Die Motorsport-Welt dreht sich unermüdlich weiter. Vor nicht einmal einer Woche nahm Max Verstappen bei den 24h Nürburgring teil, jetzt bereitet er sich auf den Kanada GP vor. Sein Debüt auf der Nordschleife ist das Gesprächsthema im Formel-1-Fahrerlager – und natürlich auch der plötzliche Ausfall seines Teams knapp vier Stunden vor der Zielflagge. In Montreal steht Verstappen zum ersten Mal seit dem bitteren Ende vor den Medien. Wie blickt er auf sein erstes 24h-Rennen zurück?
"Insgesamt war es ein großartiges Wochenende", fasste der Red-Bull-Fahrer zusammen. "Ich habe es sehr genossen. Alles verlief gut, das Auto war in einem tollen Fenster, wir haben alles optimal durchgeführt. Leider ist es am Ende des Tages ein mechanischer Sport." Kurz nachdem Verstappen das Auto mit über 30 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten an seinen Teamkollegen Daniel Juncadella übergab, brach die Antriebswelle hinten rechts. Der #3 Mercedes-AMG GT3 brauchte umfangreiche Reparaturen, er kam erst für eine Ehrenrunde vor dem Zieleinlauf wieder auf die Strecke zurück.
Vom unglücklichen Aus will sich Verstappen aber nicht die schönen Seiten der Erfahrung verderben lassen: "Wir sind im Nassen gefahren, in wechselnden Bedingungen, zusammen mit meinen Teamkollegen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht." Die Freude war also dennoch groß. Darf sich die Nordschleife auf ein Comeback des vierfachen Weltmeisters freuen?
Max Verstappen will 24h Nürburgring gewinnen: Habe noch eine Rechnung offen!
"Es fühlt sich ein bisschen danach an, als hätte ich noch eine Rechnung offen", sagte Verstappen. "Ich will gewinnen, also will ich zurückkommen. Der Kalender muss es erlauben, aber es ist definitiv ein Rennen, das ich öfter fahren möchte." Das dürfte neben ganz Motorsport-Deutschland auch Maro Engel freuen. Der diesjährige Sieger auf dem Nürburgring kam nach dem Rennen gar nicht mehr aus dem Schwärmen über seinen Teamkollegen heraus. Mehr dazu hier:
"Außerhalb der Formel 1 gibt es viele Arten von Racing und diese stand schon lange auf meiner Liste. Wenn man sich Onboard-Aufnahmen ansieht, versteht man auch warum. Es ist brutal, aber sehr aufregend. Ich habe mich lange Zeit darauf vorbereitet und wir haben viel geschafft an diesem Wochenende. Das war richtig cool und das würde ich gerne noch öfter machen", führte Verstappen fort.
Der Termin für die 24h Nürburgring 2027 ist bereits bestätigt: Von 27. bis 30. Mai versammelt sich die Motorsport-Welt nächstes Jahr in der Eifel. Die Formel 1 hat noch keinen Kalender veröffentlicht. Sollten sich die Termine tatsächlich überschneiden, hätte Verstappen theoretisch die Möglichkeit, einen Grand Prix auszulassen. Das tat schon Fernando Alonso 2017. Er setzte den Monaco GP aus, um bei den Indy500 anzutreten.
Russell & Verstappen in einem Team? Die Nordschleifen-Pläne & Reaktionen der F1-Fahrer
Fast das gesamte F1-Feld hat bei der langen Hatz über die Nordschleife mitgefiebert. "Es war hart, das nicht zu verfolgen", sagte Pierre Gasly in der Pressekonferenz in Kanada. "Ich respektiere die Performance, die Hingabe. Ich würde das Rennen selbst gerne fahren."
"Ich habe fast mein ganzes Wochenende damit verbracht", gestand Gabriel Bortoleto. "Es ist ein unglaubliches Rennen, sehr herausfordernd. Ich würde es gerne in der Zukunft fahren, aber mein Fokus ist zurzeit voll auf der Formel 1." Auch Isack Hadjar hätte Interesse an einer Teilnahme. Er hat das Rennen aus der Onboard-Aufnahme seines Teamkollegen verfolgt: "Ich habe bis zwei Uhr nachts geschaut und bin dann aufgewacht, als er das Auto abstellen musste."
Verstappen könnte also bald nicht mehr der einzige F1-Fahrer sein, der die Nordschleife unsicher macht. Im Fahrerlager auf dem Nürburgring rankten sich Gerüchte um eine Teilnahme von Kimi Antonelli für 2027. Doch in Kanada wird ausgerechnet George Russell gefragt, ob er sich in einem Team mit seinem Erz-Rivalen sieht: "Sag niemals nie. Wer weiß? Max ist einer der Besten. Ich hätte Lust und würde die Chance nutzen, gegen einen der Besten anzutreten."
Etwas weniger Begeisterung brachte Lewis Hamilton der Idee entgegen. Er hat durch Verstappens Debüt nicht Lust auf die Nordschleife bekommen. "Ich liebe die Nordschleife, ich würde liebend gern irgendwann ein Auto dort fahren. Das Racing sieht fantastisch aus. Aber ich weiß nicht. Ich könnte, aber ich muss nicht", meinte er.
Lance Stroll sah sich lediglich die Highlights an, war aber mächtig beeindruckt von Verstappens Leistung: "Ich ziehe meinen Hut vor ihm. Er ist so talentiert, so schnell und mutig. Er hat verrückte Manöver mitten in der Nacht gemacht. Es macht Spaß anzusehen." In der Aprilpause nahm der Aston-Martin-Pilot selbst an einem GT3-Rennen im Rahmen der GT World Challenge Europe teil, hatte aber wenig Glück.
Fernando Alonso hat bereits zwei Gesamtsiege bei den 24h Le Mans hinter sich und kennt den Reiz der Langstrecke nur zu gut: "Es hat eine gewisse Magie. Du brauchst dieses unglaubliche Verkehrsmanagement, du musst das Auto und das Setup mit all diesen Fahrern teilen, dich auf sie verlassen. Du musst als Team arbeiten und obendrauf noch Glück haben. Das hat Max gefehlt. Ein 24h-Rennen ist nicht direkt. Es liegt nicht nur an dir, du brauchst ein paar Anläufe."



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