Viele Überholmanöver bekamen MotoGP-Fans am Samstag im Sprint nicht zu sehen. Spannend war es am Sachsenring aber dennoch, denn Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio hingen dem Führenden Marc Marquez bis zur letzten Runde dicht im Heck. Nur 0,813 Sekunden trennte das Trio bei der Zielankunft nach 15 Runden. Das sollte Hoffnung machen, dass es auch im Grand Prix am Sonntag wieder eng wieder könnte - zumindest auf dem Papier. Tatsächlich glaubt aber niemand daran, dass die Nummer 93 am Sonntag zu stoppen ist.

Ducati-Rivalen sicher: Marc Marquez hat sich im Sprint zurückgehalten

"Ich denke, dass ich eine bessere Pace im Tank hatte und noch schneller hätte fahren können", erklärte Fabio Di Giannantonio zunächst, nachdem er 'nur' auf Platz drei hinter den beiden Marquez-Brüdern ins Ziel gekommen war. Direkt im Anschluss ordnete der WM-Dritte vom VR46 Racing Team jedoch ein: "Die Wahrheit ist nun mal auch, dass Marc nicht zu 100 Prozent gepusht hat. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher. Er hätte noch schneller gekonnt und hat das Rennen kontrolliert."

Dem stimmte auch Alex Marquez zu, der am Samstag aer dennoch seine Chance suchte. "Ich habe es wirklich probiert", gab er an und haderte: "Es gibt hier nur drei Stellen, in denen du klare Überholmöglichkeiten hast. Das sind die Kurven 12, 13 und 1 und genau dort macht Marc den Unterschied, speziell in den letzten zwei. Dort macht er eine Lücke auf und dann war ich immer zu weit weg, um ihn in Kurve eins anzugreifen."

Der ursprüngliche Plan sah deshalb ohnehin vor, schon beim Start die Führung zu übernehmen. Doch das klappte nicht - und zwar auch, weil am Sachsenring erstmals mit größeren Abständen zwischen den einzelnen Startreihen gestartet wurde. "Das macht es viel schwieriger", seufzte die Nummer 73 und meinte: "Es ist unmöglich, nebeneinander [in der ersten Kurve, Anm.] anzukommen, sofern der Andere keinen Fehler gemacht hat."

Kommt Bruder Marc am Sonntag wieder gut weg, wird sich also voraussichtlich auch im Grand Prix keine Chance für Alex Marquez eröffnen, beim Rennstart in Führung zu gehen. Aber gibt es vielleicht Hoffnung, danach noch vorbeizukommen? Der scheidende Gresini-Pilot sieht Schwarz: "Je mehr Runden zu fahren sind, desto weniger Chancen gibt er dir. Mit dem Medium-Hinterreifen und mehr Runden kann er den Unterschied ausmachen, speziell auf dieser Strecke. Es wird hart und ich denke ehrlich gesagt auch, dass Marc und Diggia mit dem Medium stärker sind als ich. Ich werde nur versuchen, zu überleben und zumindest um das Podium zu kämpfen."

Alex Marquez kam beim Start nicht an seinem Bruder Marc vorbei, Foto: IMAGO / Alexander Trienitz
Alex Marquez kam beim Start nicht an seinem Bruder Marc vorbei, Foto: IMAGO / Alexander Trienitz

Marc Marquez prophezeit: MotoGP-Sonntag am Sachsenring wird Ducati-Tag!

Kehrt der 'King of the Ring' am Sonntag also ein weiteres Mal auf seinen Thron zurück? Marc Marquez selbst wollte am Samstagabend nichts von überlegener Pace gegenüber Bruder Alex und Di Giannantonio wissen. Einzig die Aprilias nahm er aus dem Spiel. "Morgen wird ein Ducati-Tag", lautete die klare Botschaft. Ob er aber erneut als erste Desmosedici ins Ziel kommen werde? "Das werden wir morgen sehen", ließ sich der neunmalige Weltmeister nichts entlocken. Es scheint zwischen den Zeilen jedoch schon klar, dass er sich nur selbst schlagen kann. Auch das wird aber schwer genug, denn die Fitness scheint entgegen der Befürchtungen von Davide Tardozzi - der Teammanager warnte am ServusTV-Mikrofon vor der langen Renndistanz im Grand Prix - kein Problem: "Die Schulter funktioniert gut, ich habe nur im Ellbogen etwas Schmerzen. Aber das limitiert mich nicht."

Marc Marquez kann am Sonntag also befreit auffahren. Geht der Sieg dann nur über ihn oder können Bruder Alex und/oder Fabio Di Giannantonio vielleicht doch für eine Überraschung sorgen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Anreiz für den Sieg hätte Marc Marquez jedenfalls genug, denn er könnte damit einen historischen Rekord egalisieren. In diesem Artikel gibt es alle Infos dazu: