Für Red Bull war der Start in den Freitag bei der Formel 1 in Spa wohl zu schön, um wahr zu sein. Max Verstappen setzte auf seiner Fabelstrecke in den Ardennen im ersten Training die Bestzeit vor dem Ferrari-Duo von Lewis Hamilton und Charles Leclerc und direkt dahinter kam auch schon Isack Hadjar.
Und tatsächlich erwies sich das FP1-Ergebnis auch als irreführendes Bild. Denn in FP2 rückten die wiedererstarken Mercedes das Bild zurecht. Oder besser gesagt: Ein wiedererstarkter Mercedes rückte das Bild zurecht, denn George Russell war nach wie vor weit abgeschlagen, Kimi Antonelli gab dagegen der Konkurrenz mehr denn je eine saftige Packung mit. Wie ihm das gelang, könnt ihr hier in der Trainings-Analyse nachlesen:
Verstappen halbe Sekunde hinten - und trotzdem zufrieden
So schenkte Antonelli auch Max Verstappen ordentlich ein, der sich trotz des beträchtlichen Rückstandes von fast einer halben Sekunde im zweiten Formel-1-Training beim Belgien-GP anschließend wesentlich besser gelaunt präsentierte, als noch in den vergangenen Wochen. "Es war in Ordnung für mich. Ich hatte keine wirklich großen Probleme. Das Auto war in einem guten Fenster", kommentierte er nüchtern.
Auch er gab sich nicht der Illusion hin, dass das Ergebnis des ersten Trainings viel Aussagekraft besaß: "In FP2 hat man wahrscheinlich eher den realen Abstand gesehen. Aber das ist nichts Schockierendes. Es war zu erwarten." Die einzigen Beschwerden, die Verstappen an sein Team richtete, waren die inzwischen fast schon zur Gewohnheit gewordenen Klagen über die Schaltvorgänge.
Diese Klagen hatte er im Training noch sehr rustikal formuliert: "Diese beschissenen Schaltvorgänge. Das ist unglaublich. Warum ist das so eine Scheiße? Das ist inakzeptabel", so sein genauer Wortlaut am Boxenfunk. Doch nach dem Training hakte der vierfache Formel-1-Weltmeister auch dieses Thema unaufgeregt ab. "Es war eine Art Software-Upgrade oder vielmehr ein Downgrade und es dauerte ein bisschen Zeit für die Schaltvorgänge, um zu lernen. Gegen Ende wurde es ein bisschen besser."
Red Bull in Spa zu langsam? Dieses Problem sieht Max Verstappen
Das große Problem werden sie am RB22 an diesem Wochenende also kaum darstellen. Signifikanter wäre es, wenn es dem Boliden des dreifachen Belgien-Siegers schlicht und ergreifend an Topspeed fehlt - auf der Powerstrecke von Spa ein bedeutender Faktor. Denn genau dieses Problem sieht Verstappen: "Es sieht so aus, als seien wir auf den Geraden ein bisschen langsamer als unsere Konkurrenten."
Mit einem Blick auf die Telemetriedaten stellt sich die Sachlage dann aber doch nicht so eindeutig dar. Denn der Red Bull ist mit Topspeedwerten von etwa 322 km/h auf der Kemmel und 330 km/h vor Blanchimont sogar schneller als Andrea Kimi Antonelli und die anderen Topfahrer. Die auffälligsten Unterschiede ergeben sich aus der Art und Weise, wie sie ihre Elektro-Energie einsetzen.
So setzt Antonelli von La Source bis Eau Rouge deutlich mehr Deployment ein als Verstappen und die weiteren Vertreter der Spitzenteams. Vor allem in Pouhon geht Red Bull seinen eigenen Weg und setzt erst nach der schnellen Linkskurve viel Energie ein. Vor allem Mercedes und in geringerem Maße auch McLaren und Ferrari tun das bereits vorher.
Red Bull geht in Spa wieder mit seinem herkömmlichen Heckflügel an den Start, nachdem das 'Macarena'-Modell als Ursache für die beiden Abflüge von Max Verstappen in Spielberg und in Silverstone ausgemacht wurde. Allerdings soll dieser Rückschritt nur von kurzer Dauer sein. Technik-Chef Pierre Waché versprach, dass man Lösungen gefunden habe und schon in Ungarn wieder mit dem Macarena-Heckflügel auf die Strecke zu gehen plant.



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