"Sie wollten eine Show und bekamen, dass die Fahrer absichtlich ihr Tempo drosselten", titelte die spanische "Marca" nach dem Monaco Grand Prix. Auch unser Markus bilanzierte nach dem Formel 1-Rennen im Fürstentum: Die Zweistopp-Pflicht hat Monaco noch schlimmer gemacht. Den Stein ins Rollen (oder besser gesagt zum Blockieren) brachte die Taktik von Racing Bulls, die darin bestand, ein Loch für das führende Auto zu schaffen, indem sie das Feld mit dem zweiten Auto zurückhielten.

Hadjar schwärmt: Großartige Teamleistung

Liam Lawson bremste alle hinter ihm um 40 Sekunden ein, damit Teamkollege Isack Hadjar seine zwei Stopps machen konnte. Die Strategie ging für beide Piloten auf – Hadjar beendete den Monaco Grand Prix als Sechster, Lawson holte als Achter seine ersten WM-Punkte (4) 2025. "Das war eine großartige Teamleistung", schwärmte Hadjar. Nach den Trainingssession, in denen er mehrmals mit der Mauer in Kontakt kam, hatte der Franzose wenig Vertrauen in sich, das Auto und in ein gutes Ergebnis. "Ich bin stolz, dass wir nicht aufgegeben und klug gespielt haben. Das war eine großartige Teamleistung, auf die ich wirklich stolz bin", betonte der Rookie.

Alles andere als stolz waren die Williams-Piloten, die in Monaco die gleiche Strategie wie die Racing Bulls verfolgten. "Das war nicht die Art und Weise, wie wir Rennen fahren wollten. Als die Racing Bulls damit begannen, zwang uns das, es ebenfalls zu tun", erklärte Alex Albon. Hadjar, der auf Medium gestartet war, fand sich hinter der Spitzengruppe auf Platz fünf als er in Runde 13 zum ersten Mal an die Box fuhr. Der 20-Jährige wechselte auf Soft und kam auf Rang acht zurück auf die Strecke. Fünf Runden später absolvierte er seinen zweiten Stopp und holte sich die harte Reifenmischung ab. Dank der Lawson-Blockade verlor er trotz Boxenstopp keine Track Position.

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Teamchef verteidigt Monaco-Strategie

"Ich stand in ständigem Kontakt mit meinem Renningenieur. Ich wusste, was los war. Wir hatten Alonso im Auge und ich war mir Liams Tempo bewusst", erzählte Hadjar. Nach seinen beiden Stopps musste er sich nur mehr darauf konzentrieren, nicht einzuschlafen. "Das Problem ist, dass man fast einschläft, weil man sich nur um das Reifenmanagement kümmert. Tatsächlich habe ich manchmal das Tempo erhöht, weil ich mich so langweilte", verriet der Racing-Bulls-Pilot. Teamchef Laurent Mekies verteidigte die Strategie und zumindest die Punkteausbeute gibt ihm Recht.

Mit 12 WM-Punkten erzielten die Racing Bulls nicht nur ihr bestes Teamergebnis 2025, sondern überholten Aston Martin in der Konstrukteurswertung. Aktuell liegt der Rennstall auf Rang sieben. "Was für ein brillantes Ergebnis! Es ist unglaublich befriedigend, bei einem der härtesten Rennen des Jahres mit beiden Autos in die Punkte zu fahren", schwärmte Mekies. Das Monaco-Wochenende sei für das ganze Team intensiv gewesen. "Verstehen Sie mich nicht falsch, nichts an diesem Wochenende war einfach. Letztendlich konnten wir beide Autos ins Q3 bringen und mit Hilfe einer großartigen Rennstrategie haben wir 12 wertvolle Punkte gesammelt. Nun reisen wir mit Entschlossenheit nach Barcelona, um weiter an der Spitze des Mittelfelds zu kämpfen."

Aufgrund der Blockaden der Konkurrenz kochte bei George Russell die Wut über. Er setzte zu einem illegalen Überholmanöver und kassierte eine Strafe kassiert. Reue? Fehlanzeige! Mehr dazu gibt's hier: