Nachdem Red Bull und die Racing Bulls in einem gemeinsamen Launch am vergangenen Donnerstag bei Ford den Anfang mit den Formel-1-Präsentationen 2026 gemacht haben, geht es in dieser Woche Schlag auf Schlag. Den Anfang machte am frühen Nachmittag deutscher Zeit Haas. Das US-Team hielt seine Präsentation wie gewohnt mit wenig Aufwand ab.
Haas verschickte wie schon häufig in der Vergangenheit nur Renderings seines neuen Autos. Beziehungsweise einer Version davon, denn 2026 gilt erst recht, dass sich aufgrund des Regelumbruchs kein Team so richtig in die Karten schauen lassen will. Wie viel technisch an den ersten Bildern des VF-26 also real ist, lässt sich vor den Testfahrten noch nicht sagen.
Weiß statt schwarz: Haas gibt seinem Formel-1-Auto einen helleren Anstrich
Dafür können wir uns aber darauf verlassen, dass die Lackierung bereits jener Version entspricht, die in der kommenden Woche in Barcelona und in März in Australien auf der Strecke sein wird. Grundsätzlich bleibt man sich der Kombination aus weißen, schwarzen und roten Farbelementen treu. Im Vergleich zum letzten Jahr nimmt Weiß aber eindeutig Überhand.
Die Nase, von der 2025 nur die Spitze hell gehalten war, ist nun beinahe bis zum Ansatz des Halos weiß, erst danach geht es mit einer kurzen roten Abtrennung in Schwarz über. Die Motorabdeckung - 2025 fast komplett schwarz – ist nun beinahe zur Gänze Weiß. Markant ist auch, dass der Überrollbügel nun in Rot gehalten ist.
Der Frontflügel ist das einzige Element, das etwas schwarz dazugewonnen hat. Jedenfalls der vordere Flap ist in dunkel gehalten, die hinteren sind wiederum weiß. Prominent prangt dort auch der 'GR'-Schriftzug für Toyota Gazoo Racing. Die Japaner sind ja 2026 erstmals als Titelsponsor beim Team von Ayao Komatsu mit an Bord.
Etwas kleiner ist GR auch auf Höhe der Vorderräder hinter der Startnummer und der US-amerikanischen Flagge angebracht. Ganz groß ist die Toyota-Rennsportabteilung an der Finne über der Motorabdeckung vertreten.
Haas VF-26: Erste Technik-Details oder Bluff?
Wie schon erwähnt, darf man diese Ausführung des Autos technisch nicht unbedingt für bare Münze nehmen. Denn es wäre allgemein in der Formel 1 keine Seltenheit, dass die Konfiguration der ersten Renderings kaum etwas mit dem ersten Auto zu tun hat oder sogar absichtlich irreführend ist.
Wir versuchen aber trotzdem einmal ein paar Details hervorzuheben: Außen am Frontflügel, dessen Endplate regelbedingt weiter nach innen gewandert ist, sticht etwa auf Höhe der beiden hinteren Flaps eine zackenförmige Platte hervor, die über eine parallel zum Endplate verlaufende Erweiterung hinausgeht. Jedenfalls auf den bisher gezeigten Showcars bzw. Renderings (Konzept-Modell, Red Bull, Racing Bull) war eine derartige Lösung noch nicht zu sehen.
Was die Aufhängung angeht, reihen sich die Haas-Renderings in eine Reihe mit Red Bull und den Racing Bulls ein. Genauso wie bei den beiden in Detroit vorgestellten Boliden erkennt man auf VF-26 an der Vorderradaufhängung eine Druckstrebe (Pushrod). Am Hinterrad scheint Haas auf Zugstreben (Pullrods) zu setzen. In den Bildern ist es allerdings schwer zu erkennen, also kann dies nicht mit Sicherheit bestätigt werden. Der Seitenkasten verfügt über einen nach hinten abfallenden Verlauf.
"Es fühlt sich ein bisschen surreal an, das Auto so früh im Jahr zu enthüllen, aber das macht es nicht weniger aufregend", sagte Komatsu. "Es war ein monumentaler Aufwand von allen im Team, mit so einem kurzen zeitlichen Abstand zum Ende der letzten Saison, die Autos im Januar auf die Strecke zu bekommen", lobte er seine Truppe und fügte hinzu: "Wir können nicht erwarten zu sehen, wie diese Autos in Barcelona performen werden, nachdem so viel geredet wurde."
Im Simulator saßen Esteban Ocon und Oliver Bearman kurz vor Weihnachten des erste Mal zumindest virtuell im neuen Auto. Am 22. und 23. Dezember absolvierten die beiden Fahrer ihre erste Sim-Fahrt. Was sie über das Fahrgefühl zu sagen hatten, könnt ihr hier nachlesen:
Haas macht gemeinsame Sache mit Toyota
Haas' größte Neuerung für die Formel-1-Saison 2026 besteht natürlich in der intensiveren Partnerschaft mit Toyota. Nachdem die Zusammenarbeit mit dem japanischen Automobil-Giganten schon 2024 verkündet wurde, und im Vorjahr vor allem das TPC-Programm (Testing Previous Cars) dadurch abgewickelt wurde, ist die Marke nun auch im Namen des Teams vertreten. So wurde während der Off-Season das 'Moneygram Haas F1 Team' zum 'TGR Haas F1 Team'.
Haas soll für Toyota nicht nur ein Marketing-Instrument auf der globalen Formel-1-Bühne sein, sondern die Zusammenarbeit soll auch die Ausbildungsmöglichkeiten für Toyota-Mitarbeiter steigern. Im Vorjahr war der Automobilhersteller außerdem bei der Entwicklung und Installation des neuen Simulators in Banbury involviert.
Gerüchte über einen vollständigen Einstieg in die Königsklasse durch Toyota etwa als Motorenhersteller halten sich derzeit, sind aber wohl frühestens mit dem neuen Motor-Reglement ab 2031 vorstellbar. Noch steht in den Sternen, wie dieses überhaupt aussehen wird.
Haas in der Formel 1 2026: Beständigkeit ist das Stichwort
Deshalb zurück auf 2026: In dieser Saison setzt die Mannschaft aus Kannapolis bei seinem wichtigsten Personal auf Beständigkeit. Mit Oliver Bearman und Esteban Ocon sitzen auch 2026 die beiden Piloten des Vorjahres am Steuer. Jungspund Bearman zeigte sich vor allem gegen Ende der vergangenen Saison in deutlich stärkerer Verfassung als sein französischer Teamkollege, der sich für den Großteil des Jahres auf der Suche nach seiner Bestform befand - vor allem im Qualifying.
Ayao Komatsu sitzt als Teamchef weiterhin fest im Sattel und auch darüber hinaus wurden keine Veränderungen kommuniziert. "Wir haben Kontinuität bei unseren Fahrern sowie bei unserem Engineering- und Designteam", betonte auch Eigentümer Gene Haas. Konkret bedeutet das, dass Andrea de Zordo weiterhin als Technikchef im Einsatz bleibt. Er hatte diesen Posten 2024 von Komatsu geerbt, als dieser die Nachfolge von Langzeit-Teamboss Günther Steiner angetreten hatte. Tom Coupland wird 2026 weiterhin als Chefdesigner tätig sein.
Haas ist das kleinste Team der Formel 1. Doch man ist dabei, sich dem Rest des Feldes anzunähern. Nicht zuletzt mithilfe der Toyota-Geldspritze. Komatsu betonte: "Wir wachsen als Team auf ziemlich aggressive Art." Die Mentalität und das Mindset des einstigen Nachzügler-Teams habe sich ohnehin schon in den letzten Jahren geändert, ist er überzeugt.
Drei Formel-1-Teams haben nun also schon ihren Launch absolviert. Im Laufe dieser Woche kommen noch vier weitere dazu. Audi hält am Dienstag eine Eröffnungs-Veranstaltung in Berlin ab, ehe am Donnerstag auch Mercedes erste Renderings seines Formel-1-Autos ausschickt. Am Freitag sind anschließend Ferrari und Alpine an der Reihe.
Hier findet ihr alle Termine für die Launch-Saison 2026:



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