Er war selten der Schnellste, aber in der ersten Hälfte der MotoGP-Saison 2026 vielleicht der konstanteste aller 22 Stammfahrer. Einzig beim Start in den Sprint von Le Mans patzte Fabio Di Giannantonio, sonst kam er - wenn er nicht gerade durch Fehler von anderen Fahrern ins Verderben gestürzt wurde - stets in den Top-Sechs ins Ziel. Eine bärenstarke Leistung, die ihm nicht nur einen KTM-Vertrag ab 2027 einbrachte, sondern ihn auch in Tuchfühlung zur WM-Spitze hielt. Nur 13 Punkte fehlten nach dem Sachsenring-Sprint auf Platz eins. Der Traum von der Weltmeisterschaft war größer denn je, doch seither ging fast alles schief.
Im Deutschland-Grand-Prix leistete sich Di Giannantonio seinen ersten dicken Fehler der Saison 2026, als er im Warm Up ohne Not von der 2025er Heck-Aero auf die 26er-Variante wechselte und prombt zweimal zu Sturz kam. Der Beginn einer Abwärtsspirale: Schon beim Auftakt in die zweite Saisonhälfte in Silverstone war der Italiener dann nur zweitschnellster Ducati-Pilot hinter Alex Marquez und am vergangenen Wochenende in Aragon hatte er dann zu keinem Zeitpunkt auch nur im Ansatz etwas mit dem Spitzenfeld zu tun.

Keine Pace mehr: Fabio Di Giannantonio stürzt in Aragon ab
Im Sprint auf Platz acht liegend gestürzt, liest sich vor allem die Bilanz im Grand Prix verheerend. Nur Platz sieben, 23 Sekunden Rückstand auf Sieger Marc Marquez, 14 Sekunden Rückstand auf Alex Marquez und fast sechs Sekunden Rückstand auf Rückkehrer Fermin Aldeguer, der die letzten drei Grands Prix mit einer schmerzhaften Brustwirbelfraktur nicht starten konnte. Di Giannantonio war zuletzt also nicht mehr nur nicht mehr fehlerfrei unterwegs, sondern schlichtweg auch zu langsam.
"Wir waren das gesamte Wochenende über nicht auf der Höhe, das kann ich nicht leugnen", kommentierte der VR46-Pilot am Sonntagabend und gab zu: "Es war hart. Wir können mit diesem Wochenende keinesfalls zufrieden sein." Doch was war im Motorland so fürchterlich schief gelaufen? Genau das wollte Di Giannantonio für sich behalten. Er verriet nur: "Wir wissen, was in diesen letzten zwei Grands Prix passiert ist. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber wir wissen, wie wir die Situation wieder herumbiegen können."
Es wäre essentiell, wenn Di Giannantonio im Kampf um die MotoGP-Weltmeisterschaft 2026 nochmal ein Wörtchen mitreden will. Binnen fünf Rennen ist er inzwischen von den eingangs angesprochenen 13 auf 48 Punkte hinter WM-Leader Jorge Martin zurückgefallen. Bei voraussichtlich nur noch acht ausstehenden Grands Prix [Katar steht vor der Absage, Anm.] braucht es also dringend eine Reaktion in Misano (7. bis 9. September).
Auch Platz 7 kann wichtig sein: Fabio Di Giannantonio glaubt noch an WM-Titel
Was Hoffnung macht: Während Aragon ohnehin nie ein gutes Pflaster für die Nummer 49 war, ist es der World Circuit Marco Simoncelli durchaus. Im Vorjahr zeigte Di Giannantonio mit Platz drei im Sprint, dass er dort vorne mitfahren kann. "Das ist eine Chance, zu wachsen und zu lernen", zeigt sich der gebürtige Römer optimistisch. Den Traum vom großen Wurf hat er trotz aller Enttäuschung in den letzten Wochen noch nicht aufgegeben: "Marc hat schon gezeigt, dass manchmal selbst ein siebter Platz wichtig für die Weltmeisterschaft sein kann. Ich versuche daher, das Positive nach Misano mitzunehmen und dort mit neuer Energie wieder anzugreifen."
Was meint ihr: Kann sich Fabio Di Giannantonio im San-Marino-GP aus seinem Negativstrudel befreien oder ist der WM-Zug inzwischen abgefahren? Sagt es uns in den Kommentaren! Ein noch viel schlimmeres Wochenende erlebte in Aragon derweil Francesco Bagnaia. Mehr zur dramatischen Lage um den Ex-Weltmeister gibt es in diesem Artikel:



diese MotoGP Nachricht