Das im Vorfeld viel diskutierte Regenchaos im Freien Training in Las Vegas blieb zwar aus, doch eine klare Hackordnung ist am Freitag trotzdem nicht erkennbar. Im FP1 wurden viele Fahrer unter Wert geschlagen, unter anderem das Sauber-Duo Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto. Was allerdings auffiel: Hülkenberg tanzte in der ersten Formel 1-Session mit seiner Reifenwahl aus der Reihe.

Während fast alle Piloten Medium und danach Soft wählten, entschied sich Nico Hülkenberg für Hard und Soft. Nach jeweils 25 Runden im FP1 fand sich das Sauber-Duo auf den Plätzen 18 und 19 wieder. Allerdings ließ es Bortoleto in den ersten 60 Minuten noch behutsam angehen, wie er selbst verriet: "Nach meinem Crash in Brasilien ist das Auto komplett neu. Ich wollte es langsam angehen und mich an das Limit herantasten – auch, weil ich die Strecke nicht kenne."

Sauber-Duo zufrieden: Zeiten nicht aussagekräftig

Für Hülkenberg ging es im FP2 immerhin auf Platz vier nach vorne. "Für uns war es ein ziemlich normaler Freitag. Wir haben den üblichen Plan abgearbeitet", zeigte sich Hülkenberg zufrieden. Er war einer der wenigen, der in der zweiten Session noch repräsentative Runden auf den Soft-Reifen absolvieren konnte, ehe ein Gulli-Deckel gleich zwei Rot-Phasen auslöste. "Viele Fahrer hatten keine saubere Runde auf den weichen Reifen, daher ist das Bild in Bezug auf das Tempo noch etwas unklar", so Hülkenberg.

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Zu diesen zählte auch sein Teamkollege. Zu Beginn der Session scherte der Brasilianer – wie Hülkenberg im FP1 – mit seiner Reifenwahl aus und spulte seine Runden auf dem harten Reifen ab. Als er auf den Soft wechseln wollte, kam die rote Flagge. "Das Zeitenklassement im FP2 sagt überhaupt nichts aus. Manche konnten auf dem weichen Reifen eine Runde abspulen, andere nicht", erklärte Gabriel Bortoleto. Obwohl er nur 15 Runden fuhr und sich am Ende des Klassements wiederfand, zeigte sich der Rookie mit seinem Freitag zufrieden.

"Es lief eigentlich alles gut, bis die roten Flaggen kamen. Ich denke, dass wir uns in einer ganz guten Ausgangslage befinden. Natürlich gibt es noch ein paar Sachen, die wir verbessern können, aber alles in allem mache ich mir keine großen Sorgen", so Bortoleto. Sein Teamkollege Nico Hülkenberg blickt gespannt auf das Qualifying. "Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln, wenn sich alles eingespielt hat und wir ein klareres Bild vom Feld haben. Wenn wir das Qualifying perfekt exekutieren und eine perfekte Runde hinbekommen, sollten wir im Mix sein. Es wird wieder eng werden, aber es ist machbar", so der Sauber-Pilot.

Freispruch für Bortoleto

Gegen Bortoleto lief eine Untersuchung, weil er im FP1 die gelbe Flagge – ausgelöst von Lewis Hamilton in Turn 12 – missachtet haben soll. Die Stewards sahen sich nach der Session das vorliegende Material an, sprachen mit Fahrer und Teamvertreter und kamen zu dem Urteil, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind. In der Urteilserklärung hieß es: "Der Fahrer von Auto 5 gab an, dass er gebremst hat, sobald er die gelbe Flagge gesehen hatte. Das wird durch die Telemetriedaten bestätigt. Der Fahrer war um 9 km/h langsamer als in der Runde zuvor."

Der Horror-Unfall in Brasilien beschäftigt Gabriel Bortoleto auch noch in Las Vegas. Schluss mit vollem Risiko? Nein! Aber das Ersatzteil-Lager bei Sauber ist ausgeschöpft.