Es war fast schon zu schön, um wahr zu sein. Beim letzten Restart beim Monaco-GP lief für Sergio Perez alles wie gemalt. Im Trubel im langen Zug hinter einem bewusst langsam fahrenden George Russell kam er zunächst an Franco Colapinto vorbei, kassierte dann in der Haarnadel rund um die Kollision zwischen Hülkenberg und Sainz zwei Positionen zum Nulltarif und profitierte schließlich auch noch von der bereits zuvor feststehenden Durchfahrtsstrafe von Russell.
Plötzlich lag der Cadillac auf P10, als kurz nach der Zieldurchfahrt die Strafe von Hülkenberg bekanntgegeben wurde. Für die Neueinsteiger ein Meilenstein: Die ersten Punkte in der Formel 1… hätten es werden können. Denn anstatt zu feiern, musste Perez anschließend direkt zu den Stewards und etwa zwei Stunden nach dem Rennen war es offiziell, dass der Mexikaner eine 10-Sekunden-Strafe erhält. Keine Punkte, also.
Bitterer Fehler: Deshalb kassierte Sergio Perez eine Strafe
Bevor die Strafe feststand, wollte sich Perez durch diese Untersuchung aber nicht die Laune verderben lassen. "Wir sind auf der Strecke Zehnter geworden […]. Das ist es, worauf es ankommt", feierte er das Ergebnis. Wohl ahnend, dass P10 nicht von Dauer sein würde. Denn Perez war nicht unschuldig an der Strafe, die ihm letztendlich den Zähler kostete.
Beim stehenden Restart kurz vor Schluss rollte Perez leicht nach vorne, als er den Gang einlegte. Die Stewards waren nach Sichtung des Videomaterials deshalb überzeugt davon, dass er mit dem rechten Vorderrad außerhalb der Startbox stand. Perez teilte diese Überzeugung naturgemäß nicht, und verwies nach dem Treffen mit den Stewards nur darauf, dass es je nach Perspektive anders aussehe.
Ex-Monaco-Sieger startet gleich dreimal illegal
Die 10-Sekunden-Strafe, welche auf sein Rennergebnis addiert wurde, warf Perez auf den 15. Platz zurück. Es war sogar die zweite Bestrafung, welche der Monaco-Sieger von 2022 ausfasste. Denn schon beim ersten Start hatte er sich eine Durchfahrtsstrafe eingehandelt. Über diese gab es jedoch gar nichts zu diskutieren. Die Startposition vor Perez war frei geblieben, da Gabriel Bortoleto nach einem Defekt aus der Boxengasse ins Rennen ging.
Darauf vergaß der Cadillac-Fahrer aber offensichtlich und nahm diese nach der Einführungsrunde ein. Er startete also de-facto von P16 anstatt von P18. Zuvor hatte er bereits einen Probestart vor den Sichtungsrunden an einer falschen Stelle durchgeführt. Dafür setzte es eine Verwarnung von den Stewards.
Die Durchfahrtsstrafe und der Probestart waren letztendlich aufgrund des chaotischen letzten Restarts irrelevant, peinlich waren die Fehler trotzdem. Es war aber noch eine verhältnismäßig kleine Sorge für ein Rennen, in dem Perez permanent seine Bremsen managen musste, um diese nicht zu verlieren. "Es war sehr schwierig da draußen mit den Vibrationen, mit den Bremsen, mit dem Motor. Wir dachten an einem Punkt darüber nach, aufzugeben."
Viel Lift and Coast war notwendig, um die Bremsen nicht zu überhitzen, so wie es bei Perez im Training passiert war, und schließlich auch bei Teamkollege Valtteri Bottas im Rennen. Außerdem musste Perez die Power Unit stark managen. "Es war ein sehr schwieriger Nachmittag. Wir hatten viele Probleme da draußen", so Perez.
Umso mehr betonte er, dass so ein Rennen das Team besonders zusammenschweiße. Bevor die nachträgliche Strafe offiziell wurde, freute er sich noch: "Es ist unglaublich, dass wir nicht wegen der Pace des Autos den Punkt holten, sondern nur aus purem Charakter heraus. Das ist etwas, das ich sehr am Team schätze, dass es sehr viel Charakter hat."
Keine Strafe erhielt hingegen Isack Hadjar, und das nachdem gleich zweimal gegen den Red-Bull-Piloten eine Untersuchung durchgeführt wurde. So kam es zu den Freisprüchen:



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