Kimi Antonelli hat beim Formel-1-Rennen in Japan mit einem historischen zweiten F1-Sieg die WM-Führung übernommen. In einem turbulenten Grand Prix hatte der Mercedes-Fahrer das Glück auf seiner Seite und profitierte entscheidend von einer Safety-Car-Phase. Teamkollege George Russell zog dabei den Kürzeren und kam nach einem enttäuschenden Grand Prix nicht über Platz vier hinaus. Das Podium komplettierten Oscar Piastri und Charles Leclerc. Ein heftiger Unfall von Oliver Bearman überschattete das Rennen. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Japan gibt es im Live-Ticker

Die Mercedes-Fahrer mussten beim Start Federn lassen. Aus Reihe eins fielen beide zunächst hinter McLaren und Ferrari zurück. Im Verlauf des ersten Stints behauptete Oscar Piastri die Führung souverän gegen George Russell. Die Top-6 blieben in dieser Phase dicht zusammen. In Runde 17 eröffnete Lando Norris die Boxenstopps, doch die Strategie wurde kurz darauf durch eine Safety Car auf den Kopf gestellt.

Oliver Bearman hatte in Runde 22 einen heftigen Crash, als er mit hoher Geschwindigkeit auf Franco Colapinto auflief und beim Ausweichen von der Strecke abkam. Der Brite musste nach dem Unfall mit 50G von den Streckenposten gestützt werden. Die dadurch hervorgerufene Safety-Car-Phase fuhr George Russell in die Parade, der unmittelbar zuvor erst beim Reifenwechsel gewesen war. Zu den großen Profiteuren zählte Kimi Antonelli, der noch keinen Boxenstopp abgeleistet hatte und dies während der Neutralisierung erledigte. Beim Restart lag er in Führung und gab diese bis zur Zielflagge nicht mehr ab.

Nach 52 Runden feierte er nach seinem Erfolg in Shanghai einen weiteren souveränen Sieg. Im Alter von 19 Jahren, 7 Monate und 4 Tagen ist Kimi Antonelli der jüngste mehrfache Grand-Prix-Sieger sowie der jüngste WM-Leader in der Geschichte der Formel 1. George Russell mühte sich in der zweiten Rennhälfte mit Ferrari ab und verpasste als Vierter hinter Oscar Piastri und Charles Leclerc schlussendlich das Podium.

Im Mittelfeld setzte sich Pierre Gasly im Alpine gegen die Konkurrenz durch. Der Franzose rettete sich hauchdünn vor Max Verstappen, der nach einem unauffäligen Rennen den achten Platz belegte. Die Punkteränge komplettierten Liam Lawson und Esteban Ocon. Nico Hülkenberg verpasste die Punkte für Audi als Elfter nur um eine Sekunde. Mit Fernando Alonso auf Platz 18 gab es für Aston Martin die erste Zielankunft der Saison.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Japan

  • Kimi Antonelli nach zweitem Formel-1-Sieg jüngster WM-Leader
  • Safety Car fährt George Russell in die Parade
  • Mercedes vergeigt Start komplett
  • Heftiger Unfall von Oliver Bearman bestätigt Kritiker
  • Audi verpasst WM-Punkte knapp
  • Aston Martin mit Fernando Alonso 2026 erstmals im Ziel

Formel 1, WM-Stand 2026: Kimi Antonelli übernimmt WM-Führung

Der WM-Stand: Mit zwei Siegen aus drei Rennen führt Kimi Antonelli die Formel-1-WM jetzt mit 72 Punkten an. George Russell liegt neun Zähler zurück, dahinter folgen Charles Leclerc, Lewis Hamilton, Lando Norris und Oscar Piastri. Im Mittelfeld ist Oliver Bearman trotz seines Ausfalls der bestplatzierte Fahrer. Max Verstappen kommt auf gerade einmal zwölf Zähler und ist Neunter.

In der Konstrukteursweltmeisterschaft macht sich Mercedes bereits langsam aus dem Staub. Die Silberpfeile führen mit 135 Punkten, Ferrari liegt mit 90 Zählern deutlich vor McLaren. Die Weltmeister leiden in der Tabelle unter ihrem Doppel-DNS von China. Im Mittelfeld geht es zwischen Haas, Alpine, Red Bull und den Racing Bulls eng zu. Als einzige Teams stehen weiterhin Cadillac und Aston Martin noch ohne WM-Punkt da.

Das Wetter: Auch am Sonntag begrüßte das Land der aufgehenden Sonne die Formel 1 mit optimalen Bedingungen. Zum Start des Rennens auf dem Suzuka International Road Course herrschte bei klarem Himmel eine Außentemperatur von 19 Grad Celsius. Der Asphalt war mit 37 Grad Celsius wärmer als in allen vorangegangenen Sessions. Die Luftfeuchtigkeit lag bei 51 Prozent.

Mercedes vergeigt Formel-1-Start in Japan komplett

Der Start: Der ursprünglich auf 14:00 Uhr Ortszeit angesetzte Rennstart wurde um zehn Minuten verschoben. Nach einem Unfall im Rahmenprogramm musste in Turn 12 die Streckenbegrenzung repariert werden. Erstmals in dieser Saison gingen alle 22 Autos aus der Startaufstellung ins Rennen. Bis auf eine Ausnahme fuhren alle den Medium-Reifen (C2) von Pirelli. Einzig Valtteri Bottas im Cadillac setzte auf Hard (C1).

Der Rennstart für den Grand Prix über 52 Runden sorgte einmal mehr für Spektakel. Auf der Außenbahn zog Oscar Piastri von Startplatz drei an beiden Mercedes-Fahrern vorbei und übernahm noch vor Kurve eins die Führung. Pole-Sitter Kimi Antonelli fiel bis auf die sechste Position zurück, George Russell rutschte auf die vierte Position ab. Piastri führte damit zunächst vor Leclerc, Norris, Russell, Hamilton, Antonelli, Gasly, Hadjar, Lindblad und Verstappen. Audi erlebte einen ähnlichen Horror-Start wie Mercedes. Gabriel Bortoleto fiel von der neunten auf die 13. Position zurück, Nico Hülkenberg von P11 auf P19.

Oscar Piastri spielt George Russell mit Formel-1-Batterie taktisch aus

Der frühe Rennverlauf: George Russell machte sich als erster der beiden Mercedes-Fahrer daran, die Verhältnisse wieder richtigzustellen. Der WM-Leader kassierte in Runde drei erst Lando Norris, einen Umlauf später war Charles Leclerc fällig. Kimi Antonelli hatte noch in der ersten Runde Platz fünf von Lewis Hamilton zurückgeholt, stand aber jetzt hinter Lando Norris an. Im Verfolgerfeld stellte Max Verstappen ebenfalls die Hackordnung im Hause Red Bull wieder her. Nach fünf Runden hatte er sowohl Isack Hadjar als auch Arvid Lindblad überholt und war Achter.

In Runde acht ging George Russell bei der Anfahrt auf die Schikane mit einem authentisch anmutenden Überholmanöver auf der Bremse an Oscar Piastri vorbei. Der McLaren-Fahrer hatte zuvor in 130R allerdings zur Energie-Rückgewinnung mehr Geschwindigkeit abgebaut, wodurch sein Verfolger erst in Schlagdistanz kam. Die Führung hielt Russell daraufhin nicht lange. Auf der Start-und-Zielgeraden Overtake nutzte Piastri Overtake und ging mühelos wieder vorbei.

Vier Runden später kopierte Kimi Antonelli den Move seines Teamkollegen auf den zweiten McLaren von Lando Norris. Der Italiener ging in der Schikane vorbei und blieb im Gegensatz zu George Russell vorne. Damit war er Vierter. Die Top-6 lagen zu diesem Zeitpunkt weiter innerhalb von sechs Sekunden. Zu Pierre Gasly auf Platz sieben klaffte eine Lücke von fünf Sekunden, dahinter war das Mittelfeld extrem entzerrt. Zwischen dem Alpine-Fahrer und seinem Teamkollegen Franco Colapinto auf P13 lagen 16 Sekunden.

Im Kampf um Platz drei lieferten sich Kimi Antonelli und Charles Leclerc einen Schlagabtausch. Der Ferrari-Fahrer verteidigte zunächst, dann wiederholte sich die Russell-Piastri-Konstellation. Antonelli ging in der Schikane auf der Bremse vorbei, auf Start-und-Ziel nutzte Leclerc die Batterie und konterte.

Heftiger Crash von Oliver Bearman bestätigt Formel-1-Kritiker

Die Boxenstopps: In Runde 17 kam Lando Norris als erster Fahrer an die Box. Der Weltmeister wechselte von Medium auf Hard und griff als Neunter wieder ins Geschehen ein. Damit setzte McLaren die Konkurrenz unter Zugzwang. Ferrari antwortete zuerst und holte Charles Leclerc in der darauffolgenden Runde rein. Der Monegasse kam vor Norris zurück auf die Strecke, allerdings nur anderthalb Sekunden.

Oscar Piastri kam in Runde 19 zum Reifenwechsel. Er sortierte sich als Sechster vor Leclerc und Norris ein. Mercedes hatte damit wieder eine Doppelführung, und hinter Russell drehte Antonelli mit einer neuen Fastest Lap auf. Mit derart viel Pace in der Hinterhand, sahen die Favoriten offenbar keinen Grund, sofort auf McLaren und Ferrari zu reagieren. Die Offensive der Konkurrenz blieb derweil im Verkehr stecken. Piastri musst sich P5 in Runde 21 von Verstappen erkämpfen, Norris steckte hinter Leclerc fest. In der 22. Runde kam Russell an die Box. Nach dem Wechsel auf den harten Reifen fiel er wieder hinter Piastri zurück. Der Gap betrug knappe zwei Sekunden.

Ein Unfall von Oliver Bearman in der Spoon Curve sorgte wenige Sekunden später für eine Safety-Car-Phase. Der Haas-Fahrer lief mit einem hohem Geschwindigkeitsunterschied von 55 km/h auf Franco Colapinto auf, musste daraufhin plötzlich verzögern und auf die Wiese ausweichen. In der Folge verlor er die Kontrolle und schlug heftig in die Reifenstapel ein. Beim Einschlag wurden 50G gemessen. Nach dem Verlassen des Autos musste der Brite von den Streckenposten gestützt werden. Im Medical Center wurde eine Prellung des rechten Knies festgestellt. Die Natur dieses Unfalls bestätigte die Kritiker, die schon nach dem Auftakt in Melbourne die durch die Energierückgewinnung hervorgerufenen Geschwindigkeitsunterschiede als Unfallrisiko ausmachten.

Zwölf Fahrer waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Box gewesen, darunter Antonelli, Hamilton, Gasly auf den ersten drei Plätzen, sowie auch Verstappen (P6), Bortoleto (P10) und Hülkenberg (P11). Alle nutzten die Neutralisierung für einen günstigen Reifenwechsel. Naturgemäß sah sich George Russell als großer Verlierer dieser Safety-Car-Phase. "Unglaublich! Wow, unser Glück in den letzten beiden Rennen", klagte der Brite im Funk. Mercedes-Boss Toto Wolff antwortete mit aufbauenden Worten: "Schau, was du von hier erreichen kannst - ja, das ist wirklich super unglücklich."

George Russells Formel-1-Rennen geht in Suzuka den Bach runter

Der weitere Rennverlauf: Die Reihenfolge für den Restart in Runde 27 lautete Antonelli, Piastri, Russell, Hamilton, Leclerc, Norris, Gasly, Verstappen, Lawson, Bortoleto, Ocon, Hülkenberg, Hadjar, Lindblad, Sainz, Colapinto, Albon, Perez, Stroll, Alonso, Bottas. An der Spitze kontrollierte Antonelli das Geschehen souverän und enteilte Piastri sogleich um anderthalb Sekunden. Der Teamkollege ließ sich hingegen von Lewis Hamilton abkochen, der P3 übernahm.

Während Kimi Antonelli daraufhin an der Spitze davonfuhr, konnte George Russell nach diesem Positionsverlust sämtliche Siegchancen begraben. Zehn Runden nach dem Restart lag er acht Sekunden hinter seinem Teamkollegen immer noch an vierter Position. In Runde 38 kam es noch dicker. Vor Turn 13 verlor er diesen Platz auch noch an Charles Leclerc. Der Monegasse drehte danach weiter auf und ging in der 42. Runde auch an Lewis Hamilton vorbei. In den Kurven eins und zwei ging er außen an seinem Ferrari-Teamkollegen vorbei.

Schadensbegrenzung für George Russell im WM-Kampf

Die Schlussphase: Kimi Antonelli hatte mittlerweile mit zehn Sekunden Vorsprung auf Oscar Piastri beide Hände am Sieg. George Russell betrieb in den letzten zehn Runden Schadensbegrenzung. Zuerst fand er einen Weg vorbei an Lewis Hamilton, dann machte er Jagd auf Charles Leclerc. Am zweiten Ferrari biss er sich allerdings die Zähne aus. In Runde 51 ging er in der Schikane zunächst vorbei, doch auf Start-und-Ziel nutzte Leclerc die Batterie und konterte.

Nach 53 Runden gewann Antonelli mit knapp 14 Sekunden auf Piastri. Leclerc kam anderthalb Sekunden hinter dem Australier ins Ziel, Russell musste sich ihm um eine halbe Sekunde geschlagen geben. Die Top-10 komplettierten Norris, Hamilton, Gasly, Verstappen, Lawson und Ocon. Auf Platz 18 erlebte Fernando Alonso mit einer Runde Rückstand die erste Zielankunft für Aston Martin in der laufenden Saison.