Charles Leclerc sorgte zum Ende des 2. Freien Trainings der Formel 1 in Las Vegas für Verwirrung. Als hätte der lose Gullideckel nicht schon genug Chaos gestiftet, rollte der Ferrari des Monegassen zwei Minuten vor Schluss mit einem Defekt aus und konnte dann nicht geräumt werden. Die FIA untersuchte den Zwischenfall auf eine Nachlässigkeit und sprach den Monegassen schlussendlich frei.

"Nein, das Lenkrad war aufgesteckt. Es war alles ein Missverständnis, das war alles in Ordnung. Es war einfach ein großes Missverständnis", so Charles Leclerc, der sein Auto im FP2 hatte abstellen müssen. Zuvor hatte es wegen einer problematischen Kanalabdeckung vor Kurve 17 eine 15-minütige Unterbrechung gegeben. Die Session wurde dann noch einmal für fünf Minuten freigegeben, doch als Leclerc aus der Box fuhr, kam er nicht weit.

In der Auslaufzone von Kurve fünf parkte er seinen Ferrari SF-25 hinter der Streckenbegrenzung, doch die Streckenposten konnten das Auto daraufhin nicht von der Stelle bewegen. Wenige Sekunden später gab es eine erneute rote Flagge, jedoch nicht wegen Leclercs Fahrzeug, sondern wegen des erneut nicht richtig fixieriten Gullideckels. Inmitten dieses Chaos sah die Rennleitung sich veranlasst, den Fall Leclerc am Abend noch gesondert zu behandeln.

Charles Leclerc wird in Las Vegas von Formel-1-Regelhütern freigesprochen

"Der Fahrer ließ den Gang eingelegt, als er das Auto aufgrund eines Getriebeproblems verließ, und schien das Auto in einem eingeschalteten Zustand zurückzulassen", so der Verdacht der Offiziellen. Den Verstoß gegen Artikel 26.5 des Sportlichen Reglements der FIA für die Formel 1 konnte Charles Leclerc nach einer Anhörung jedoch nicht nachgewiesen werden.

"Der Fahrer erklärte, dass er vor dem Aussteigen versucht habe, den Leerlauf einzulegen, dies jedoch nicht geschafft habe. Daraufhin habe er den Motor abgestellt und das Auto verlassen. Die Streckenposten versuchten, den Leerlauf einzulegen, schafften dies jedoch nicht. Der Fahrer versuchte daraufhin, den Streckenposten zu helfen, indem er den Motor wieder startete, um den Leerlauf einzulegen, doch die Streckenposten hielten das Auto für unsicher und baten ihn, dies nicht zu tun. Schließlich überzeugte er die Streckenposten davon, dass das Auto sicher war, und schaltete den Motor aus", so der Wortlaut des Untersuchungsergebnisses.

Charles Leclerc schöpft leise Hoffnung auf ersten Ferrari-Sieg 2025

Sportlich lief es für die Scuderia in der Nacht zum Freitag in den USA vielversprechend. Im FP2 blieb die Zeitenjagd aufgrund der Gullideckel-Problematik zwar weitestgehend aus, doch Leclerc lag als Dritter nur knapp anderthalb Zehntelsekunden über der Bestzeit von Lando Norris. "Wir sind in keiner schlechten Position", so der 28-Jährige. "Mercedes ist sehr stark, McLaren natürlich, und Red Bull ist auch dabei."

Vielversprechend war Leclercs Rundenzeit vor allem, weil er seine Rundenzeit im Gegensatz zur Konkurrenz auf dem Medium-Reifen fuhr. Lando Norris und Kimi Antonelli vor ihm, hatten beide vor der Unterbrechung einen gültigen Run auf Soft-Reifen absolviert. In der Saison 2025 wartet Ferrari immer noch auf einen Sieg und Leclerc sieht eine kleine Chance, sich zumindest in die Ausgangslage dafür bringen zu können.

"Es wird eng, aber wenn wir darauf aufbauen können, ist morgen der Kampf um die Pole Position möglich", so der achtfache Grand-Prix-Sieger. Bei der Premiere des Las Vegas Strip Circuit im Jahr 2023 hatte er sich auf dem Stadtkurs im US-Bundesstaat Nevada bereits eine seiner 27 Formel-1-Pole-Positions gesichert.

Lewis Hamilton fühlt sich im Ferrari in Las Vegas wieder wohl

Der Teamkollege blieb am Trainingstag in Las Vegas unauffällig, was für diesen wiederum ein gutes Zeichen ist. "Ich werde heute Abend wohl keine Änderungen vornehmen, denn ich bin mit dem Auto glücklich", so Lewis Hamilton, der zuletzt in Brasilien mit der Balance des Ferraris haderte. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister belegte im zweiten Training den zehnten Platz und war auf dem Medium-Reifen vier Zehntelsekunden langsamer als Leclerc.

"Ich hatte ein gutes FP1, habe nur die Runde nicht zusammenbekommen. Genauso im FP2. Wir haben das Auto verbessert und ich fühle mich im ersten Sektor stark", erklärt der 40-jährige Brite. "Die gelben Flaggen und die roten Flaggen kamen mir nur in die Quere, aber da saßen wir alle im selben Boot. Wir haben heute viel gelernt und ich freue mich auf morgen."