Monaco liefert traditionell eines der spannendsten Qualifyings des Jahres - und zumeist eines der langweiligsten Rennen. Ohne Regen, Safety-Car-Phasen oder technische Ausfälle landen die Formel 1-Piloten meist in exakt der Reihenfolge im Ziel, in der sie losgefahren sind.

Selbst künstliche Eingriffe wie in der Saison 2025, als im Fürstentum versuchsweise zwei Pflichtboxenstopps vorgeschrieben waren, brachten letztlich nur zutage, was ohnehin jeder wusste: In seiner aktuellen Konfiguration ist der Circuit de Monaco schlicht keine Strecke zum Überholen.

Selbst in der Vergangenheit, als die Formel 1 noch mit deutlich kleineren und leichteren Autos durch die Häuserschluchten Monte Carlos jagte, waren Überholmanöver absolute Mangelware. Nichtsdestotrotz freuen sich die Piloten riesig darauf, die neue Fahrzeuggeneration erstmals durch den Leitplankendschungel zu bewegen.

"Ich glaube, Monaco wird tatsächlich eines dieser Rennen sein, bei denen diese Autos sehr gut funktionieren könnten", blickt Charles Leclerc optimistisch auf das Wochenende. Der Monegasse kennt die 3,337 Kilometer lange Strecke wie seine Westentasche. 2024 klappte es für ihn endlich mit dem erlösenden Heimsieg, nachdem er zuvor bereits dreimal auf der Pole Position gestanden hatte.

Antonelli über Monaco 2026: Überholen nicht unmöglich

Bereits in den ersten Grands Prix der laufenden Saison 2026 hat sich gezeigt, dass man dem Vordermann deutlich leichter folgen kann - ein Faktor, der auf dem engen Stadtkurs völlig neue Möglichkeiten eröffnen könnte. "Vielleicht sehen wir dieses Mal sogar einige echte Überholmanöver. Denn die Autos sind ja wieder etwas kleiner geworden", hofft WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli.

Gleichzeitig ist sich der Mercedes-Pilot bewusst, dass Überholen in den engen Gassen Monacos eine Herausforderung bleiben wird. "Natürlich muss man sich weiterhin massiv committen und volles Risiko gehen, damit ein Manöver auch wirklich funktioniert. Aber ich glaube, Überholen wird dieses Jahr keineswegs unmöglich sein." Isack Hadjar zeigt sich in puncto Überhol-Action zwar etwas pessimistischer, betont aber dennoch: "Dieses Jahr sollte es vom reinen Fahren her in Monaco deutlich mehr Spaß machen."

Das Streckenlayout könnte massiv zum Spaßfaktor für die Piloten beitragen: Die Kombination aus vielen langsamen Kurven und vergleichsweise wenigen Geraden bedeutet, dass das Aufladen der Hybrid-Batterie voraussichtlich kein großes Thema sein wird. Dadurch können die Fahrer im Cockpit wohl ohne größere Energie-Bedenken pushen.

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Volles Rohr: Keine Batterie-Sorgen im Fürstentum?

"Monaco könnte eine der Strecken sein, auf denen man einfach voll attackieren kann, weil man weiß, dass es beim Energiemanagement keine Engpässe geben wird. Trotzdem wirst du in jeder Kurve weiterhin extrem über Gänge, Drehzahlen, Ladedruck und all diese Dinge nachdenken müssen", sagt Vorjahressieger Lando Norris.

So oder so fiebern Fahrer und Fans dem Ritt auf dem Stadtkurs entgegen. Norris würde am kommenden Wochenende allerdings gerne auf eine Schrecksekunde wie im Vorjahr direkt nach dem Start verzichten. Rückblick 2025: Als die Ampeln auf Grün schalteten, schoss Norris Seite an Seite mit Leclerc auf Sainte Devote zu. Dabei blockierten seine Reifen. Mit Müh und Not schaffte er es, die Führung zu behaupten, und geriet über den Großteil des restlichen Rennens nie wieder ernsthaft in Gefahr.

"Monaco ist und bleibt einfach etwas ganz Besonderes - völlig egal, mit welchem Auto man dort fährt und egal, wie viel elektrische Energie darin steckt oder eben nicht. Vor allem das Qualifying am Samstag ist etwas, dem man als Rennfahrer mehr entgegenfiebert als fast allem anderen im gesamten Kalender", bringt der McLaren-Pilot die Faszination Monte Carlo auf den Punkt. Vor dem prestigeträchtigsten F1-Rennen des Jahres schiebt McLaren die Favoritenrolle fast komplett nach Maranello - aber nur fast.