Lando Norris gewinnt den Großen Preis von Monaco, nachdem McLaren auch im Rennen fehlerfrei agiert. Charles Leclerc macht im letzten Stint lange Druck auf den Briten, kann aber keine Attacke setzen und landet vor Oscar Piastri auf Rang 2. Die 2-Stopp-Strategie führt zu kuriosen Bummelfahrten und Strategien im Mittelfeld. George Russell nimmt sogar absichtlich eine Durchfahrtsstrafe in Kauf, schrammt aber an den Punkten vorbei.

Das Ergebnis: Der Sieg von Lando Norris geriet über den Großteil des Formel-1-Rennens eigentlich kaum in Gefahr. Nur Max Verstappen stellte den Sieg des McLaren-Piloten in der zweiten Rennhälfte in Frage, indem er auf eine rote Flagge zockte. Diese kam zwar nicht, gleichzeitig brachte das aber Leclerc ins Spiel.

Denn Verstappen blockte auf diese Art Norris und brachte Leclerc an das Heck des McLarens. Der Ferrari-Pilot konnte keine Attacke setzen und überquerte die Linie schlussendlich auf der zweiten Position. Oscar Piastri landet nach einem leichten Mauerkontakt auf dem dritten Rang, während Verstappen nach dem nicht geglückten Rot-Gamble den vierten Rang einfuhr.

Lewis Hamilton landete auf der fünften Position, nachdem Ferrari ihn schon in der ersten Boxenstopp-Phase relativ kampflos an den Mittelfeld-Piloten Isack Hadjar und Fernando Alonso vorbeilotsen konnte. Hadjar sicherte sich auf Rang 6 das beste Ergebnis seiner Formel-1-Karriere, während Esteban Ocon P7 einfuhr. Williams deckte durch eine Blockier-Strategie im Mittelfeld die Positionen 9 (Alex Albon) und 10 (Carlos Sainz) ab.

Keine Punkte gab es für die Mercedes-Mannschaft, die mit Russell auf P11 und Antonelli auf P18 landete. Fernando Alonso hatte erneut Pech. Auf Rang 6 liegend erlitt er einen Power-Unit-Schaden und musste abstellen. Nico Hülkenberg hatte auch keine Chance auf Punkte und landete auf dem 16. Rang. Aufgrund zahlreicher Strategie-Spielchen im Mittelfeld wurden alle Fahrer ab P6 überrundet, jeder abwärts von P9 sogar zweimal.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Monaco

  • Lando Norris kann Druck von Leclerc abwehren
  • Verstappens Poker auf eine Rennunterbrechung geht nicht auf
  • Fernando Alonso mit Motorschaden raus
  • Big Points für die Racing Bulls mit P6 und P8
  • Bummelfahrt im Mittelfeld aufgrund von Strategie-Spielchen

Formel 1 WM-Tabelle 2025: Lando Norris auf Tuchfühlung mit Piastri

Die WM-Tabelle: In der Fahrer-WM konnte Lando Norris den Rückstand auf seinen Teamkollegen Piastri mit dem Sieg auf drei Punkte verkürzen, Max Verstappen büßte Punkte auf die beiden McLarens ein und liegt nun 25 Zähler zurück. In der Konstrukteurs-WM baute McLaren den Vorsprung weiter aus und liegt nun schon 172 Punkte in Front.

Lando Norris blockiert Reifen am Start

In Kurve 1 erlebte Lando Norris einen ersten Schreckmoment. Seite an Seite mit Charles Leclerc blockierte er seine Reifen. Allerdings kam er trotzdem durch die erste Kurve, behielt die Führung und schien auch in der Folge im ersten Stint keine echten Probleme mit den Pneus zu haben.

Unter den ersten Zehn gab es keine Positionsverschiebungen. Für den ersten Zwischenfall sorgten in Portier zwei Rookies. Antonelli bremste sich dort innen an Bortoleto vorbei, der ihn zuvor in der Haarnadel überholt hatte, dadurch ging dem Brasilianer der Platz aus und er krachte in die Streckenbegrenzung. Bortoleto konnte mit einem Schaden zwar weiterfahren, ein Virtuelles Safety Car war aber die Folge.

Früher Strategiepoker: Wer biegt wann ab?

Schon am Ende der ersten Runde gab es die ersten Boxenstopps: Yuki Tsunoda, der auf Soft-Reifen ins Rennen gestartet war, holte sich einen Satz Hards ab, auch Bearman, Gasly und Bortoleto (nach seinem Unfall) gingen an die Box. In dieser Gruppe gab es auch den zweiten Zwischenfall des Rennens: Gasly versuchte in Runde 9 Tsunoda zu attackieren und fuhr hinten auf den Red-Bull-Piloten auf. Der Alpine fuhr sich dabei vor der Hafenschikane den linken Vorderreifen und den Frontflügel ab und konnte nur noch an die Box rollen, um dort abzustellen. Tsunoda konnte weiterfahren.

Verstappen versuchte Profit aus der daraus folgenden Gelbzone zu schlagen und direkt nach dem Ende dieser Piastri zu attackieren, doch der McLaren konnte vor Tabac erfolgreich abdecken und P3 verteidigen. Es entwickelte sich ein strategisches Abdeckspiel, denn Piastri fuhr etwas langsamer um eine Lücke für Norris zu schaffen. Weiter hinten spielten die Racing Bulls dasselbe Spiel mit einer höheren Intensität. Lawson (P9) hielt seine Verfolger so stark auf, dass er Hadjar ein Boxenstopp-Fenster herausfuhr.

Dieses nutzten nicht nur der Franzose für einen Stopp, sondern auch Ocon, Alonso und Hamilton. Der Ferrari-Pilot konnte durch einen erfolgreichen Overcut aber die beiden Positionen gewinnen. Hadjar und Ocon stoppten ein zweites Mal.

Dieses Geschehen im Mittelfeld brachte etwas Action an die Spitze, da sich dadurch das Boxenstopp-Fenster geöffnet hatte: Norris stoppte in Runde 19, einen Umlauf später kam Piastri rein, der damit Druck auf Charles Leclerc ausübte. Der Ferrari-Pilot übernahm zwischenzeitlich die Führung, musste aber zwei Runden später rein, um gegen einen potenziellen Undercut von Piastri zu verteidigen. Die Reihenfolge dieser drei Fahrer änderte sich nicht.

Verstappen übernahm die Führung, bis er in Runde 28 abbog, um nicht Gefahr zu laufen, von Hamilton geschnappt zu werden. Nach den ersten Boxenstopps waren die Top-4 unverändert, gefolgt von Hamilton, der sich ohne Probleme ein Fenster für einen zweiten Stopp gegen die weiteren Verfolger aufbaute.

Die strategischen Bummelfahrten im Mittelfeld (Williams ließ Sainz zwischenzeitlich langsam fahren, um Albon ein Fenster zu schaffen) kosteten allen Piloten hinter den Top-5 massiv Zeit, weshalb die Führenden schon früh in den Überrundungsverkehr kamen.

Nächstes Kapitel im Alonso-Drama

In Runde 38 rollte Fernando Alonso mit einem Defekt aus. Er war zuvor auf der sechsten Position gelegen, hatte aber mangels eines zweiten Boxenstopps einen strategischen Nachteil gegen Hadjar und Ocon hinter ihm. Der Aston-Martin-Pilot stellte ab, wodurch Albon und Sainz auf P9 und P10 vorrückten.

Gepusht wurde auch im weiteren Rennverlauf praktisch nur an der Spitze, da McLaren sich einen Vorsprung herausfahren wollte. Im Mittelfeld sorgte Williams für den nächsten strategischen Kniff. Nachdem Albon seine beiden Stopps absolviert hatte, tauschten sie auf P9 und P10 liegend ihre Position und nun war es Albon, der die Verfolger für Sainz einbremste.

Dank Williams-Blockade: George Russell nimmt freiwillig Strafe in Kauf

Bis Runde 49 hatte der Thailänder Sainz ein Boxenstopp-Fenster geöffnet. In diesen strategischen Bummelfahrten wurde vor allem Mercedes aufgerieben, denn im Gegensatz zur restlichen Mittelfeld-Konkurrenz waren Russell und Antonelli noch nicht an die Box gekommen, wurden aber genauso aufgehalten.

Russell kürzte in Runde 50 absichtlich die Schikane ab und ging illegal an Albon vorbei. Damit nahm er eine Strafe in Kauf, verlor damit aber weniger Zeit als er hinter dem Williams eingebüßt hätte. Mercedes spielte anschließend dasselbe Spiel, um ihm eine Lücke zu öffnen und Antonelli blockte Tsunoda.

An der Spitze begann die zweite Boxenstopp-Phase in Runde 48 mit einem Stopp von Oscar Piastri, Leclerc und Norris folgten in den beiden folgenden Umläufen. Unter ihnen gab es keine Positionsverschiebung. Max Verstappen folgte allerdings nicht und blieb stattdessen auf der Strecke. Er hatte keinen Druck von hinten P4 zu verlieren, übernahm die zwischenzeitliche Führung und zockte auf eine potenzielle Rennunterbrechung.

Das schob die Führungsgruppe zusammen, denn nachdem Norris auf Verstappen auflief, konnte auch Charles Leclerc die direkte Verfolgung des McLarens aufnehmen. In den letzten 20 Runden hing Leclerc dem Polesetter im Heck. Doch Norris leistete sich keinen Fehler und konnte so den Druck von Leclerc abwehren, bis Verstappen schließlich in Runde 77 die Box ansteuern musste.

Sainz: Rennen manipuliert! Russell bricht F1-Regel: Mir egal! (09:20 Min.)