Während bei Alpine die Entscheidung über die Korrektur des Monaco-Ergebnisses gefeiert wird, fällt die Reaktion bei Mercedes, McLaren und Red Bull Racing konträr aus. Immerhin kassierten auch Lewis Hamilton, George Russell, Franco Colapinto und Oscar Piastri eine Fünf-Sekunden-Strafe für dasselbe Vergehen - und auch die Überschreitung von 60,1 km/h fiel identisch aus.
Der einzige Unterschied: Sie büßten ihre Strafen bereits während des Formel 1-Rennens ab. Gasly wurde hingegen erst nach dem Rennen wegen des Überschreitens der Boxengeschwindigkeitsbegrenzung mit zwei Fünf-Sekunden-Strafen belegt. Nachdem nun feststeht, dass alle Piloten Opfer des Messverfahrens waren, wägen McLaren und Red Bull bereits ihre Optionen ab. Konkret handelt es sich im ersten Schritt um eine "intention to appeal".
McLaren & Red Bull kündigen Protest an
Das heißt, McLaren und Red Bull haben bei der FIA lediglich die Absicht angekündigt, Protest einzulegen. Offiziell hat man diesen noch nicht eingelegt. Durch die Absichtserklärung hat man sich zunächst einmal etwas Zeit verschafft, um keine Frist zu verpassen. Im offiziellen FIA-Dokument ist entsprechend die Notiz enthalten: "Vorbehaltlich etwaiger Einlegungserklärungen des McLaren Mastercard F1 Teams und von Oracle Red Bull Racing".
Auf Nachfrage erfuhr Motorsport-Magazin.com , dass Mercedes-Teamchef Toto Wolff bereits mit seinen Anwälten spricht. "Wir müssen uns damit befassen, was wir für George tun können. Eine Durchfahrtsstrafe, wenn sie nicht am Ende verhängt worden wäre, entspricht 20 Sekunden Rennzeit. Was hätten 20 Sekunden Rennzeit für Georges Ergebnis bedeutet?" George Russell startete von Platz sechs in den Großen Preis von Monacoo und ging per Undercut bei seinem ersten Boxenstopp an Isack Hadjar vorbei.
Damit lag er auf Position vier - hinter seinem Teamkollegen Kimi Antonelli und dem Ferrari-Duo -, als er wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse die Fünf-Sekunden-Strafe bekam. Hinzukam, dass ihn die Mercedes-Crew bei seinem zweiten Stopp direkt abfertigten, ohne die fünf Sekunden abzuwarten. Damit handelte sich George Russell zusätzlich eine Durchfahrtsstrafe ein.
"George hatte ein schwieriges Qualifying, aber er hat sich wieder nach vorne gekämpft. Und klar ist: Ohne die Strafe - beziehungsweise wenn wir sie korrekt verbüßt hätten - wäre das Ergebnis seines Rennens völlig anders ausgefallen", erklärte Wolff in der Teamchef-Pressekonferenz am Freitag.
Immerhin in Barcelona läuft es für Russell besser. Zum Trainingsbericht:
Monaco-Ergebnis kippen? Das sagt Wolff zu den Chancen
Entsprechend prüft Mercedes, welche Abhilfemaßnahmen bei der FIA möglich sein könnten, um die Auswirkungen auf Russells Meisterschaftschancen zu berücksichtigen. Allerdings ist sich Wolff bewusst, dass man beim Zeitrahmen und rechtlichen Fragen eingeschränkt ist. Denn das 'Right of Review' (Recht auf Revision), das im Internationalen Sportkodex der FIA geregelt ist, kann nur bis zu 96 Stunden nach dem Rennen eingereicht werden.
Dieses Zeitfenster haben Mercedes und die Teams der anderen bestraften Fahrer verstreichen lassen. "Glauben wir, dass wir realistisch gesehen eine Chance haben, das Ergebnis zu kippen? Ich glaube nicht. Aber wir müssen es auf jeden Fall versuchen, wenn wir sehen, dass es auch nur den geringsten Funken einer Chance gibt, dies zu tun und George wieder auf den Platz zu bringen, den er vor unserer Fehlberechnung hatte", so Wolff. Laut Berechnung des Rennstalls wäre Russell ohne die Strafe und deren Folgen in Monaco Dritter oder Vierter geworden.



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