Die Bestzeit im 1. Freien Training zum Barcelona-Catalunya GP der Formel 1 geht an George Russell. Allerdings hatte der Brite deutlich weniger Konkurrenz als üblich: Neben Teamkollege und WM-Leader Kimi Antonelli mussten gleich sechs weitere Piloten ihre Cockpits für Nachwuchsfahrer räumen (mehr dazu im Abschnitt 'Die Rookies').
1:16,363 Minuten benötigte Russell für seine schnellste Runde um den Circuit de Barcelona-Catalunya. Wie alle Top-Zeiten wurde die Session-Bestzeit auf den Soft-Reifen erzielt, die 2026 in Barcelona eine Stufe weicher ausfallen als in der Vergangenheit. Hinter dem Mercedes-Piloten reihten sich Oscar Piastri im McLaren und Charles Leclerc im Ferrari ein.
Das Ergebnis: Zwei Zehntelsekunden lagen zwischen Russell und Piastri. Dahinter klaffte bereits eine ordentliche Lücke auf Leclerc. Dem Ferrari-Piloten fehlte bereits eine halbe Sekunde auf die Bestzeit. Max Verstappen kam im Red Bull mit knapp sieben Zehntel Rückstand auf Rang vier.
Stärkster Rookie wurde Leonardo Fornaroli im McLaren auf Rang fünf. Allerdings fuhr der Italiener sieben Zehntel langsamer als Teamkollege Piastri. Erstaunlich stark zeigte sich Paul Aron: Der Alpine-Junior, der an Audi verliehen wurde, belegte im Auto von Nico Hülkenberg Rang sechs. Liam Lawson, Dnio Beganovic, Arvid Lindblad und Franco Colapinto komplettierten die Top-10.
Die Zwischenfälle: Für die einzige Gelb-Phase sorgte Gabriel Bortoleto. Der Audi-Pilot bekam in Kurve 7 Übersteuern und musste mit hoher Geschwindigkeit durch das Kiesbett wieder zurück auf die Strecke ackern. "Ich verliere das Heck so oft, das Auto ist wirklich instabil", klagte er am Funk. Der Brasilianer war nicht der einzige, der mit seinem Dienstwagen haderte. "In der einen Kurve habe ich Untersteuern, in der anderen Übersteuern. Es ist grauenhaft", schimpfte Max Verstappen.
Was war am Donnerstag in Barcelona los? Christian erzählt es euch im Video:
Die Rookies: Weil die meisten Fahrer durch unzählige Formel-1-Tests den Circuit de Barcelona-Catalunya in- und auswendig kennen, nutzen die Teams das 1. Freien Training traditionell, um Rookies einzusetzen. Jedes Team muss laut Reglement insgesamt vier Trainingssessions pro Saison von einem Rookie absolvieren lassen. Sieben der elf Teams entschieden sich beim Barcelona-Training für einen Einsatz.
| Team | Rookie | statt |
|---|---|---|
| McLaren | Leonardo Fornaroli | Lando Norris |
| Mercedes | Fred Vesti | Kimi Antonelli |
| Red Bull | Ayumu Iwasa | Isack Hadjar |
| Ferrari | Dino Beganovic | Lewis Hamilton |
| Williams | Luke Browning | Alex Albon |
| Audi | Paul Aron | Nico Hülkenberg |
| Cadillac | Colton Herta | Sergio Perez |
Bitter lief es für Luke Browning, der im Williams keine einzige Runde absolvieren konnte. Als er zu Beginn der Session auf die Strecke gehen wollte, blieb er noch in der Boxengasse liegen und musste zurück in die Garage geschoben werden. Das Team machte einen Elektronik-Defekt als Ursache aus.
Die Technik: Die meisten Teams hatten für Barcelona nur kleinere Neuerungen im Gepäck. Die großen Pakete kamen schließlich schon nach den langen Pausen in Miami und Montreal. Nur Ferrari hat ein umfangreiches Update am Auto. Insgesamt acht größere Komponenten haben die Ferrari-Ingenieure überarbeitet: Frontflügel, Frontflügel-Endplatte, Nase, Unterboden, Floor-Board, Unterbodenkante, Diffusor und Seitenkasten.
Im 1. Training testete Dino Beganovic das Update, Leclerc fuhr mit dem alten Aero-Paket, um Referenzwerte zu sammeln. Das Update steht beiden Ferrari-Fahrern zur Verfügung. Leclerc testete nach langer Leidensgeschichte neues Bremsmaterial.
Das Wetter: Heiß! Mit 29,2 Grad Celsius Umgebungstemperatur wurde die 30-Grad-Marke noch nicht ganz geknackt. Auf dem Asphalt wurden fast 50 Grad gemessen. Das restliche Wochenende wird in Barcelona sogar noch ein leichter Temperaturanstieg erwartet.



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