2025 unterbot Lando Norris als einziger Pilot im Monaco-Qualifying die Marke von 1:10 Minuten und setzte sich mit etwas mehr als einer Zehntelsekunde vor Lokalmatador Charles Leclerc durch. Ein Jahr später rechnet der Formel 1-Weltmeister jedoch nicht damit, Ferrari im Kampf um die erste Startreihe schlagen zu können.

"Monaco war im letzten Jahr eines meiner besten und aufregendsten Wochenenden. Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass Ferrari in Monaco auf Pole stehen wird. Ihre Performance in langsamen Kurven ist deutlich besser als die aller anderen", meinte Lando Norris. McLaren erlebte zuletzt in Kanada die zweite Nullnummer dieser Saison. Vor allem die strategische Entscheidung, beim Start auf Intermediates zu setzen, ließ den Konstrukteursweltmeister laut Oscar Piastri "wie einen Idioten aussehen".

Wie sein Teamkollege sieht auch Oscar Piastri die Roten in den Häuserschluchten des Fürstentums ganz vorne: "Ich erwarte, dass Ferrari schnell sein wird. Ich meine, irgendwie sind sie dort jedes Jahr schnell." Hinzu kommt, dass der SF-26 in den Ecken extrem stark liegt. "Daher dürfte Monaco eine gute Strecke für Ferrari sein. Aber hoffentlich wird es auch für uns ein gutes Wochenende", so Piastri, der sein rabenschwarzes Montréal-Wochenende schnellstmöglich abhaken will.

2025 mussten die Teams in Monaco mindestens drei Reifensätze nutzen. 2026 streicht die Formel 1 die Regel wieder und verlängert das Qualifying während der Saison.

Stella analysiert: Monaco-Layout bietet McLaren eine Chance

Andrea Stella ist zwar zuversichtlich, dass McLaren im Fürstentum ein Wörtchen mitreden kann, sieht aber ebenfalls die größte Gefahr in Rot lauern. "Wenn wir uns die Overlays auf Basis der GPS-Geschwindigkeiten anschauen, sehen wir, dass Ferrari in den Kurven sehr konkurrenzfähig ist. Das konnte man auch in Montréal im ersten Sektor sehen - das ist nicht nur ein langsamer Abschnitt, sondern auch einer mit langgezogenen Kurven. Solche Eigenschaften werden normalerweise auf einer Strecke wie Monaco belohnt", weiß Stella.

"Ferrari verliert seine Zeit vor allem auf den Geraden, aber davon gibt es in Monaco nicht viele. Ich sehe Ferrari definitiv als Favoriten, aber McLaren kann konkurrenzfähig sein." Immerhin kommen nach aktuellem Entwicklungsstand langsame Kurven dem MCL40 deutlich mehr entgegen als mittelschnelle und Highspeed-Kurven. "Das sollte uns in eine gute Position für Monaco bringen", analysiert Stella. Jedoch haben die engen Gassen im Fürstentum ihre eigenen Gesetze – zudem wartet der 3,337 Kilometer lange Kurs durchaus mit schnellen Ecken auf.

Am Casino geht es mit 150 km/h entlang, die Tabac-Kurve wird mit 180 km/h durchfahren, entlang des Schwimmbads erreichen die Autos mehr als 200 km/h. Die Medium- und Highspeed-Qualitäten sind also auch in Monaco gefragt - und genau in diesem Bereich schätzt Stella Ferrari und auch Mercedes als überlegen ein. Trotzdem gibt sich der McLaren-Teamchef kämpferisch: "Wir werden versuchen, das Ergebnis des Vorjahres zu wiederholen."

Monaco-Pole 2026? Das sagen die Ferrari-Piloten

Die Prognose von Charles Leclerc, der das Kanada-Wochenende zuvor als das schlechteste seiner Karriere bezeichnet hatte, fällt vorsichtig-optimistisch aus. "Wir müssen vorsichtig sein. Mercedes ist ein sehr starkes Team und hat ein extrem vielseitiges Auto - egal ob in den Kurven oder auf den Geraden. Aber wenn es in diesem Jahr ein Rennen gibt, bei dem ich das Gefühl habe, dass wir eine größere Chance haben könnten, dann ist es Monaco", verriet der Monegasse.

Viel euphorischer klingt da Lewis Hamilton, der nach seinem zweiten Platz in Montréal vor Selbstbewusstsein strotzt. "Monaco ist eine Strecke, auf der die Motorleistung nicht der entscheidende Faktor ist. Dort zählt definitiv mehr die Performance des Autos, entsprechend könnte unser Auto dort wirklich stark sein", erklärte Hamilton. Wie schon in Kanada will er im Vorfeld komplett auf Simulator-Arbeit verzichten und sich lieber auf die Datenanalyse mit den Ingenieuren konzentrieren. "Ich werde gemeinsam mit den Ingenieuren intensiv arbeiten, damit wir das Auto vom ersten Training an im richtigen Fenster haben", so der dreifache Monaco-Sieger.