Der Start ging in die Hose, aber nach den ersten Runden beim Formel-1 -Grands-Prix in Japan schien George Russell alles in die Karten zu spielen. Kimi Antonelli erwischte von der Pole einen Horror-Start und fiel auf Platz sechs zurück, Russell hingegen arbeitete sich nach einem etwas weniger verkorksten Start schnell auf Position zwei vor - mit dem Sieg in Reichweite.

Am Ende hieß der Sieger dennoch Kimi Antonelli – und Russell schaute frustriert in die Röhre. Der Italiener profitierte von einem Safety-Car-Einsatz, der durch einen heftigen Unfall von Oliver Bearman ausgelöst wurde. Russell kam eine Runde zu früh an die Box, um ebenfalls daraus Profit zu schlagen. "Es ist reines Glück. Wäre das eine Runde später passiert, hätten wir das Rennen gewonnen", so Russell.

George Russell: Es kam eins zum anderen

Die Probleme fingen für Russell schon am Start an. Auch er fiel zurück, allerdings nur zwei Plätze. Die Start-Problematik beschäftigt Mercedes seit Saisonbeginn. Stets kommen Antonelli und Russell im Vergleich zur Konkurrenz schlechter weg. Diesmal auch im Vergleich zu McLaren. "Ich weiß nicht, was wir da noch mehr machen können. Wir geben unser Bestes, aber es ist uns beiden passiert", so Russell bei Sky.

Im Vergleich zu seinem Teamkollegen arbeitete sich Russell allerdings überraschend schnell nach vorne. Schon in Runde vier war der Mercedes-Pilot wieder hinter Oscar Piastri, während sich Kimi Antonelli deutlich länger abmühte. An Piastri kam Russell allerdings nicht vorbei. Die Entscheidung um den Rennsieg - wenn es nach Russell geht - fiel in Runde 21. Der Brite bog in die Box ab. Eine Runde später kam das Safety Car auf die Strecke.

Antonelli, der draußen blieb, nutzte das und erbte die Führung. "Hätte es keinen Unfall gegeben, hätten wir es vielleicht bereut, an dieser Stelle nicht geboxt zu haben. Im Rennsport läuft es manchmal für dich, manchmal gegen dich", so Russell.

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Doch ganz schuldlos ist Russell am früheren Stopp nicht. "In dem Moment, wo wir uns entscheiden mussten, ob wir an die Box gehen oder nicht, war Kimi einfach pfeilschnell. Er war weniger unter Druck durch Leclerc", erklärt Toto Wolff bei Sky Deutschland. Und das geben auch die Zeiten wieder.

Kimi Antonelli hatte ab Runde 18 freie Fahrt und 3,9 Sekunden Rückstand auf Russell. Als dieser drei Runden später in die Box abbog, waren davon nur noch zwei übrig. Es war also nicht nur "Pech", sondern auch eine im Vergleich zu Antonelli schwächere Pace am Boxenstopp-Timing Schuld.

Unabhängig davon wäre Russell auch ohne Safety-Car wieder hinter Oscar Piastri auf die Strecke gekommen - und an dem biss er sich schon zuvor 16 Runden lang die Zähne aus. Gegen Ende des ersten Stints vergrößerte sich der Abstand des Australiers sogar auf knapp zwei Sekunden. Ein Sieg wäre damit auch unter normalen Umständen keineswegs garantiert gewesen.

George Russell verliert Platz und Podium an Ferrari

Am Restart fand sich Russell deswegen auf Position drei hinter Oscar Piastri und Kimi Antonelli wieder. Doch dann folgte der nächste Patzer. Während Antonelli einen souveränen Restart absolvierte, verlor Russell gegen Lewis Hamilton die nächste Position.

In Runde 38 passierte ihn der nächste Ferrari. Russell bekam kurz vor Spoon Batterie-Probleme und musste Charles Leclerc ziehen lassen. "Es fühlt sich im Moment einfach so an, als ob an diesen letzten beiden Wochenenden jedes Problem auf meiner Seite liegt", so Russell. "Wir hatten eine Softwarepanne, die ihm einen Super-Clip bescherte", erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff das Problem.

Zwar kam Russell später noch an Hamilton vorbei, doch Leclerc hielt Position drei gegen den schnelleren Mercedes. Das ergibt eine 13-Punkte-Differenz zu Antonelli, der damit die WM-Führung übernimmt. "Es sind erst 3 von 22 Rennen vorbei. So ist das im Rennsport", sagt Russell.

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