Isack Hadjar war am Formel-1-Sonntag in Monaco die letzte Hoffnung von Red Bull. Nachdem Max Verstappen schon am Start den technischen K.o. erlitten hatte, zeigte der Franzose im Verfolgerfeld all seinen Kampfgeist. Ebenfalls von der Technik geplagt, lieferte er sich ein langes Duell mit Verfolger George Russell. Nach dem chaotischen Finish reichte es mit dem Quäntchen Glück zum zweiten Podium seiner F1-Karriere. Erst profitierte er von den Strafen der Konkurrenz, dann entging er selbst sogar zweimal dem langen Arm des Gesetzes.
Von Startplatz fünf musste sich Isack Hadjar schon nach wenigen Runden mit dem Gedanken anfreunden, wie sein Teamkollege vorzeitig Feierabend zu machen. "Ich hatte schon nach zwölf Runden oder so Probleme mit der Fahrbarkeit. Es war unfahrbar, und besonders hier in Monaco kannst du nicht einfach den ersten oder zweiten Gang überspringen, und genau da lag mein Problem", erklärt der 21-Jährige.
Auf Platz vier liegend und mit George Russell im Nacken, verlor er zu diesem Zeitpunkt etwa zwei Sekunden pro Runde gegenüber dem in Führung liegenden Kimi Antonelli. Am Funk fand das Team keine Lösung, bei den Boxenstopps fiel er hinter den Mercedes-Fahrer zurück. Das Safety Car nach dem Unfall von Lance Stroll in Runde 60 änderte dann alles. Bei den Pitstops ging er wieder an Russell vorbei und war Vierter. Andererseits fing er sich dabei auch schon die erste Untersuchung ein, weil er während der Neutralisierung womöglich mehr als zehn Fahrzeuglängen hatte abreißen lassen.
Isack Hadjar und Red Bull in Monaco vom Glück geküsst
Beim stehenden Neustart nach der Unterbrechung aufgrund des Crashes von Charles Leclerc stand er auf Startplatz drei, hatte jedoch schlechte Karten. "Mir fehlte Motorleistung, auch beim Restart. Ich habe in die Kurven noch nie zuvor so reingehalten", so Hadjar, der gleich von Russell und auch Pierre Gasly kassiert wurde und auf Platz fünf zurückfiel. Sein Glück: beide hatten ihrerseits schon Dreck am stecken, Russell mit einer Durchfahrtsstrafe und Gasly mit zwei 5-Sekunden-Strafen.
Im Ziel auf der Strecke nur auf P4, profitierte er von Gaslys Bestrafung und erbte P3. Während der roten Flagge wurde Red Bull jedoch verdächtig, regelwidrig am Auto gearbeitet zu haben. Erst zwei Stunden später durfte Hadjar aufatmen. Sein Abstand unter Safety Car war innerhalb der Toleranz, und auch für das vermeintliche Vergehen während der Unterbrechung wurde das Team freigesprochen.
"Die Rennkommissare hörten die Aussagen der Teamvertreter und des technischen Delegierten der FIA an und prüften das Bildmaterial. Dem Team wurde vorgeworfen, versucht zu haben, Zündkerzen/Zündspulen zu wechseln. Dieser Wechsel wurde jedoch nicht durchgeführt; das Fahrzeug startete in demselben Zustand, in dem es in die Box eingefahren war; daher werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen", heißt es im Urteil der FIA.
Zweites Formel-1-Podium für Isack Hadjar
Isack Hadjar gelangte damit unverhofft zu seinem zweiten Formel-1-Podium nach seinem Meisterstück 2025 mit Racing Bulls in Zandvoort. "Ich bin damals ein perfektes Rennen gefahren, aber dieses Wochenende war ein ganz anderes Szenario. Mir fehlte komplett das Vertrauen ins Auto, und Vertrauen ist das was du hier brauchst. Ich habe mich gestern wirklich reingehängt, habe alles ausgeblendet und das hat mir heute diese Startposition und das Ergebnis beschert", erklärt er.
Am Freitag war er mit einem Unfall im FP1 ins Wochenende gestartet, der nicht spurlos an ihm vorübergegangen war. "Ich habe das Wochenende auf die schlechteste Weise begonnen, und hier auf dieser Strecke willst du eigentlich jede Runde haben, um Vertrauen aufzubauen", sagt er. "Ich habe mich durchgebissen, war wieder konkurrenzfähig und habe mir heute im Rennen diese Chance gegeben. Ich wünschte nur, das Rennen wäre einfacher gewesen. Ich hatte so viele Probleme mit dem Auto und an einem Punkt war ich mir sicher, dieses Wochenende nicht einmal Punkte zu bekommen."


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