Die Probleme des neuen Formel-1-Motors von Honda im Aston Martin waren in den ersten Monaten der neuen Saison geprägt von zwei zentralen Begriffen: Vibrationen und Batterie. Teilweise auch in direktem Zusammenhang, versteht sich, denn die massiven Vibrationen, welche der Verbrennungsmotor verursachte, zwangen mehrmals die Batterie in die Knie. Doch auch unabhängig davon blieb die Batterie eine anfällige Komponente.

Beim letzten Rennen in Miami wurden nun beide Problemstellen behoben. Das Thema Vibrationen hakten Fernando Alonso und Lance Stroll bereits dort ab, nachdem erstmals beide das Ziel erreicht hatten. Hondas Formel-1-Vertreter Shintaro Orihara stellte vor dem Kanada-GP nun klar, dass dasselbe für die Batterie gilt: "Wir haben einen guten Schritt in Bezug auf die Zuverlässigkeit hingelegt, und die Batterieprobleme sind jetzt verschwunden."

Batterie abgehakt: Honda und Aston Martin basteln am nächsten Problem

Nach diesen beiden Problemlösungen widmet man sich bei Honda nun den nächsten Baustellen. "Wir fokussieren uns nun auf das Energie-Management und auf die Fahrbarkeit", kündigte Orihara diese an. Vor allem beim zweiten Punkt sieht er das größte Verbesserungspotenzial in Bezug auf die Rundenzeit.

"Wir haben ein gutes Verständnis davon, was das Problem ist, welches die Fahrbarkeits-Probleme auslöst", sagte er. "Das Einzigartige in diesem Jahr ist, dass sich das Reglement in diesem Bereich ändert." Vor allem die Motorbremse verursacht Kopfzerbrechen, wie er erklärt: "In der Motorbrems-Phase ist die Motorlast hoch. Das macht im Einsatz einen ziemlich großen Unterschied verglichen mit letztem Jahr."

Dabei geht es um die Gangwechsel, vor allem um die Schaltvorgänge nach unten, wie Aston Martins Chief Trackside Officer Mike Krack ausführte: "Es ist aus verschiedenen Gründen viel komplizierter. Wir rekuperieren viel mehr", strich er hervor. Im Fokus steht dabei natürlich nicht nur der Motor, sondern vor allem das Getriebe.

Mit Aston Martins Wandel von einem Mercedes-Kundenteam hin zu einem Werkseinsatz von Honda baut die Mannschaft aus Silverstone inzwischen auch ihr eigenes Getriebe. Dass es dabei noch hapert, sei laut Krack also keine große Überraschung, zumal andere Teams ähnliche Probleme vorweisen: "Wir sehen quer durchs Feld viele Fahrer, die sich über das Schalten beschweren." Audi ist eines jener Teams, bei dem die Fahrbarkeit im Fokus steht und sehr harte Gangwechsel schon seit Monaten ein zentrales Thema sind.

Getriebe-Chaos bei Audi: Was sie uns verschweigen! (05:37 Min.)

Keine Flut an Formel-1-Updates: Aston Martin ändert nur Details

Sportliche Besserung ist bei Aston Martin derzeit trotz der ersten Problemlösungen noch nicht in Sicht. Während alle anderen Mannschaften bei dem Nordamerika-Doubleheader neue Pakete an die Strecke brachten, verzichten die Letzten der Konstrukteurs-WM in der Formel 1 auch weiterhin auf große Upgrades und konzentrieren sich auf langfristige Lösungen – angesichts des markanten Rückstands gegenüber dem Mittelfeld ein verständlicher Ansatz.

Details sollen für das Formel-1-Rennen in Kanada dennoch angepasst werden. "Es gibt Modifikationen am Auto, aber nicht jene Art von Modifikationen, die in einer langen Liste von Upgrades am Freitagmorgen bekanntgegeben werden", so Krack. Dabei bezieht er sich auf jene offizielle Liste der FIA, in welcher die Teams vor jedem Grand-Prix-Wochenende alle aerodynamisch relevanten Updates auflisten müssen. Was auch immer Aston Martin Neues in petto hat, verbirgt sich also unter der Oberfläche.

"Momentan geht es um diese Detailänderungen in verschiedenen Bereichen, die nicht so sichtbar sind, aber die uns helfen, uns zu verbessern", betont Krack. Wie viel Zeit durch diese zu holen ist, wisse er selbst nicht. Neue aerodynamische Komponenten sollen jedenfalls erst in den Sommermonaten ans Auto kommen. Wann genau, ist nicht bekannt.