Toyota kommt ein Stück weiter zurück in die Formel 1. Der japanische Automobil-Gigant wird 2026 Titelsponsor von Haas. Der US-amerikanische Hersteller heißt dann offiziell TGR Haas F1 Team. TGR steht dabei für Toyota Gazoo Racing, die Motorsportdivision des Herstellers. Den Look des neuen Autos wird Haas am 23. Januar 2026 vor dem Barcelona-Test online präsentieren.
Haas und Toyota: F1-Partnerschaft seit 2024
Die Zusammenarbeit mit Toyota begann bereits Ende 2024. Seither sind nicht nur Toyota-Logos auf dem Formel-1-Auto zu sehen: Mit der Unterstützung aus Japan konnte Haas 2025 erstmals ein TPC-Programm ausrollen, für das ein eigenes Testteam nötig ist.

In Zeiten des Testverbots sind für die Teams auch Fahrten mit älteren Boliden nützlich. Das Reglement erlaubt die Nutzung von mindestens zwei Jahre alten Autos unter bestimmten Voraussetzungen. Haas und Toyota absolvierten mit dem VF-23 insgesamt 14 Testtage. Dabei kamen mit Ryo Hirakawa, Ritomo Miyata, Sho Tsuboi und Kamui Kobayashi auch Toyota-Fahrer zum Einsatz.
Haas und Toyota intensivieren Zusammenarbeit
Aus der technischen Partnerschaft zwischen Haas und Toyota wird nun auch eine Titelpartnerschaft. Damit löst der Automobilhersteller den bisherigen Namensgeber Moneygram ab. Der Zahlungsdienstleister war die letzten drei Jahre Titelsponsor.

"Unsere bisherige Zusammenarbeit hat alle unsere Erwartungen erfüllt", sagte Teamchef Ayao Komatsu, der zwischen den Formel-1-Rennen in Katar und Abu Dhabi noch nach Japan flog. "Das zeigt sich nicht nur an unserem erfolgreichen TPC-Betrieb in dieser Saison, sondern auch an den vielen Aktivitäten hinter den Kulissen - darunter die Entwicklung und Installation des Simulators in unserer Fabrik in Banbury für 2026."
Toyota ist für Haas deutlich mehr als nur ein Titelpartner und Geldgeber - andersrum genauso. "Während unserer Herausforderungen in der Saison 2025 habe ich miterlebt, wie junge TGR-Fahrer und -Ingenieure begannen, an ihr eigenes Potenzial zu glauben und sich noch größere Träume zu setzen", so Toyota-Chef Akio Toyoda.

Für Toyoda war die Partnerschaft eine Initialzündung: "Diese Verwandlung hat mich tief bewegt. Und heute kann ich mit Überzeugung sagen: Toyota hat endlich begonnen, sich zu bewegen - sich wirklich zu bewegen. Ich möchte Gene Haas und Ayao Komatsu meinen aufrichtigen Dank dafür aussprechen, dass sie unseren jungen Mitgliedern zur Seite standen, an ihr Potenzial glaubten und der Zukunft mit derselben Leidenschaft und Perspektive entgegenblickten."
Vollwertige Toyota-Rückkehr in die Formel 1?
Interessant wird auch die mittelfristige Zukunft der beiden Partner. Im Fahrerlager kursieren immer wieder Gerüchte über eine volle Toyota-Rückkehr in die Formel 1. Für das neue Motoren-Reglement 2026 hat sich Toyota nicht eingeschrieben. Sollte sich bald entscheiden, wie der Nachfolge-Motor ab 2031 aussieht, könnte Toyota aber den nächsten Schritt in Richtung F1-Comeback machen.
Die Thematik ist sensibel, weil Haas großer Ferrari-Kunde ist. Die US-Amerikaner kaufen nicht nur Motor und Getriebe in Maranello ein, sondern auch alle weiteren Komponenten, die das Reglement erlaubt.
Die Aussagen von Toyota-Chef Toyoda deuten aber durchaus auf größere Pläne hin. "Die Zeit ist gekommen, dass die nächste Generation ihre ersten Schritte auf der Weltbühne macht", sagte der Konzernboss.
Toyota und die Formel 1: Holprige Vergangenheit
Die Japaner waren bereits von 2002 bis 2009 in der Formel 1, waren aber kaum erfolgreich und stiegen als Folge der globalen Finanzkrise aus. Gebaut und entwickelt wurden die Autos damals in Köln, wo heute die WEC-Boliden entstehen und bis 2023 McLaren noch den Windkanal für das Formel-1-Auto nutzte. Derzeit entwickelt Neueinsteiger Cadillac sein erstes F1-Auto im Toyota-Windkanal.



diese Formel 1 Nachricht