"Ich habe ihm gesagt, dass ich nur mit ihm arbeite. Sobald er aufhört, höre ich auch auf." Diese Aussage von Max Verstappen über seinen Renningenieur Gianpiero Lambiase ist mittlerweile fünf Jahre alt. Seit 2021 haben sich viele Dinge für den Niederländer geändert. Doch mit dem Wechsel seines langjährigen Vertrauten mit spätestens 2028 zu McLaren wird lautstark über einen Abschied seinerseits aus der Formel 1 spekuliert. Muss die Königsklasse um einen ihrer größten Namen bangen? Christian Danner fällt sein Urteil.
"Ich würde das nicht so dramatisch sehen", meinte der ehemalige Formel-1-Fahrer im AvD Motorsport-Magazin. "Ich würde nicht sagen, dass nur, weil der, mit dem ich gut klarkam, nicht mehr da ist, kann ich nicht mehr Formel 1 fahren." Dennoch ist sich der Experte bewusst, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Fahrer und Renningenieur so gut wie blind sein muss. Das beste Negativ-Beispiel der jüngsten Vergangenheit sind für ihn Lewis Hamilton und Riccardo Adami.
Mit seinem Wechsel zu Ferrari wurde Hamiton Adami zugeteilt, der davor schon Carlos Sainz und Sebastian Vettel betreute. In Sachen Kommunikation kamen die beiden nie auf einen grünen Zweig, die Lage war angespannt. Mit dem Saisonstart 2026 reagierte die Scuderia: Adami wurde zur Führung des Juniorteams befördert und Hamilton hat jetzt Carlo Santi im Ohr, der für Kimi Räikkönen verantwortlich war. Das sei aber laut allen Beteiligten nur eine Übergangslösung. Wer die Position dauerhaft übernimmt, ist bisher nicht bekannt.
Danner: Hätte einige meiner Renningenieure gerne auf den Mond geschossen!
"Das ist eine Beziehung, die muss wachsen. Da muss tiefes Verständnis füreinander da sein. Es muss sich ein fast intimes Verhältnis und ein ultimatives Vertrauen entwickeln", weiß Danner. Das auf einem Level, wie es zwischen Verstappen und Lambiase war, einfach zu rekreieren, sei schwierig. "Der Ingenieur ist für das Auto verantwortlich und das ganze Wochenende psychisch an der Seite des Fahrers. Das ist einer, der kämpft mit mir für meinen Erfolg", so der Experte.
Der ehemalige Formel-1-Pilot kennt die Wichtigkeit dieser Beziehung aus eigener Erfahrung. Er selbst hatte in seiner Zeit in der Königsklasse in den 1980ern einige hochqualifizierte Leute an seiner Seite, kam aber nicht immer prächtig mit ihnen aus. "Ich habe beides erlebt. Sehr gute Leute und ein paar, die ich am liebsten auf den Mond geschossen hätte", scherzte er.
Heute basieren die Entscheidungen auf den zigtausenden Daten, die während den Sessions gesammelt werden. Da müssen Renningenieure den Spagat schaffen zwischen dem, was die Daten sagen, und dem, was die Fahrer wollen. Gerade deshalb sei eine gute Kommunikation zwischen den beiden Parteien noch wichtiger. "Du brauchst den Richtigen, der kapiert, was der Fahrer von ihm will, und dann zusammen eine Lösung findet", so Danner.
Das ganze AvD Motorsport-Magazin gibt es hier. Ist Charles Leclerc unterbewertet? Hat Kimi Antonelli WM-Potenzial? Und wie bewertet Christian Danner die neuen Regeln? Einfach reinschauen!



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