Max Verstappen sucht immer wieder nach neuen Herausforderungen. Wenn die Formel 1 ihm einmal wieder nicht bekommt, taucht er in anderen Rennserien auf. Im Jahr 2026 tauschte er seinen Dienstwagen bereits mehrmals gegen GT-Autos, ob nun ein Ferrari bei einem NLS-Rennen, ein Mercedes bei den 24h Nürburgring oder ein Nissan bei einer SuperGT-Challenge. Nachdem sein letztes Heimrennen in Zandvoort ein kompletter Reinfall war, wird diese Liste in wenigen Wochen um einen Punkt länger.

Ferrari-Blindflug! Hamilton als Versuchskaninchen? - Zandvoort Tops & Flops (42:36 Min.)

Drei Tage nach dem Spanien Grand Prix in Madrid scheut Red Bull keine Kosten und Mühen: Der Energydrink-Konzern, bekannt für seine oft verrückten Marketing-Strategien und Sport-Challenges, veranstaltet am 16. September in Großbritannien das größte Kartrennen der Welt. Sage und schreibe 100 Fahrer treten dabei gegeneinander an - aber vor allem gegen Max Verstappen.

Für "Max vs. 100" lädt Red Bull alle möglichen Persönlichkeiten aus jeder Ecke ihres Talentepools ein: Von Sportlern über Influencer und Berühmtheiten bis hin zu ganz normalen Fans versuchen alle auf einer in Silverstone eigens dafür gebauten Kartbahn, den vierfachen Weltmeister hinter sich zu halten. Der wird nämlich als Schlusslicht starten und hat die Aufgabe, sich durchs Feld zu pflügen.

100 Amateure gegen Ex-Kart-Weltmeister Verstappen

"100 Karts sind ganz schön viel", meint der Niederländer im Hinblick auf die Challenge. "Es wird darauf ankommen, Geduld zu haben und so schnell wie möglich nach vorne zu kommen. Das wird der Schlüssel sein." Die größte Herausforderung wird das Abschätzen des Grips werden, vermutet er. "Aber ich habe so viele Jahre im Kartsport verbracht, da kommst du schnell wieder rein", freut sich der Red-Bull-Fahrer auf eine Rückkehr zu seinen Wurzeln.

Wie etwa alle Motorsport-Stars begann auch Verstappen seine Karriere im Kartsport. Seine Erfolge in den kleinen Fahrzeugen sind beinahe auf einem Level mit seinen Errungenschaften in der Formel 1. Er startete im Alter von vier Jahren, ab 2005 nahm er an Rennen teil und gewann fast jede Klasse auf Anhieb. Nach fünf Jahren in niederländisch-belgischen Serien wechselte er 2010 auf die internationale Bühne. 2013 wurde er Kart-Weltmeister und zweifacher Kart-Europameister, bevor er in den Formelsport wechselte.

"Es gibt noch immer viel zu holen im Kartsport", meint Verstappen. "Vielleicht, wenn wir in zehn Jahren auf dieses Event zurückblicken, werden wir jemanden sehen, der es in den Motorsport oder sogar in die Formel 1 geschafft hat. Das wäre eine ganz witzige Geschichte."

Testfahrer rät Verstappen für Challenge: "Einfach voll reinhalten!"

"Ich freue mich bereits darauf, das Gemetzel vor mir zu sehen", lacht Verstappen. Denn anders als der F1-Fahrer haben seine Gegner keinen langen Motorsport-Lebenslauf vorzuweisen. In den 100 Karts vor ihm sitzen unter anderem Extremläufer Arda Saatçi, Basketballer Chris Matthews und Freestyle-Mountainbiker Matt Jones sowie die Streamer TheGrefg, Caedrel und TheDonato.

Aber auch 100 von Amateuren gefahrene Karts sind immer noch 100 Karts und damit etwa das Vierfache eines durchschnittlichen Starterfelds. Red Bull veranstaltete kürzlich einen Testlauf mit der Hälfte. Sebastian Job, zweifacher iRacing-Weltmeister und F1-Sim-Tester für das Bullen-Team, war Verstappen-Ersatz. Sein Resümee: "100 Karts zu überholen, wird extrem schwierig. Heute haben wir es mit 50 probiert und das war in der gegebenen Zeit schon eine Herausforderung. Er [Verstappen, Anm. d. Red.] hat alle Hände voll zu tun."

Der Brite, der Verstappen 2022 mit reichlich Setup-Arbeit am Simulator in Milton Keynes zu seinem Zandvoort-Sieg verhalf, rät den Herausforderern nach dem Testrennen: "Bekämpft euch nicht gegenseitig, damit haltet ihr euch nur auf. Das hilft ihnen nicht." Sein Tipp für den Einzelkämpfer? "Einfach voll reinhalten. So wie er das immer macht. Ich glaube, er braucht von mir keinen Ratschlag fürs Überholen."

Kart-Fahrer in Silverstone
Doppelt so vielen Kart-Fahrern muss sich Verstappen stellen, Foto: Joerg Mitter / Red Bull Content Pool

Strecke in Silverstone auf Verstappen zugeschnitten

Der Testlauf wurde vor allem veranstaltet, um das Layout der Bahn zu testen. Die Strecke wurde in Silverstone teilweise extra für die Veranstaltung gebaut. "Noch nie wurde ein Kurs für 100 Fahrer gleichzeitig gebaut", so David Terrien. Der französische Rennfahrer und ehemalige Kart-Weltmeister designte nicht nur die Bahn für das Rekord-Rennen, sondern wird am 16. September auch Renndirektor sein.

"Weil die Strecke temporär ist, hatten wir viele Freiheiten mit dem Design", erklärt der Franzose. "Wir haben einige technische Bereiche eingebaut, nicht um Max zu bevorzugen, sondern um seine Fähigkeiten hervorzuheben." Das Layout soll ein Mix aus dem schnellen Teil der bereits vorhandenen Kart-Bahn beim Silverstone Circuit und einem langsameren, kreativeren Part sein. Das Kartrennen wird am 16. September live bei Disney+ gestreamt.

Beim Fahrer-Ranking von Zandvoort kommt Max Verstappen nicht gut weg: Er muss sich nach seinem Fahrfehler am Ende des Felds mit einer Vier zufriedengeben. Die Begründung und alle anderen Noten findet ihr im folgenden Artikel