Gene Francis Haas wurde am 12. November 1952 in Youngstown, Ohio geboren und wuchs im 'industriellen Herz von Nordamerikas' auf. Der Weg zum amerikanischen König der Industrie wurde ihm also fast schon in die Wiege gelegt.
Haas Automation wird gegründet
Im Jahr 1975 graduierte er von der California State University mit einem Bachelor of Science in Rechnungswesen und Finanzen. Drei Jahre später gründete er mit 'Proturn Engineering' bereits sein ersten eigenes Unternehmen mit zwei weiteren Mitarbeitern. Er selbst arbeitete dort als Maschinist und CNC-Programmierer. 1983 entwickelte er den 'Haas-5C'. Dieser Indexer half ihm und seinen Mitarbeitern dabei, Prozesse schneller und automatisch ausführen zu können.
Automatisch ist ein gutes Stichwort, denn fünf Jahre später wurde Haas Automation gegründet. Da die Reaktionen auf den automatischen Indexer so positiv ausfielen, entschied Haas ihn über seine Firma in Massen zu produzieren. Der HBI-5C war ein voller Kassenschlager, weil er programmierbar und leistbar war. Auch das US-Patent für die Innovation ließ nicht lange auf sich warten.
Heute ist Haas Automation Nordamerikas größter Fabrikanten für Maschinenbauteile und hat Umsatzwerte von über 1 Milliarde US-Dollar. Kein Wunder, dass der ursprüngliche Hauptsitz in Chatsworth irgendwann zu klein wurden. Seit 1997 sitzt Haas Automation in Oxnard, Kalifornien. Die einzige Veränderung dort war die Expansion von 420,000 m2 auf 1,000,000 m2 Grund (Stand 2005).
Haas wagt den Schritt in den Motorsport
Erst 2002 kam der Einstieg in den Motorsport. Mit Haas CNC Racing stieg Gene Haas in die NASCAR Sprint Cup Serie und in die NASCAR Xfinity Serie ein. Nach dem Kauf der Craftsman Truck-Rennanlage von Hendrick Motorsports begann Haas mit der Arbeit an seinem ersten Ein-Fahrzeug-Team für die NASCAR Cup Serie, die damals noch besser als die Winston Cup Serie bekannt war.

Der erste Start des Teams erfolgte am 30. September 2002 mit dem Fahrer Jack Sprague. Darauf folgten im selben Jahr noch zwei weitere. 2004 folgte dann der erste Rennsieg in der damaligen Busch Serie durch Jason Leffler.
2006 verlegte das Team seinen Sitz in eine neue, hochmoderne Anlage in Kannapolis, North Carolina und stellte ein Vollzeit-Zweifahrzeug-Team in der Cup Serie auf. Zwei Jahre später kam der Zusammenschluss mit dem Fahrer Tony Stewart, der für Haas Rennen fuhr und 50% Anteil am Rennstall erhielt. 2011 kam für Steward-Haas Racing der Durchbruch in der Sprint Cup Meisterschaft und Stewart holte sich den Gesamtsieg, indem er 5 der 10 Rennen gewann. Den zweiten Titel holte sich Haas mit Kevin Harvick im Jahr 2014.
Die Xfinity-Teams wurden als Ausbildungsstätte für weitere Fahrer und Teammitglieder genutzt. 2024 löste sich Steward-Haas Racing auf und Gene Haas eröffnete 2025 das Haas Factory Team, das vollständig ihm gehört.
Die Formel 1 braucht ein amerikanisches Team
2014 wurde auch das Projekt Formel 1 in die Wege geleitet. Bereits im April desselben Jahres hatte Haas die FIA-Lizenz zur Teilnahme, doch der Einstieg wurde auf 2016 verschoben. In diesem Jahr stand das Haas F1 Team aber wirklich erstmals am Grid der Formel 1 und war damit seit 30 Jahren der erste amerikanische Hersteller in der Königsklasse des Motorsports. Gleich in der Debütsaison beendeten sie die Saison auf Platz acht der Fahrerwertung.

Seit 2026 ist Haas nicht mehr der einzige amerikanische Hersteller im Feld. Auch Cadillac gesellt sich nun dazu. Die langjährige Erfahrung macht sich jedoch bezahlt, denn Haas kann sich weiterhin als das beste amerikanische Team in der Formel 1 betiteln.
Erfolgreiche und nicht so erfolgreiche Nebenerwerbe von Gene Haas
1999 gründete Haas die non-Profit Gene Haas Foundation, um die lokale, staatliche und internationale Gemeinschaften durch Zuschüsse an Wohltätigkeitsorganisationen, gemeinnützige Organisationen und andere philanthropische Stiftungen zu unterstützen. Die Stiftung erweiterte ihre Mission, indem sie Mitarbeiter im Bereich der Fertigung durch die Unterstützung von Ausbildungs-und Bildungsprogrammen fördert.
Weiters verleiht die Stiftung Stipendien, sponsert Einzel- und Teamwettbewerbe, die CNC-Fertigungstechnologien einsetzen und unterstützt CNC-Ausbildungsprogramme. 2022 stellte die Gene Haas Stiftung mehr als 27 Millionen US-Dollar an Zuschüssen bereit, wodurch die Gesamtdonation seit der Gründung mehr als 175 Millionen US-Dollar betrug.
Außerdem erhielt Haas den Roy Pinkerton Award verliehen. Viele Ingenieurhochschulen verfügen seinetwegen über CNC-Labore, die mit Maschinen ausgestattet sind, die er spendete.
Außerdem unterstützte er für zweijährige Colleges, indem er im April 2015 einen Zuschuss von 1 Million US-Dollar spendete, um einen Teil des Associate of Applied Science-Studienprogramm in Integrated Machining Technology zu finanzieren.
Doch nicht alle seine Vorhaben waren so nobel. Im Jahr 2006 wurde Haas aufgrund eines Verdachts auf Abgabe falscher Steuererklärungen, Zeugenbeeinflussung und Verschwörung festgenommen. Kurz bevor Haas' Fall vor Gericht kommen sollte, wurde jedoch eine Vergleichsvereinbarung erzielt, in der er sich schuldig bekennen würde.
Daraufhin wurde er zu zwei Jahren Gefängnis und einer Entschädigungszahlung von 75 Millionen Dollar verurteilt. 2008 wurde er inhaftiert, am 7. Mai 2009 jedoch schonwieder auf Bewährung entlassen. Insgesamt saß er 16 Monate seiner zweijährigen Haftstrafe ab.
