Formel 1-Neueinsteiger Cadillac holt beim prestigeträchtigen Monaco Grand Prix die ersten WM-Punkte. Was wäre das für eine Schlagzeile gewesen? Doch dazu kam es nicht! "Das ist ein Triple-No-Go gewesen", urteilte Christian Danner und spielte dabei auf die drei Strafen an, die Sergio Pérez in Monaco für drei unterschiedliche Startvergehen kassierte: Einen falschen Probestart, eine komplett falsche Startposition und ein schlechtes Einparken beim Restart.

Bekanntlich gelten in Monaco andere Gesetze – das gilt auch für den Probestart an der Boxenausfahrt. Im Gegensatz zu anderen Rennen ist dieser in Monaco dort nicht erlaubt. Trotz seiner Erfahrung aus 287 GP-Starts schien Pérez das komplett vergessen zu haben und wegen des "Probestarts auf der Sichtungsrunde außerhalb des vorgegebenen Bereichs" prompt von den Stewards verwarnt.

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Monaco-Sonderregeln missachtet: "Wirklich saublöd"

"Das ist eigentlich nicht zu entschuldigen. Man kann nicht einmal sagen: 'Dumm gelaufen', denn das ist schon wirklich saublöd", fand Danner deutliche Worte. Den nächsten Anfängerfehler leistete sich Sergio Perez vor dem Start in den Grand Prix. Gabriel Bortoleto, der sich ursprünglich für Startplatz 16 qualifiziert hatte, musste aus der Boxengasse dem Feld hinterherjagen. Damit wäre sein Platz in der Startaufstellung eigentlich leer geblieben. Damit wäre sein Platz in der Startaufstellung eigentlich leer geblieben, wodurch Pérez, der als 18. direkt hinter Bortoleto gestanden hätte, einen Vorteil gehabt hätte.

Doch der Cadillac-Pilot stellte sich fälschlicherweise nicht auf seine eigene Startposition, sondern auf die von Bortoleto. Für Danner gehört es zu GP-Vorbereitung eines Fahrers dazu, sich seine Startposition vorab genau anzusehen. In seiner aktiven Karriere hat er das immer gemacht. "Ich bin zu Fuß hingelaufen und habe mir alles angeschaut. Ich habe geschaut, wie die Strecke da ausschaut, wie die anderen stehen usw. [...] Wenn dann der Stress hochkocht und man in die Startaufstellung fährt, sollte man das zumindest so abgespeichert haben, wie es abgespeichert gehört."

Die Stewards bestraften den Fauxpas folgerichtig mit einer Durchfahrtsstrafe. Besonders bitter: Zu diesem Zeitpunkt lag Pérez absolut konkurrenzfähig im Mittelfeld. Bereits über das gesamte Monaco-Wochenende hinweg zeigte der Mexikaner eine starke Pace und ließ seinen Cadillac-Teamkollegen Valtteri Bottas nicht den Hauch einer Chance. Dass er diese tolle sportliche Leistung so leichtfertig wegwarf, hinterließ auch im MSM-Fahrer-Ranking seine Spuren. Hier gibt's das komplette Ranking:

Danner über Peréz: Hätte ihm Rieseneinlauf verpasst

Auch beim Restart in der Schlussphase des Rennens zeigte Pérez eine starke Leistung: Er überholte Franco Colapinto und profitierte zudem von der Kollision zwischen Carlos Sainz und Nico Hülkenberg, bei der auch Fernando Alonso ausgebremst wurde. Anschließend konnte Pérez einen Sicherheitspolster herausfahren und überquerte als Zehnter die Linie. Doch das dicke Ende folgte weniger als zwei Stunden nach dem Fallen der schwarz-weiß-karierten Flagge: Die Stewards brummten Pérez eine nachträgliche 10-Sekunden-Zeitstrafe auf.

Der Grund: Beim stehenden Restart stand er außerhalb seiner Box. Auf den Kamerabildern war eindeutig zu sehen, dass sich der rechte Vorderreifen des Cadillacs außerhalb der Startbox befand. Seine Verteidigung, dass ihm das "keinen Vorteil" gebracht habe, ließ man nicht gelten. Regeln sind Regeln – das sieht auch Danner so. Wäre er an der Stelle von Cadillac-Teamchef Graeme Lowdon, wüsste er genau, wie das Briefing nach dem GP ausgefallen wäre.

"Ich hätte ihn ordentlich bei den Hammelbeinen gepackt und hätte ihm einen Rieseneinlauf verpasst", stellte Danner klar. "Den Punkt, den er da verpasst hat, ist für die amerikanische Öffentlichkeit und das politische Standing des Teams wahnsinnig wichtig. Und dann macht er drei Anfängerfehler. Also dafür ein paar Millionen Dollar Gehalt zu kriegen, ist meiner Ansicht nach ein bisschen dreist."

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