Bei Mercedes gab es während des Niederlande-GP eine Teamorder - bei Ferrari nicht. Das könnte Lewis Hamilton ein Podium und wertvolle Punkte im Kampf um die Fahrer-Weltmeisterschaft gekostet haben. Mercedes hingegen reagierte schnell, als Kimi Antonelli mit frischeren Reifen auf Teamkollege George Russell auflief.
Welche Herangehensweise ist sinnvoller? Da hat Formel-1-Experte Christian Danner eine klare Meinung. "So wie das von Mercedes ausgeführt wurde, muss man einfach nur sagen: So geht das, wenn man Weltmeister werden will", so Danner im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.
Danner zu Ferrari: So kriegst du keine Ordnung in den Zirkus
Bei Ferrari ist für Danner hingegen klar: "So kriegst du keine Ordnung in den Zirkus!" Denn sowohl Lewis Hamilton als auch Charles Leclerc waren per Funk mit dem Team unzufrieden. Hamilton verlor zwei entscheidende Sekunden hinter dem langsamer fahrenden Leclerc. Der wiederum verstand seine Strategie nicht. "Was man bei Ferrari meiner Ansicht nach völlig falsch handhabt, ist, dass es keine klare Ansage vom Chef gibt."
Die scheint es bei Mercedes von Toto Wolff hingegen schon zu geben. Obwohl es bei Russell und Antonelli deutlich eher um den Formel-1-WM-Kampf ging als bei Ferrari, fuhr Russell nach Ansage in Kurve eins brav auf die Seite. "Du brauchst ja nicht ernsthaft zu glauben, dass Russell fröhlich und gerne Antonelli vorbeigelassen hat. Nein, natürlich nicht. Aber wenn eine Ansage kommt, steht das, und dann wird es gemacht. Das gehört dazu."
So konnte sich Antonelli den zweiten Platz sichern, ohne große Bedrohung seitens Lewis Hamilton. Der ließ hingegen Federn, weil er seinerseits nicht an Russell auf älteren Pneus vorbeikam. Im WM-Stand bedeutet das, dass Antonelli sowohl auf Russell (3 Punkte) als auch auf Hamilton (6 Punkte) Zähler gutmachte.
Danners Rat richtet sich vor allem an Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. "Da muss er viel direkter, viel klarer werden. Und allen Beteiligten bei Ferrari muss klar sein: Das kommt auf mich zu. Und ich habe Ja dazu gesagt."
Danner: Mercedes-Entscheidung nachvollziehbar
George Russell ließ damit allerdings potenzielle Punkte liegen. Zwar war Kimi Antonelli deutlich schneller als Russell, doch dass der reine Pace-Überschuss in Zandvoort nicht zwingend ausreicht, zeigte eben Lewis Hamilton, der mit einem ähnlichen Überschuss nicht vorbeikam. "Also grundsätzlich - ich bleibe dabei - ich mag das nicht sehr gerne", so Danner zu Teamorders.
Im Fall von Mercedes kann der Experte die Entscheidung jedoch nachvollziehen. "Wenn es keine Luft nach hinten gibt, dann würde ich sagen, ist das, was wir von Mercedes gesehen haben, eine völlig vernünftige, klare Ansage, die heißt: Der ist schneller, den lassen wir lieber gleich vorbei."



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