Rund zwei Monate noch, dann endet in der MotoGP eine Ära. Nach bislang 29 Ausgaben wird am 25. Oktober auf Sicht das 30. und letzte Mal auf Phillip Island gefahren. 2027 will die Motorrad-Weltmeisterschaft den Australien-GP auf den ehemaligen Formel-1-Kurs nach Adelaide verlegen. Weil die dortige Stadtstrecke aber natürlich nicht 1:1 für die Königsklasse auf zwei Rädern übernommen werden kann, wurde in den letzten Monaten noch am Layout geschliffen. Wie die finale Version der neuen MotoGP-Heimat in 'Down Under' nun aussehen soll, wurde am Sonntag bei einem Event in Adelaide endlich bekanntgegeben.
Kurz, aber schnell - und vor allem sicher: Die neue MotoGP-Strecke in Adelaide
15 Kurven soll die neue Variante des Adelaide Circuits künftig umfassen. Altbekannte Sektionen wie Stag Corner, Rundle Road, Brewery Bend and Dequetteville Terrace sind weiterhin dabei, wurden allerdings an die Anforderungen der MotoGP angepasst. Insgesamt 4,13 Kilometer lang, wird Adelaide künftig zu den kürzesten Strecken im Kalender zählen. Aus der Saison 2026 sind nur der Balaton Park, Valencia, Goiania und der Sachsenring noch kürzer. Hier könnt ihr euch eine Runde auf dem Adelaide Circuit anschauen:
Nach Kurve 11, einem schnellen Rechtsknick, folgt die längste Gerade der Rennstrecke. Wie lang diese genau ausfallen wird, gab die MotoGP am Sonntag nicht bekannt. Dafür aber, wie schnell Marc Marquez und Co. dort voraussichtlich unterwegs sein werden. Die Verantwortlichen rechnen mit einer beachtlichen Höchstgeschwindigkeit von etwa 343 km/h. In Summe soll es dann rund 1:26 Minuten dauern, um den Adelaide Circuit einmal komplett zu umrunden.
Was beim Betrachten der Bilder und Videos der neuen Rennstrecke noch auffällt: Die MotoGP scheint es tatsächlich geschafft zu haben, den Stadtkurs an die Sicherheitsanforderungen der Motorrad-Weltmeisterschaft anzupassen. Es sind reichlich Auslaufzonen und Kiesbetten zu erkennen, die Mauern verlaufen nirgends direkt an der Strecke entlang. "Wir haben viele Monate lang eng mit der FIM und unseren Kollegen in Adelaide zusammengearbeitet, um eine MotoGP-Rennstrecke zu entwerfen, die sowohl spannend als auch sicher ist", sagt Deputy-CEO Carlos Ezpeleta dazu. "Wir sind unglaublich stolz auf das Erreichte und zuversichtlich, dass sie unseren Fahrern, Teams und Fans ein völlig neues und aufregendes Erlebnis bieten wird."

Voller Lob und Stolz zeigt sich am Sonntag auch Peter Malinauskas, Premierminister des Bundesstaates South Australia: "Seit mehr als 40 Jahren liefert der Straßenkurs von Adelaide einige der berühmtesten Bilder des Motorsports. In seiner neuen Ära werden wir nun ein Ereignis von wahrhaftem Weltklasse-Niveau bieten. Eine Mischung aus Geschwindigkeit, Sicherheit und spektakulären Rennen sowohl für die MotoGP als auch für die Supercars, die Zehntausende Besucher in unsere Stadt und unseren Bundesstaat locken und Südaustralien einem weltweiten Publikum von mehr als 630 Millionen Menschen präsentieren wird."
Widerstand gegen MotoGP-Strecke in Adelaide: Umbau überhaupt möglich?
Bleibt abschließend nur die Frage, ob sich der prognostiziert rund 96 Millionen Dollar teure Umbau des Adelaide Circuits tatsächlich auch wie geplant realisieren lässt. Denn in Australien mehrte sich zuletzt der Widerstand gegen das Projekt. Weil etwa 400 Bäume gerodet werden müssten, sehen Gegner des Umbaus neben den Bäumen selbst auch zahlreiche seltene Säugetier-, Vogel- und Schmetterlingsarten bedroht. Rund 80.000 Unterstützer hat der Protest mittlerweile gefunden, der das Parlament von South Australia zu einer Untersuchung zwingt. Auch Motorradweltverband FIM ist aufgrund seines 'Environmental Code' schon ins Visier der Initiative geraten.
Wie und ob es in Adelaide weitergeht, steht aktuell also noch in den Sternen. Die MotoGP und Premierminister Malinauskas scheinen aber fest entschlossen, das Event, welches bereits über einen Vertrag bis Saisonende 2032 verfügt, unbedingt durchzudrücken. Ein Statement zu den Sorgen der Protestanten oder Ähnliches suchte man in der Pressemitteilung vom Sonntag vergeblich. Wie es weitergehen könnte, falls das Projekt in Adelaide doch noch kippt, verrät euch Markus vorsorglich in diesem Artikel:



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