McLaren? Mercedes? F1-Aus? Oder doch Red Bull? Rund um die Zukunft von Max Verstappen in der Formel 1 ranken sich haufenweise Gerüchte. Besonders nach den Abflügen des vierfachen Weltmeisters in Silverstone und Österreich. Auf WM-Leader Kimi Antonelli fehlen ihm nach neun Rennen schon 103 Punkte. Ist es Zeit, von Red Bull oder gar der Formel 1 Abschied zu nehmen? "Das wird das nächste Vierteljahr zeigen. Ich persönlich glaube, er bleibt, wo er ist", sagt Formel-1-Experte Christian Danner im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.

Christian Danner glaubt nicht an Formel-1-Abschied von Max Verstappen

Die größte Drohung seitens Verstappen seit Beginn des neuen Reglements ist ein Ausstieg aus der Formel 1. Immer wieder kokettierte Verstappen mit einem Ausstieg, wenn die Königsklasse ihm keinen Spaß mehr machen würde. Schließlich zeigte der Niederländer bereits Bereitschaft, in anderen Rennserien an den Start zu gehen. Dieses Jahr fuhr er bei den 24 Stunden Nürburgring mit.

"Ich habe ja alles schon gesehen. Das nehme ich ihm alles nicht ab", widerspricht Christian Danner. "Der will Formel 1 fahren, und zwar so, dass er Erfolgschancen hat." Das steht für Danner auch mit dem aktuellen Reglement, das Verstappen bereits so offen kritisierte.

Auch ein dauerhaftes Engagement im GT3-Sport hält Danner für unrealistisch. "GT3-Sport ist fantastischer Motorsport, das liebe ich sehr, aber es ist Lichtjahre von der Formel 1 entfernt und kein Vergleich. Die Nürburgring-Nordschleife ist ein Einzelevent. Das ist toll. Aber wenn er mal in Oschersleben fährt oder am Lausitzring, ist das anders", sagt Danner.

"Das sind tolle Rennstrecken. Aber das Flair ist ein bisschen anders. Ich bin da gern, aber für einen Verstappen wird es da ein bisschen anders ausschauen, glaube ich." Dazu gab die Formel 1 bereits bekannt, das Reglement für 2027 anzupassen. Bis 2028 soll der bisherige 50/50-Verbrenner/Elektro-Split zu einem 60/40-Split in Richtung Verbrenner angepasst werden.

Wie viele Formel-1-Alternativen hat Max Verstappen?

Doch auch bei einem Wechsel innerhalb der Formel 1 sieht Christian Danner Probleme. Denn dafür müssten auch die Alternativen für den vierfachen Weltmeister passen. Denn das beste Auto hat aktuell Mercedes. "Da könnte er bekommen, was er möchte. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass Toto Wolff seinen Schützling Antonelli neben Max Verstappen setzt", sagt Danner. "Da wird das Leben nämlich auf einmal relativ ungemütlich – und zwar nicht nur für Antonelli, sondern auch für Toto Wolff."

Bei Ferrari hingegen scheinen mit der jüngsten Auferstehung Lewis Hamiltons und Charles Leclercs für 2027 ebenfalls beide Türen zu sein. "Dann bleibt nur noch der McLaren. Und die tun sich im Moment schwer", resümiert Danner. "Ganz ehrlich: Ich glaube, er bleibt und versucht, das so hinzukriegen."

Gerade zu Beginn einer Reglement-Periode ist innerhalb der Königsklasse dazu noch viel Bewegung im Entwicklungsrennen. So entwickelte sich McLaren innerhalb der Saison 2023 vom Hinterbänkler zum Top-Team. "Das nächste Vierteljahr wird zeigen, wo die Richtung hingeht."

Das könnte für Red Bull möglich sein – auch ohne ehemalige tragende Kräfte wie Adrian Newey oder Dr. Helmut Marko. "Es ist jetzt nicht so, dass die da komplett hinterherfahren, aber der Anspruch ist natürlich, um den Sieg zu fahren", so Danner.

Die Safety-Car-Regeln werden seit dem Rennen in Silverstone wieder diskutiert. Wir haben im folgenden Video auch einen Blick darauf geworfen. Jetzt anschauen!

Safety-Car-Chaos: Muss die FIA diese F1-Regel abschaffen? (33:15 Min.)