Kein Team startete mit so vielen Problemen in die Formel-1-Saison wie Aston Martin. Der Rennstall aus Silverstone war seit den Testfahrten nicht in der Lage auch nur eine Renndistanz zu beenden. Nach zwei Fehlschlägen in Australien und China konnte dieses Ziel nun endlich abgehakt werden. Vor dem Honda-Heimpublikum in Suzuka beendete Fernando Alonso den Japan-GP mit einer Runde Rückstand auf der 18. Position. Aber die Endplatzierung ist irrelevant. Das wichtigste ist: Er beendete es.

Dem wurde in Suzuka alles untergeordnet und die Pace nicht ganz bis ans Limit ausgereizt. "Wir hatten viele Boxen abzuhaken. Das war eine davon", zeigte sich Alonso erleichtert über diesen Zwischenerfolg. "In Australien waren wir zu 100 Prozent sicher, dass wir das Rennen nicht beenden können, in China waren wir zu 95 Prozent sicher, dass wir es nicht beenden können und jetzt im dritten Rennen beendeten wir das Rennen", zählte Alonso auf, und bilanzierte: "Es ist nicht die Pace, die wir wollen, aber da sind Fortschritte."

Fernando Alonso kommt ins Ziel, Defekt bei Lance Stroll

Für Alonso wurde das Rennen zu einer einsamen Fahrt zwischen den beiden weit auseinanderliegenden Cadillac-Fahrern, nachdem Lance Stroll schon kurz nach der Rennhalbzeit aufgeben musste. Bei dem Kanadier soll laut ersten Analysen der Wasserdruck im Verbrennungsmotor für dieses Aus verantwortlich sein. Doch im Fokus stand für Alonso ohnehin die Datensammlung. "Hoffentlich hat das Team jetzt genug Daten, um das Auto besser zu verstehen und für das nächste Rennen in eine bessere Position zu bringen."

Die Zielankunft von Alonso wäre nicht denkbar gewesen ohne Fortschritte im Bezug auf die Vibrationen des Motors, welche vom Verbrenner ausgehen sollen, und bisher in diesem Formel-1-Jahr nicht nur die Batterie regelmäßig beschädigten, sondern auch die Fahrer zur Aufgabe zwangen – zuletzt Alonso in China. Diese Fortschritte folgten, nachdem man das gesamte Japan-Wochenende hindurch zahlreiche Tests in diese Richtung vornahm.

Mike Krack überzeugt: In Miami sprechen wir nicht mehr über Vibrationen

Am Freitag waren die Vibrationen sogar schon beinahe verschwunden, wie Fernando Alonso feststellte. "Wir testeten etwas, das eine kleine Verbesserung war, aber konnten nicht damit fahren", so Chief Trackside Officer Mike Krack. Der Luxemburger gibt sich überzeugt, dass das Problem nach der April-Pause der Vergangenheit angehören wird. "Das ist ein Unterthema, an dem wir weiterhin mit unserem Partner [Honda, d. Red] arbeiten werden und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis Miami einen Schritt machen können, sodass wir nicht mehr darüber reden", so Krack.

Von einer Freudenstimmung wollte er trotz dieser Fortschritte nicht reden. Dennoch sei das Ergebnis in Suzuka für die Moral ein wichtiger Schritt. "Unser bescheidenes Ziel bei diesem Rennen war es, mit beiden Autos ins Ziel zu kommen. Es ist uns mit einem gelungen. Das ist also ein kleiner Schritt auf einer Liste von sehr vielen kleinen Schritten. Aber als Team dürfen wir uns nicht zerstören. Wir befinden uns in einer schwierigen Situation und müssen die positiven Dinge mitnehmen", so der Aston-Verantwortliche an der Strecke.

Die richtige Arbeit beginnt für Aston Martin erst jetzt. Denn nach dem erfolgreichen Zuverlässigkeits-Check in Form der ersten Zielankunft bei einem Formel-1-Rennen kommt am AMR26 die Performance an die Reihe und dort sieht man sowohl beim Chassis als auch beim Honda-Motor noch viel Aufholbedarf, der auch in der fünfwöchigen Pause bis Miami nicht vollständig wettzumachen sein wird. "Wir werden die Lücke nicht bis Miami geschlossen haben, aber wir werden alles versuchen, um sie zu verringern", sagte Krack.