Alpine sorgte am Formel-1-Freitag in Spa-Francorchamps gleich für zwei Überraschungen. Während Franco Colapinto mit dem siebten Platz ein starkes Top-10-Ergebnis im FP2 gelang, krachte Pierre Gasly knapp fünfzehn Minuten vor dem Ende der Session unsanft in die Streckenbegrenzung und bescherte seinen Mechanikern damit eine lange Nachtschicht.

"Ich habe das Auto verloren, es hat einen großen Snap gemacht", schildert Gasly den Unfallhergang. "Bis ich den Rutscher abgefangen habe, hat es viel zu lange gedauert. Da war ich schon von der Strecke abgekommen."

Gasly trotz Rückschlag im FP2 optimistisch

Gasly war auf einer schnellen Runde unterwegs, ehe ihm der Abschnitt vor Kurve 14 zum Verhängnis wurde. Ausgang von Kurve 13 kämpfte der Franzose bei mehr als 250 km/h mit einem untersteuernden Boliden, kam auf den Kerb und schlug in die rechte Streckenbegrenzung ein.

"Ich bin froh, heil aus dem Unfall rausgekommen zu sein. Es war offensichtlich ein ziemlich heftiger Einschlag", so Gasly, der durch die Kollision mit der Wand seinen gesamten Heckflügel verlor.

Dennoch versuchte er sich in Richtung Boxengasse zu schleppen. Als ein weiteres Teil seines ohnehin schon stark beschädigten Wagens wegbrach und sein rechtes Hinterrad nach oben wegknickte, war an eine eigenständige Rückkehr nicht mehr zu denken. Die Rennleitung unterbrach daraufhin die Session mit der roten Flagge und Gasly wurde vom Medical Car zurück zum Team gebracht.

"Es war ein kleiner Fehler", nahm Alpine-F1-Geschäftsleiter Steve Nielsen seinen Piloten in Schutz. "Es wäre auf vielen anderen Strecken glimpflich ausgegangen, aber auf dieser Strecke wird man an bestimmten Stellen dafür bestraft und genau das ist passiert."

Tatsächlich hätte Gasly schon eine Kurve später eine größere asphaltierte Auslaufzone zur Verfügung gehabt. Doch gerade im Streckenabschnitt zwischen Les Fagnes und Campus lauern die für Spa-Francorchamps typischen schmalen Auslaufzonen.

Trotz des Unfalls zog Gasly eine versöhnliche Freitagsbilanz. "Alles in allem war es ein guter Tag", so der Franzose. "Wir müssen jetzt abwägen, was gut war und was wir morgen gebrauchen können. Wir werden auf jeden Fall versuchen, im Qualifying in die Top-10 zu kommen."

Colapinto mit Kampfansage in Richtung Racing Bulls

Auf der anderen Garagenseite zeigte sich Franco Colapinto nach den ersten beiden Trainingssessions in Belgien kämpferisch. Der Argentinier beendete das zweite Freie Training auf dem siebten Platz und ließ damit beide Racing-Bulls-Piloten hinter sich.

"Die heutigen Runden waren auf jeden Fall konkurrenzfähiger als noch in Österreich oder Silverstone", ist sich Colapinto sicher, der auch das Streckenlayout zum Teil für die starke Alpine-Pace mitverantwortlich macht. "Es ist sehr positiv, dass wir die heutige Session vor den beiden Racing Bulls beenden konnten, denn das haben wir schon lange nicht mehr geschafft. Das wollen wir auch morgen wiederholen."

Alpine liegt derzeit mit einem Punkt Vorsprung auf die Racing Bulls auf Platz fünf in der Konstrukteurswertung. Das erklärte Ziel für den Rest des Wochenendes ist klar: Die Position verteidigen, die direkten Konkurrenten hinter sich halten und im Qualifying das Maximum aus dem Paket herausholen.

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