Mit dem ersten traditionellen großen Rundkurs auf europäischem Boden beginnt für die Formel 1 die Zeit der Rookie-Gaststarts in den 1. Freien Trainings. Bei Audi führt das zu einem kleinen Kuriosum: Die F1-Neueinsteiger setzen für die nächsten zwei Rennen ausgerechnet einen Test- und Ersatzfahrer der Konkurrenz ins Auto.
Die Regeln in der Formel 1 seit mehreren Jahren schon alle Teams dazu verpflichten, viermal pro Jahr einen offiziellen Rookie (Fahrer mit maximal 2 GP-Starts) in einem Freitags-Training einzusetzen, und die meisten Teams nutzen hierfür meist Fahrer aus dem eigenen Nachwuchskader, oder Fahrer ohne F1-Erfahrung, die man für Simulator-Jobs verpflichtet hat.
Das noch junge Werksteam von Audi ist in diesem Bereich allerdings etwas dünn aufgestellt. Der erst zu Saisonbeginn etablierte Nachwuchskader beinhaltet momentan nur Emma Felbermayr (aktuell Gesamt-2. der F1 Academy) und Freddie Slater (Gesamt-3. der Formel 3) und damit noch niemanden, der schon bereit ist für ein F1-Training.
Audi holt sich Alpine-Ersatzfahrer Paul Aron für zwei Trainings
Stattdessen greift Audi zu einer ungewöhnlichen Alternative. Und setzt sowohl in Barcelona (statt Nico Hülkenberg) als auch in Österreich (statt Gabriel Bortoleto) für die ersten 60 Trainings-Minuten am Freitag den Alpine-Test- und Ersatzfahrer Paul Aron ins Auto. Besonders ungewöhnlich insofern, da Aron eigentlich für ein Team eines anderen Motorherstellers arbeitet.
Wenn Teams sich Fahrer teilen, dann üblicherweise nur innerhalb eines Motor-Universums. Zum einen sind manche Hersteller paranoid, was technische Geheimnisse angeht. Zum anderen ist es für den Fahrer mit den komplexen Hybrid-Motoren gar nicht einfach, einfach mal in das Cockpit eines anderen Teams zu springen. Beide Aspekte sind mit den neuen Motor-Regeln von 2026 nur noch akuter geworden.
Aron muss so für seine zwei Trainingseinsätze ausreichend technische Eigenheiten des Audi lernen. Nur um dann sogar direkt nach FP1 wieder das Alpine-Shirt anzuziehen und in die Nachbargarage zu wechseln, um den Rest des Wochenendes seinen Alpine-Pflichten als Test- und Ersatzfahrer nachzukommen.
Tatsächlich ist Aron das aber schon gewohnt, denn er tat es auch letztes Jahr. Da fuhr er zwei Freitags-Trainings für Audis Vorgänger-Team Sauber, damals noch mit Ferrari unterwegs. Später im Jahr absolvierte er drei Trainings im Alpine. Ohnehin gilt Aron, der F2-Dritte von 2024, als durchaus fähiger Rennfahrer.
Red Bull setzt in Barcelona Ayumu Iwasa ins Auto
Am Mittwoch kamen außerdem noch mehr Ankündigungen von Freitags-Fahrern. Red Bull bestätigte, dass Testfahrer Ayumu Iwasa im 1. Training das Auto von Isack Hadjar übernehmen wird. Für Iwasa ist es wie für Aron schon das sechste Freitags-Training. Bei ihm kamen alle im Red-Bull-Kosmos. Eines beim Hauptteam, vier bei den Racing Bulls.
Am Dienstag hatten schon Mercedes (Fred Vesti), McLaren (Leonardo Fornaroli), Cadillac (Colton Herta) und Williams (Luke Browning) ebenso Freitags-Fahrer in Barcelona bestätigt. Aktuell sind also nur 16 Stammfahrer in FP1 zu erwarten. Dass es in Barcelona so kommt, ist nicht überraschend. Die Strecke ist fast allen schon in den aktuellen Autos bekannt, da hier eine Woche lang Wintertests stattfanden. Da verzichtet es sich als Stammfahrer leichter auf eines von drei Trainings.
| Team | Fahrer | FP1 (ersetzt) |
|---|---|---|
| McLaren | Leonardo Fornaroli | Barcelona (Norris) |
| Mercedes | Fred Vesti | Barcelona (Antonelli) |
| Red Bull | Ayumu Iwasa | Barcelona (Hadjar) |
| Ferrari | ||
| Williams | Luke Browning | Barcelona (Albon) |
| Luke Browning | Österreich (Sainz) | |
| Racing Bulls | ||
| Arvid Lindblad | (selbst Rookie) | |
| Aston Martin | Jak Crawford | Japan (Alonso) |
| Haas | ||
| Audi | Paul Aron | Barcelona (Hülkenberg) |
| Paul Aron | Österreich (Bortoleto) | |
| Alpine | ||
| Cadillac | Colton Herta | Barcelona (Perez) |
| Colton Herta | TBA | |
| Colton Herta | TBA | |
| Colton Herta | TBA |



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