Nachdem Ferrari im ersten Formel-1-Training von Monza klar den Ton angab, stellte George Russell im Mercedes in FP2 die Hackordnung wieder klar und fuhr die schnellste Zeit des Trainings-Freitags. Charles Leclerc und Kimi Antonelli folgen knapp dahinter. Lewis Hamilton und Max Verstappen hatten nichts mit der Spitze zu tun.

Das Ergebnis: Bei der schnellsten Runde des Trainingsnachmittags in Monza brachte George Russell 1:22,559 Minuten auf die Uhr. Charles Leclerc war damit besiegt, aber nur knapp. Er verlor auf seinem schnellsten Versuch 0,120 Sekunden und reihte sich damit knapp vor Kimi Antonelli ein, der 0,141 Sekunden auf seinen Teamkollegen einbüßte.

Dahinter klaffte bereits eine klare Lücke zu Lando Norris, der mit 0,384 Sekunden nur P4 für sich verbuchte und in FP2 einen Schreckmoment erlebte (mehr dazu unter 'Zwischenfälle'). Auch Lewis Hamilton hatte seine Probleme und verbuchte einige Verbremser. Seine schnellste Runde reichte nur für Platz 5, dicht gefolgt von Oscar Piastri.

Red Bull in Problemen? Verstappen und Lawson weit hinten

Nachdem im ersten Training der Japaner Ayumu Iwasa für Red Bull im Einsatz gewesen war, übernahm in FP2 Max Verstappen wieder das Steuer und er wurde bitter enttäuscht. Denn der RB22 riss einen großen Rückstand auf, der vierfache Weltmeister klagte über mangelnden Abtrieb sowie über ein Hüpf-Gefühl an seinem Red Bull. Unter dem Strich reichte es für ihn nur für P9. Interims-Teamkollege Liam Lawson kam nicht über P12 hinaus.

Damit reihte sich Arvid Lindblad im Racing Bull sogar vor dem großen Bullenteam ein. Er führte mit 0,790 Sekunden Rückstand das Mittelfeld an. Hinter ihm reihte sich der frisch geupdatete Haas von Oliver Bearman ein, der neben dem Upgrade seines Teams auch schon mit dem neuen Ferrari-Motor unterwegs ist. Yuki Tsunoda rundete auf P10 die Top-10 ab. Nico Hülkenberg landete auf P13, sein Audi-Teamkollege Gabriel Bortoleto auf dem 15. Rang.

Schreckmoment für Norris und Leclerc, Motor-Problem bei Audi

Die Zwischenfälle: Lando Norris erlebte nach etwa 15 Minuten einen Schreckmoment, als er mit hoher Geschwindigkeit vor der ersten Kurve zu Lance Stroll auflief, der seine Linie kreuzte. Der amtierende Weltmeister musste auf das Gras ausweichen und durch die Auslaufzone schlittern, um einen Kontakt zu vermeiden. Der Brite schimpfte anschließend über die seiner Meinung nach gefährliche Fahrweise seines Fahrerkollegen. Die Stewards leiteten eine Untersuchung ein.

Etwa neun Minuten vor dem Ende des Trainings verlor Charles Leclerc in der Variante della Roccia die Kontrolle über seinen Ferrari und drehte sich. Mauerkontakt verzeichnete er aber keinen. Dass der SF-26 in Monza nicht einfach zu fahren ist, bewies am Freitag auch Lewis Hamilton mit mehreren Verbremsern.

Wenige Momente später vermeldete Gabriel Bortoleto ein Problem an seinem Motor und bekam anschließend vom Audi-Team die Bestätigung, seinen Boliden an der Box abzustellen. Kurz vor dem Ende des Trainings rutschte Franco Colapinto mit einem Gegenpendler ins Kiesbett, konnte aber einen Abflug verhindern und fuhr weiter.

Das Wetter: Verglichen mit dem ersten Training hatten die Temperaturen in Monza nochmal ordentlich angezogen. Die Lufttemperatur bewegte sich während FP2 im Bereich von 33 bis 34 Grad Celsius, was die Streckentemperatur auf Bereiche rund um 55 Grad katapultierte.