversetzung für Motor Nummer 5 in dieser Saison keine Rolle mehr.
"Mich würde interessieren, ob dieser neue Motor relevant für die Budgetobergrenze ist", merkte McLaren -Teamchef Andrea Stella nach dem Rennen an. "Wenn er aus Performance-Gründen gewechselt wurde, dann sollte er berechnet werden."
Red Bull machte keinen Hehl daraus, dass der Wechsel aus Zuverlässigkeits-Sicht nicht nötig gewesen wäre. Man baute den frischen Honda-V6 ein, um zusätzliche PS zu haben. Und trotzdem wird der zusätzliche Motor wohl nicht in Red Bulls Berechnung der Budgetobergrenze einfließen.
"Das aktuelle Reglement hat hier eine Schwachstelle", gab FIA Formel-1-Boss Nikolas Tombazis in Las Vegas zu. Stella stimmt ihm zu: "Diese Art von Motorenwechsel fordern das Reglement heraus." Denn Kosten für Motoren sind aus der Budgetobergrenze ausgenommen - bis zum Maximalpreis, den das Technische Reglement vorschreibt.
15 Millionen Euro für Motoren zählen nicht
Derzeit liegt der Preis bei maximal 15 Millionen Euro pro Saison und Team. Für den Standard-Service. Zusätzliche Leistungen und Komponenten dürfen extra berechnet werden. Wird aus Zuverlässigkeits-Gründen ein neuer Motor nötig, kann das Kundenteam nichts dafür. Deshalb muss auch nicht extra dafür bezahlt werden.
Will man aber aus Performance-Gründen neue Aggregate einsetzen, ist die Sachlage anders. Ein zusätzlicher Motor kann so je nach Vertrag mit einer Million Euro und mehr zu Buche schlagen. Aus Sicht der Budgetobergrenze wäre das eine Katastrophe.
"Wir als FIA wollen nicht in eine Situation kommen, in der wir bei einem Motorwechsel mit einem Hersteller darüber diskutieren müssen, ob die Telemetrie ein Zuverlässigkeits-Problem andeutete oder nicht."
"Ich glaube nicht, dass wir die Expertise haben, dass wir mit ihnen darüber diskutieren können, ob der Wechsel aus Gründen der Zuverlässigkeit erfolgt oder ob er strategisch ist. Manchmal mag das eindeutig sein, aber im Graubereich ist das schwierig", erklärt Tombazis.
Regel-Lücke wird 2026 geschlossen
2026 wird es das Problem in dieser Form aber nicht mehr geben, ist sich der Grieche sicher. "Es gibt einen natürlichen Mechanismus, der das verhindert: Auch die Motorenhersteller stehen unter einer Budgetobergrenze. Sier würden aus strategischen Gründen niemals einen neuen Motor einbauen, wenn ihnen der ungefähr eine Million kostet."
Hat aber ein Hersteller wirklich Probleme mit der Zuverlässigkeit, darf er 2026 mehr Geld ausgeben. Dafür wurden erst kürzlich neue Regeln verabschiedet.



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