Oscar Piastri fuhr in Japan seine ersten GP-Runden des Jahres – und führte das Formel-1-Rennen schon in der ersten Kurve an. Beim Start ließ er beide Mercedes hinter sich und konnte seine Position in der ersten Hälfte verteidigen. Doch das Safety Car, ausgelöst durch Oliver Bearmans Horrorcrash, kam genau zum falschen Zeitpunkt und verpatzte jegliche Chance auf den Sieg. Piastri ist sich nach dem Rennen aber sicher: Mercedes ist nicht unbesiegbar – und McLaren ist in Schlagweite.
McLaren in Japan von starker Pace und gutem Start überrascht
Nach dem Qualifying zweifelte man bei McLaren daran, den dritten Startplatz halten zu können. Schließlich lauerten die Ferraris mit ihren berüchtigten Raketen-Starts dahinter. Dazu fehlt der Papaya-Truppe die Erfahrung. 2026 schaffte es bisher nur Lando Norris in Australien bis zur Startampel. Umso überraschter war man, als Piastri nach den ersten Metern in Führung lag. Kimi Antonelli hatten einen grottigen Start, Piastri konnte sich an ihm vorbeidrängen.
"Mein Start war gut, aber nichts Besonderes. Ich habe gleich gesehen, dass Kimi durchdrehende Räder hatte. Dass ich um ihn herumfahren musste, hat meinen Start etwas beeinträchtigt, aber es war offensichtlich gut genug, um die Führung zu übernehmen. Das war heute eine unserer Stärken", meinte Piastri nach dem Rennen in Suzuka.
Auch mit der eigenen Pace hatte McLaren nicht gerechnet. George Russell, der am Start ebenfalls Plätze verlor, hatte in Runde sechs wieder auf unter eine Sekunde zu Piastri aufgeschlossen. Doch der Mercedes biss sich am MCL40 die Zähne seines Speziallackierungswolfes aus. Den einzigen Angriff in Runde acht in der Schikane konterte Piastri auf der Start-Ziel-Geraden.
"Dass ich George so lange hinter mir halten konnte, war eine große Überraschung. Als er auf Platz zwei war, dachte ich, dass er mich in einer halben Runde überholen wird und ich dann auf Kimi warten kann, bis er das Gleiche tut", schilderte Piastri, der sich eigentlich in einer Klasse mit Ferrari sah. Doch das Gegenteil passierte: Bevor er zum Reifenwechsel kam, fuhr er eine Lücke von fast zwei Sekunden auf Russell heraus.
Safety Car beendet McLaren-Traum! Wäre Sieg möglich gewesen?
Um den Traum des Sieges am Leben zu erhalten, entschied sich McLaren für einen frühen Stopp. "Wir dachten, dass wir zuerst hineinkommen sollten, damit wir die Führung behalten. Wir wollten versuchen, das Rennen zu gewinnen", erklärte Teamchef Andrea Stella die Taktik. Schon in Runde 18 holte man Piastri an die Box. Die Strategie ging auf: Als Russell nach seinem Stopp in Runde 22 wieder auf die Strecke kam, war er eineinhalb Sekunden hinter Piastri.
Ausgerechnet dann wurden die gelben Flaggen geschwenkt, kurz darauf kam das Safety Car. Antonelli, der noch alte Reifen drauf hatte und das Rennen zu diesem Zeitpunkt anführte, kam sofort an die Box, sparte sich Zeit und konnte ohne Platzverlust wieder hinausfahren. Nach dem Restart in Runde 27 flog der Mercedes-Junior mit unglaublicher Pace davon und war uneinholbar. Piastri konnte mithilfe der Ferraris, die sich zwischen ihn und den mit seinem Setup kämpfenden Russell drängten, den zweiten Platz übers Ziel retten.
McLaren-CEO Zak Brown war sich sicher, dass ohne das Safety Car der Sieg möglich gewesen wäre. Piastri trauerte zumindest der Wahrscheinlichkeit hinterher: "Ich weiß nicht, ob ich gewonnen hätte, aber ich hätte liebend gerne gesehen, wie es [ohne Safety Car, Anm. d. Red.] ausgegangen wäre."
Für Stella war Antonelli zu schnell. "Gegen Russell wäre es möglich gewesen. Er hatte Probleme, die Ferraris zu überholen, und wir hatten die gleiche Pace. Aber Antonelli, der war schneller als jeder andere in diesem Rennen. Er hätte sicher Siegeschancen gehabt. Wir werden es nie wissen und es macht schlussendlich keinen Unterschied", so der Teamchef.
Oscar Piastri nach Japan GP: Wir können Mercedes Kopfschmerzen bereiten!
"Wir hatten einen guten Start, eine gute Strategie. Das mit dem Safety Car war schade, aber was Rennwochenenden angeht, hätten wir es nicht besser machen können. Leider hat es nicht für den Sieg gereicht, aber derzeit ist so ein Resultat für uns so gut wie ein Sieg", fasste Piastri zusammen. Es ist das erste Podium des Jahres für den Konstrukteursweltmeister, der sich in der WM-Wertung derzeit auf Platz drei hinter Mercedes und Ferrari einreiht.
Das Ergebnis gibt Piastri Hoffnung für die Saison. "Der Fakt, dass wir so nah an Mercedes sind und einen von ihnen geschlagen haben, ist sehr ermutigend. Wir wissen von letztem Jahr, dass, selbst wenn du das beste Auto hast, musst du noch immer auf einem hohen Level abliefern. Wir haben heute gezeigt, wenn wir alles so perfekt hinbekommen, können wir ihnen Kopfschmerzen bereiten", meinte er angriffslustig.
Doch Piastri ist sich auch bewusst, dass McLaren noch einiges an Arbeit vor sich hat: "Wir bilden uns nichts ein. Wir haben alles richtig gemacht und sind trotzdem 15 Sekunden hinter ihnen [Mercedes, Antonelli] ins Ziel gekommen. Wir müssen eine ziemliche Lücke aufholen, aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können." Die Papaya-Truppe hat nun fünf Wochen Zeit, um ihren Rückstand auszumerzen. Wie Stella verrät, werden sie die Pause nutzen, um vor allem an ihrem Chassis zu arbeiten. McLaren kündigte bereits vor Wochen an, dass sie in Miami ein großes Update-Paket mitbringen werden.



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