Vom einstigen MotoGP-Dominator zum großen Nachzügler. Die Ergebnisse von Fabio Quartararo befinden sich seit seinem Titelgewinn im Jahr 2021 im freien Fall. An diesem Wochenende in Aragon erlebte der Franzose einen erneuten Tiefpunkt. Er überquerte als Letzter die Ziellinie im Grand Prix. Nicht einmal mit den Ersatzpiloten Lorenzo Savadori und Pol Espagaro konnte er mithalten. Bereits im Sprint am Samstag musste der Franzose seine rauchende Yamaha M1 mit einem Motorausfall in Runde 5 abstellen. Am Sonntag kam er ohne technische Gebrechen durch das Rennen, Punkte gab es dennoch keine.
Motivation am Ende - Testarbeit statt Suche nach Performance
Bereits in den letzten Wochen war deutlich zu erkennen, wie Quartararos Begeisterung, die Saison noch versöhnlich zu beenden, immer weiter nachlässt. Natürlich möchte er vor seinem Wechsel zu Honda im kommenden Jahr kein unnötiges Risiko mehr eingehen, doch die Ergebnisse vergangener Rennen grenzen fast an Arbeitsverweigerung.
Die nicht vorhandenen Entwicklungsschritte seines Teams frustrieren ihn offensichtlich extrem. Quartararo war an diesem Wochenende laut eigenen Aussagen mehr mit Testarbeit als mit der Suche nach Performance auf der Strecke beschäftigt. "Ich bin von einem Bike auf das andere gesprungen. Wir haben das Chassis dreimal getestet und es hat nicht funktioniert. Es gibt nichts Positives an diesem Wochenende", klagt der MotoGP-Weltmeister von 2021. Doch ist seine derzeitige Situation wirklich so aussichtslos, dass es für ihn auf der Yamaha überhaupt nichts zu holen gibt?
Stiller Protest? Fabio Quartararo fährt MotoGP-Feld hinterher
Dass das MotoGP-Bike aus dem Hause Yamaha in dieser Saison das mit Abstand schlechteste Motorrad im gesamten Feld darstellt, ist ein offenes Geheimnis. Doch in die Punkte zu fahren, ist definitiv möglich, wie der zum Saisonende scheidende Pramac-Pilot Jack Miller des Öfteren zeigt. Der Australier fährt regelmäßig in die Punkte und schafft sogar gelegentlich den Sprung in die Top Ten. Platz elf im Aragon-GP ist ein durchaus lobenswertes Ergebnis. Auch Teamkollege Alex Rins konnte sich auf Platz 13 immerhin noch drei Punkte sichern.

Quartararo drehte hingegen lustlos am Ende des Feldes seine Runden. ServusTV-Experte Alex Hofmann findet klare Worte für ihn: "Fabio Quartararo auf Platz 18, Allerletzter. Hinter Lorenzo Savadori, dem Ersatzmann von Ai Ogura. Das muss man, glaube ich, auch einmal als Tiefpunkt jeglicher fehlenden Motivation unterstreichen." Im Rahmen unseres Interwetten-MotoGP-Magazins haben wir mit unserem Experten Tom Lüthi auch über Fabio Quartararos Ergebnisse gesprochen. Er sieht die Situation ähnlich, von Arbeitsverweigerung möchte er allerdings noch nicht sprechen. Dennoch ist er fassungslos rund um die Situation des Yamaha-Piloten, wie er uns erklärt: "Arbeitsverweigerung würde ich jetzt noch nicht sagen. Mir fehlen auch ehrlich ein bisschen die Worte. Ich weiß nicht, was ich dazu noch sagen soll." Zudem betont Tom Lüthi: "Fabio Quartararo hat schon lange aufgegeben. Er hat das Ganze abgehakt und schaut nach vorne." Mit dem neuen Reglement könnten auf Honda 2027 wieder bessere Zeiten auf ihn zukommen. Nichtsdestotrotz sollte seine Zielsetzung in dieser Saison eine andere sein.
Wenn Quartararo wirklich zu den Besten gehören will, muss sein Anspruch eindeutig sein: Kein anderer Yamaha-Fahrer darf vor ihm liegen. Momentan ist aber eher das Gegenteil der Fall. Nicht aufgrund fehlenden Könnens, sondern aufgrund unzureichender Motivation. Diese verschweigt er auch nicht vor der Öffentlichkeit. Am Abend nach dem Rennen am Sonntag postete er eine Instagram-Story, in der er und Alex Rins auf ihren MotoGP-Bikes zu sehen sind. Diese kommentierte er mit: "Unser Weg zurück nach Hause ist besser" und einem lachenden Emoji. Seine Situation fasst er damit perfekt zusammen: Galgenhumor beim Franzosen.
Wie seht ihr die Situation von Fabio Quartararo? Denkt ihr, es wäre mit der richtigen mentalen Einstellung mehr möglich? Kann er im nächsten Jahr auf Honda wieder an der Spitze mitkämpfen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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