Bei der großen Motorsport-Präsentation von Ford stand in der Nacht von Donnerstag auf Freitag alles im Zeichen der Formel 1 und in erster Linie von Red Bull, das mit dem US-Autohersteller und seiner eigenen Power-Unit-Abteilung auf Erfolgsjagd gehen will. In Detroit wurde aber nicht nur erstmals die Lackierung des Red Bulls enthüllt, sondern gleichzeitig auch jene des Racing Bulls.

Das kleine Bullen-Team stand bei dem Formel-1-Segment am Ende der Abendshow von Ford in Detroit im Schatten seines großen Schwester-Rennstalles, was wohl nicht zuletzt daran lag, dass sich das Livery des VCARB 03 nicht grundlegend geändert hat. Was allerdings umgehend ins Auge sticht, ist, dass deutlich mehr dunkle Elemente ihren Weg ans Auto gefunden haben.

Die Karosserie rund um den seitlichen Kühleinlass verlor etwa ihre weiße Farbe und wurde genauso wie Teile der hinteren Motorabdeckung oder auch die Seitenverkleidung an der Nase in Schwarz gehalten, umrissen mit blauen Linien.

Arvid Lindblad & Liam Lawson: Supertalent gegen zweite Chance

Wie so häufig beim designierten Mittelfeldteam aus Faenza ist der spannendste Faktor die Fahrerpaarung. Erst recht, da mit Arvid Lindblad der einzige Rookie der Formel-1-Saison 2026 in den Reihen der Racing Bulls steht. Der 18-Jährige wurde im Nachwuchs von Red Bull schon seit Kartzeiten unterstützt.

Die Ambitionen des britisch-schwedischen Doppelstaatsbürgers liegen praktisch selbstredend auf einem Aufstieg ins Red-Bull-Topteam. Er gilt als absolutes Toptalent, auch wenn er in der Formel 2 2025 nicht um den Titel mitfahren konnte. Zuvor war er im Eiltempo die Karriereleiter nach oben geklettert, fuhr 2023 nur eine volle Saison in der Formel 4 und verbrachte auch anschließend jeweils nur ein Jahr in der Formel 3 und Formel 2. Dort konnte er jeweils Rennen gewinnen.

"Dieser Moment fühlt sich ehrlicherweise surreal an", erklärte Lindblad bei der Präsentation. "Bei so einem Event in so einem Setting als Formel-1-Fahrer vorgestellt zu werden, das ist etwas, das ich nie vergessen werde", führte er weiter aus und brachte zum Ausdruck, dass er vor Vorfreude den Saisonstart kaum erwarten kann: "Ich bin bereit zu lernen, zu arbeiten und alles auf der Strecke zu geben, während wir dieses neue Kapitel starten."

Auch für Liam Lawson ist ein klassischer Team-Launch in der Formel 1 Neuland. Erst recht in diesem Umfeld. Denn letztes Jahr gab es nur die gemeinsame Präsentations-Veranstaltung aller Teams in London. "Die 2026er-Lackierung hier in Detroit zu präsentieren, hinterlässt in diesem Moment ein noch viel besondereres Gefühl. Die Geschichte der Innovationen an diesem Ort spiegeln wirklich wider, was dieses Team für die Zukunft aufbaut", sagte er mit Bezug auf die Ford-Partnerschaft der beiden Red-Bull-Mannschaften.

Lawson hatte seine Gelegenheit bei Red Bull Racing schon im Vorjahr, die er allerdings nicht genutzt hatte. Er bekam noch eine zweite Chance beim Nachwuchsrennstall, wo ihm für 2026 der Vorzug gegenüber Yuki Tsunoda gegeben wurde. Seine bisherige F1-Laufbahn ist geprägt von Inkonstanz. Einzelnen starken Auftritten stehen viele Zwischenfälle gegenüber.

Racing Bulls 2026: Erste volle Teamchef-Saison von Alan Permane

Bei der Teamführung gab es die einschneidendste Änderung schon im Sommer 2025. Alan Permane war infolge der Horner-Entlassung auf Laurent Mekies in den Teamchef-Posten nachgerückt. Das kommende Jahr ist damit seine erste volle Saison als Teamleiter. Das Potenzial der Mannschaft ist wohl auch eng an den Red-Bull-Ford-Motor geknüpft.

Die interne Stimmung im Team könnte nach der letzten Saison schlechter sein. 2025 landete die italienische Mannschaft in der Konstrukteurs-WM auf der sechsten Position mit 92 Punkten, womit es das beste Jahr der Ground-Effect-Ära war - inklusive einem Podium von Red-Bull-Aufsteiger Isack Hadjar. Von diesen Erfolgen kann man sich aufgrund der Regel-Revolution über den Winter allerdings nichts kaufen.