Nach seinem fulminanten Sieg in Monaco überließ Formel-1-Wunderkind Kimi Antonelli am Freitag in Barcelona erst Fred Vesti seinen Mercedes, dann George Russell die Favoritenrolle. Der WM-Leader saß das 1. Training für den Silberpfeil-Junior aus und fand am Nachmittag nicht den Anschluss an seinen Teamkollegen. Der große Rückstand versetzt den Italiener allerdings nicht in Panik. Longrun-Pace passt, Plan für den Samstag steht schon.

"Es war ein langer Tag", konstatiert Kimi Antonelli, obwohl er heute nur eine der beiden 60-minütigen Trainingssessions auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya absolvierte. Am Mittag hatte er für Mercedes-Entwicklungsfahrer Fred Vesti aussitzen müssen. Im FP2 sprang dann nur P5 heraus, eine volle halbe Sekunde hinter Spitzenreiter Lando Norris und dem zweitplatzierten George Russell.

"Auf eine Runde habe ich mich etwas schwergetan, aber ich habe schon eine Idee, was ich ändern muss und was ich Bono sagen muss, um das Auto anzupassen", hat er für seinen Renningenieur Peter Bonnington bereits den richtigen Plan. Mit Blick auf das Rennen macht er sich derzeit ohnehin keine Sorgen. "Die Longruns im Training waren ziemlich gut. Das ist das Positive."

Kimi Antonelli kämpft in heißem Formel-1-Training mit Soft-Reifen

In Monaco konnten die Fahrer auf dem weichen Reifen (C5) in den Trainings noch nach zehn Runden persönliche Bestzeiten fahren. Pirelli stellt für das siebte Rennwochenende des Jahres in Spanien die Mischungen C2 (Hard), C3 (Medium) und C4 (Soft) zur Verfügung. In Barcelona ist die Belastung aufgrund des Layouts jedoch ungleich höher. Und bei 30 Grad Celsius Außen- und 50 Grad Asphalttemperatur läuft es hier aufs krasse Gegenteil hinaus.

"Auf eine Runde ist es echt knifflig, weil das Fenster so klein ist. Der Reifen überhitzt stark. Du musst einfach die beste Balance finden, aber mit nur einer Runde pro Reifensatz ist das immer schwierig. Letztendlich liegt also doch noch viel Arbeit vor uns", erklärt Antonelli, der sich aus fünf Zehntelsekunden Rückstand trotzdem nichts macht: "Ich bin für morgen zuversichtlich und freue mich auf die Änderungen, die wir vornehmen werden."

Kimi Antonelli rechnet mir Russell-Revanche in Barcelona

Das Kommando übernahm am Freitag zunächst sein zuletzt sein strauchelnder Teamkollege George Russell. Der Brite fuhr im FP1 die Bestzeit und musste sich in der zweiten Session gegenüber Norris nur um 0,009 Sekunden geschlagen geben. Nach fünf Siegen in Folge spürt Antonelli, dass es diesmal besonders eng werden könnte: "George wird sehr schnell sein und McLaren ist auch dabei. Wir müssen versuchen, für das dritte Training so bereit wie möglich zu sein, und dann ein gutes Qualifying haben."

Für George Russell waren die beiden Sitzungen in Barcelona nach seinem Monaco-Ausrutscher die Rückkehr zur Normalität. "Nach unserer jüngsten Pechsträhne war es wichtig, dieses Wochenende auf dem richtigen Fuß zu beginnen, und genau das ist uns gelungen. Das Auto fühlte sich in beiden Sessions gut an und war vor allem konstant", sagt der 28-Jährige.

Seit dem Auftakt in Melbourne hat er keinen Grand Prix mehr gewonnen. In Barcelona erwartet er aber nicht nur Gegenwehr von McLaren und vom Teamkollegen. "Die Longruns im FP2 haben gezeigt, dass wir auch von Ferrari und Red Bull einen harten Kampf erwarten können", so Russell. "Es gibt noch ein paar Bereiche, an denen wir feilen müssen, aber wir haben eine gute Basis, auf der wir über Nacht aufbauen können. Kleine Verbesserungen werden wahrscheinlich einen großen Unterschied machen."