Formel 1 in Monaco: Die Gewinner
Lando Norris
Niemand konnte in Monaco so laut jubeln wie Lando Norris. Klar, einen Sieg beim prestigeträchtigsten F1-Rennen der Saison wird ein Fahrer sowieso nie vergessen. Den ersten erst recht nicht. Doch auch davon abgesehen war es ein wichtiges Statement im Formel-1-Titelkampf. Denn seit Japan schien fast alles in Richtung von Oscar Piastri zu kippen. Piastri war seit über einem Monat schneller, konstanter, abgeklärter und abgesehen von einem Strategie-Fehlgriff in Imola auch erfolgreicher. Verkehrte Welt dann in Monaco: Lando Norris war nicht nur der beste Fahrer des Wochenendes, er machte auch keine nennenswerten Fehler und lieferte dann ab, als es im Qualifying um die Wurst ging. Besser geht es kaum, Oscar Piastri hingegen war von Perfektion weit entfernt.
Racing Bulls
Schon seit dem Beginn der Formel-1-Saison 2025 lassen die Racing Bulls regelmäßig aufblitzen, dass in dem VCARB 02 sehr viel Pace steckt. Nur in die entsprechende Anzahl an Punkten konnte die Mannschaft aus Faenza das vor Monaco nicht ummünzen, und das nicht zuletzt aufgrund von strategischen Fehlgriffen. In Monte Carlo gelang das endlich: Das Auto schien perfekt auf den engen Straßenkurs zugeschnitten zu sein und die Fahrer brachten das Potenzial im Qualifying auf die Strecke – sogar der bisher enttäuschende Liam Lawson kam in Q3. Im Rennen setzte man die hässliche aber effiziente Blockier-Strategie vorbildhaft um. Die Verfolger verfluchten zunächst das kleine Bullen-Team und imitierten es anschließend. Ein höheres Maß an Anerkennung kann es kaum geben.
Esteban Ocon
"Ich habe in meinem Leben vielleicht drei gute Qualifying-Runden in Monaco hingelegt, das war eine davon", freute sich Esteban Ocon nach P8 am Samstag schon. Wohlwissend, dass damit das Gros der Arbeit für Formel-1-Punkte unter normalen Umständen bereits erledigt war. Und er sollte recht behalten: Der Ausfall von Fernando Alonso schenkte Ocon sogar noch zwei weitere Zähler. Dabei kämpfte der Haas-Pilot bis Q2 mit dem Auto, das er erst durch die Nutzung der Tools an Bord final richtig abgestimmt bekam. Ein Befreiungsschlag, erst recht nach dem misslungenen Imola-Wochenendes des US-Teams. Da stellt sich nur die Frage: Was hätte Oliver Bearman alles erreichen können, wenn er nicht schon am Freitag eine Strafe kassiert hätte?
Formel 1 in Monaco: Die Verlierer
2-Stopp-Strategie
2 Reifenwechsel statt nur einer. Die Hoffnung der Formel 1 war groß, dass man die langweiligen Monaco-Prozessionen mit dieser simplen Lösung wenigstens etwas actionreicher gestalten könnte. Actionreicher wurde das Rennen dadurch vielleicht, aber keineswegs besser. Vielmehr verdoppelte sich das Problem sogar noch, dass Fahrer absichtlich vom Gas gingen, um ihren Teamkollegen genügend Vorsprung zu verschaffen. Wie eine Seuche zog sich diese Taktik durch das Mittelfeld. Zunächst waren es die Racing Bulls, dann Williams und schließlich sogar Mercedes. Das Resultat war ein lächerliches Bummel-Rennen, das nicht einmal den mit dieser Taktik erfolgreichen Fahrern Freude bereitete. Carlos Sainz sprach sogar von (legaler) Renn-Manipulation und forderte, dass dem ein Riegel vorgeschoben wird. Nur wie?
Oscar Piastri
Oscar Piastri kann in Monaco beinahe schon froh sein, dass er überhaupt ins Ziel gekommen ist, geschweige denn auf dem Podium landete. Denn das Grand-Prix-Wochenende in Monte Carlo exekutierte er so überhaupt nicht in seinem gewohnten Stil. Stattdessen lieferte er zahlreiche Fehler. Einen großen Einschlag verzeichnete er im Training, doch dieser blieb wie durch ein Wunder mehr oder minder folgenlos. Eine Reihe an kleinen Mauerküssen begleitete sonst sein Wochenende. "Ich habe an diesem Wochenende mehr Wände getroffen als in meiner ganzen Karriere", stellte Piastri schon nach dem Qualifying fest. Ob er aufgrund seines angeschlagenen Selbstvertrauens anschließend keine Chance gegen die Pace Lando Norris hatte?
Mercedes
Für die Silberpfeile war am Samstag schon Hopfen und Malz verloren. Das wusste auch George Russell, der nach dem Qualifying keinen Hehl daraus machte, dass das Monaco-Wochenende für ihn vorbei sei. Die letzte Hoffnung für Russell, der in Q2 mit einem Defekt ausgerollt war und Andrea Kimi Antonelli, der in Q1 gecrasht war, bestand aus einem chaotischen Rennverlauf mit roten Flaggen, Unfällen, Safety Cars oder dergleichen. Dazu kam es nicht und als Reaktion daraus ging Mercedes komplett leer aus. Da half auch eine 'freche' Abkürz-Aktion nichts, die Russell eine bedeutungslose Strafe einbrachte.
Charles Leclerc & Ferrari
Auf dem Papier ist Monaco das erfolgreichste Ferrari-Wochenende in der bisherigen Formel-1-Saison. Doch in der Praxis ist es vor allem eine verlorene Chance. Erstmals in diesem Jahr stellte sich der SF-25 als siegfähig heraus, sogar im Qualifying war das Auto top – zumindest in den Händen von Charles Leclerc. Doch der Monegasse scheiterte an Lando Norris und im Rennen konnte er dann nichts gegen den McLaren ausrichten, auch als dieser dank Max Verstappen nur wenige Zehntel vor ihm fuhr. An einem normalen Wochenende könnte sich Ferrari wenigstens für die nächsten Grands Prix Hoffnung machen, dass der SF-25 ja doch auch im Qualifying funktioniert, aber auf einer so speziellen Strecke wie Monaco greift dieses Argument kaum. Was bleibt ist eine verpasste Siegchance. Wer weiß, wie viele Ferrari in diesem Jahr angesichts ihrer derzeitigen Performance überhaupt noch bekommen wird?
Fernando Alonso
Der größte Pechvogel der F1-Welt? Spätestens in Monaco ist wohl jeder geneigt, dem Funkspruch des Asturiers aus Imola zuzustimmen. Als ob das Schicksal sich einen bösen Scherz mit ihm erlauben würde, ging Fernando Alonso auf Kurs zu einer Top-8-Platzierung plötzlich der Motor hoch. Die ersten Punkte der Saison waren damit dahin, noch immer steht bei dem Aston-Martin-Pilot die Null. Zuvor hatte er das wohl beste Wochenende seiner bisherigen Saison abgespult und einen starken sechsten Startplatz eingefahren. Alonso tröstete sich mit dem Blick auf 2026: "Ich wäre glücklich, wenn es die ganze Saison so weiterginge und ich nächstes Jahr in Australien gewinnen würde."
Yuki Tsunoda
Für Yuki Tsunoda war die Messe auch nach dem Qualifying schon gelesen. Dort bekam er keine saubere Runde zusammen und scheiterte auf der zwölften Position. Bis dahin zeigte der Teamkollege von Max Verstappen in den Trainings ein gutes Wochenende, aber wie so oft fand der Champion mehr Performance sobald das Auto besser funktionierte. Red Bull versuchte das Wochenende von Tsunoda irgendwie mit einem Stopp in Runde 1 zu retten. Eine Strategie, die an den Blockier-Spielchen im Mittelfeld zu Bruch ging. Aber mehr als P11 wäre wohl ohnehin nicht drin gewesen. So ging Tsunoda leer aus. Ein wirklich gutes Red-Bull-Rennen hat er immer noch nicht geliefert.



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