Der Start ins Formel-1-Wochenende in Las Vegas wirkt wie der nächste Reinfall für Oscar Piastri. Im zweiten Freien Training am Freitagmorgen fehlten dem WM-Zweiten 0,891 Sekunden auf die Bestzeit seines Teamkollegen und Titelrivalen Lando Norris. Ein desaströses Ergebnis für den McLaren-Piloten – zumindest auf den ersten Blick. Der Zeitunterschied ist jedoch nicht repräsentativ, denn anders als Norris blieb Piastri eine schnelle Runde auf dem Soft-Reifen verwehrt.

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"Es ist schwierig zu sagen, wo wir in der Hackordnung stehen. Kaum jemand fuhr eine gute Runde auf dem Soft-Reifen. Ich bin gefühlt nur zwei Laps in der ganzen Session gefahren", nahm Piastri das FP2-Resultat mit etwas Galgenhumor. Tatsächlich waren es drei schnelle Runden, die er anschreiben konnte – allerdings alle mit den Medium-Reifen. Seine Anläufe auf der weichsten Mischung schienen wie verhext.

Beim ersten Versuch kam er direkt an Charles Leclerc vorbei, der nach einem Verbremser quer in Kurve neun stand. Danach verbremste sich Piastri selbst in Kurve eins und brach die Runde ab. Bei Versuch drei musste der McLaren-Pilot wegen Pierre Gasly abbremsen, der vor ihm in Kurve fünf im Notausgang stand. Kurz danach schwenkte die Rennleitung die rote Flagge, weil ein Kanaldeckel in der schnellen Kurve 17 lose wurde.

McLaren fehlen nach Trainings-Unterbrechungen wichtige Daten

"Ich wäre gerne ein paar Runden mehr gefahren", lachte Piastri nach dem zweiten Training. "Aber es gibt viel Positives, das wir aus den Sessions mitnehmen können. Das Auto hat eine anständige Pace und FP1 war auch ziemlich gut." Im ersten Freien Training sah die Situation zwischen den McLaren-Teamkollegen knapper aus: Zwar war Norris noch immer schneller als Piastri, aber nur um fast zwei Zehntelsekunden.

"Wir haben für FP2 ein paar Sachen geändert, die sich gut angefühlt haben. Es gibt noch einige Dinge, an denen wir in der Nacht arbeiten müssen, ein paar Feinjustierungen, und dann werden wir sehen, was wir erreichen können", meinte Piastri zuversichtlich. Trotzdem tappt die Papaya-Mannschaft im Dunklen. Denn die Strecke entwickelt sich ständig und das Wetter ist unbeständig.

Obendrauf fehlen nach den zahlreichen Unterbrechungen wichtige Daten. "Der leichte Regen zu Beginn von FP2 und die roten Flaggen am Ende hat unsere Arbeit gestört. Uns fehlen die Informationen, die wir normalerweise während der Longrun-Simulationen sammeln", erklärte McLaren-Teamchef Andrea Stella. Mit etwas Setup-Arbeit soll auch bei ungünstigen Bedingungen das Beste aus dem MCL39 geholt werden. An einen Sieg auf dem Las Vegas Strip Circuit glaubt beim diesjährigen Konstrukteurs-Weltmeister aber niemand. Warum? Das lest ihr hier: