Der zehnte Königsklassen-Sieg am Sachsenring war für Marc Marquez ein Spaziergang. Am Samstag im Sprint waren wenigstens noch zwei seiner MotoGP-Kollegen knapp hinter ihm ins Ziel gefahren. Doch genau diese beiden verabschiedeten sich am Sonntag schnell mit Stürzen und nahmen dem Deutschland Grand Prix somit jegliche Restspannung eines ohnehin unwahrscheinlich erscheinenden Kampfes um den Sieg. Beide Piloten waren danach ratlos.
Fabio Di Giannantonio ohne Erklärung für Sachsenring-Sturz: Alles wie die Runde zuvor
Als erster der Verfolger des Samstags verabschiedete sich Fabio Di Giannantonio. Schon in Runde 4 von 30 landete der VR46-Pilot im Kiesbett von Kurve 10. Als wir auf eine Erklärung hofften, musste der Italiener uns enttäuschen. "Was genau passiert ist, versuchen wir erst noch nachzuvollziehen", ließ er uns wissen.
In der Analyse zeigte sich keinerlei Ansatzpunkt: "Wir sahen uns die Daten an und die waren eine exakte Kopie derer von der vorherigen Runde: Federung, Geschwindigkeit, Neigungswinkel, Gas. Das ist schon merkwürdig, aber das gehört manchmal zum Spiel dazu, dass du stürzt und nicht wirklich weißt, warum. Meist ist es eine Kombination von Dingen." Angesichts einer bisher starken und vor allem konstanten Saison konnte 'Diggia' den Ausfall aber verkraften: "Es war mein erster Fehler des Jahres. Schade, dass es passiert ist, aber rein statistisch musste das ja einmal passieren."
Diggia wechselt Ducati-Aero am Sonntag, sieht darin aber 'kein großes Risiko'
Eine mögliche Erklärung wurde dem Römer dann noch nähergebracht. Im Vergleich zum Samstag setzte er ab dem Warm Up auf die neue Aero-Konfiguration bei Ducati aus der Saison 2026. Zuvor hatte die alte Version den Vorzug bekommen. "Marc und Alex [Marquez] benutzten sie, also wollte auch ich das ausprobieren. Heute Morgen [im Warm Up, Anm. d. Red.] fühlte sie sich bereits besser an, also entschieden wir uns, damit weiterzumachen", erklärte Di Giannantonio.

Mit diesen Flügeln am Bike flog er im Warm Up aber gleich auch ab. Dass es sich dabei aber um den entscheidenden Faktor beim späteren Sturz im Rennen gehandelt habe, glaubt der Italiener nicht: "Wir hatten gestern bereits ein großartiges Motorrad, da empfanden wir es nicht als großes Risiko, das im Warm Up auszuprobieren. Wenn wir gedacht hätten, dass es nicht richtig ist, wären wir einfach [im Rennen auf die alte Aero-Konfiguration, Anm. d. Red.] zurückgegangen und hätten immer noch ein podestfähiges Bike gehabt. Wir waren da nicht besorgt."
Auch Alex Marquez rutscht Weg: Kleiner Fehler, große Wirkung
Die Marquez-Brüder fuhren diese Aero das gesamte Wochenende, doch ereilte sie am Sonntag ein unterschiedliches Schicksal. Nach Doppelsieg im Sprint kam Alex Marquez am Sonntag auf der Verfolgung von Bruder Marc zu Fall und rutschte in der Schlusskurve ins Kiesbett.
"Ich weiß nicht, es war nur ein kleiner Fehler. Sektor 4 war heute ziemlich schnell und vielleicht war ich da etwas zu entspannt oder zu sicher an dieser Stelle und dann unterlief mir dieser kleine Fehler. Das Gripniveau war ein wenig niedriger heute und das machte alles ein wenig heikler", gab der Gresini-Pilot an. Ausreden suchte Vizemeister keine, aber ebenso wenig konnte er eine klare Erklärung liefern: "Ich weiß nicht, ob der Wind eine Rolle gespielt hat, aber es war einfach mehr ein kleiner Fehler."
Wie bei Di Giannantonio konnte das Missgeschick gut abgehakt werden. "Ich bin etwas wütend und enttäuscht über diesen Sturz, aber mit dem Wochenende insgesamt bin ich zufrieden. Ich komme aus einer Verletzung zurück und nun scheint es, als ob wir den Speed zurückfinden. Ich brauche einfach noch etwas Rennrythmus", sah er den Kurs zurück an die Spitze durch einen kleinen Rückschlag nicht gefährdet. Am Ende hätten wohl beide Gestürzten Marc Marquez nicht schlagen können, aber wenigstens ein bisschen mehr Spannung wäre vielleicht aufgekommen.
Immerhin konnten die beiden am Samstag im Sprint ein Podium feiern. Marco Bezzecchi war da bereits nicht mehr am Start. Er hatte sich bei einem heftigen Abflug im Qualifying einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Mittlerweile wurde der Italiener erfolgreich operiert, mit ungewisser Reha-Zeit:



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