Für Mick Schumacher stand bei seinem ersten Start beim Indianapolis 500 im Vordergrund, die Zielflagge zu sehen. Das gelang dem ehemaligen Formel-1-Fahrer auch, der keine Chance im Kampf um die vorderen Positionen bei dem Highlight der IndyCar-Saison hatte. Dennoch beendete Schumacher das Rennen nicht nur als bester Rookie, sondern auch als bester Pilot von Rahal Letterman Lanigan Racing.
Für den Großteil des Rennens fuhr Schumacher, der sich auf der 27. Position qualifiziert hatte, auf den hinteren Positionen, er profitierte aber von einer Reihe an Unfällen und Zwischenfällen, die ihn langsam nach vorne spülten. Außerdem behauptete er sich auf der Führungsrunde, was vor allem in der strategisch vielschichtigen zweiten Rennhälfte entscheidend war.
Gänzlich zufrieden zeigte sich Schumacher mit dem Ergebnis trotzdem nicht. Denn seiner Ansicht nach sei mehr drin gewesen. "Wir hatten ein bisschen Pech mit den Gelbphasen. Ich denke ohne diese wären wir weiter vorne gelandet", sagte er nach dem Rennen zu Marshall Pruett vom US-Motorsportmedium Racer.
"Ich denke Top 10 wäre heute definitiv drin gewesen", ist Schumacher überzeugt. Doch ganz ohne Zwischenfälle verlief das Rennen auch bei ihm nicht. Beim vorletzten Restart geriet der RLL-Pilot neben der Ideallinie auf den Gummiabrieb der Reifen und untersteuerte in die Wand. "Vor dem Restart wurde uns gesagt, dass die Außenbahn gesäubert sei, aber die äußere Linie war definitiv nicht sauber", erklärte er diesen Ausrutscher. Glücklicherweise für Mick Schumacher, befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits nur noch 18 Autos auf der Führungsrunde.
Felix Rosenqvist gewinnt Indy 500 nach Herzschlagfinale
Das Indianapolis 500 2026 war ein Rennen der Rekorde. Insgesamt 70 mal wechselte auf den 200 Rennrunden die Führung. Eine neue Bestmarke, bisher lag diese bei 68 Führungswechseln. Spektakulär war auch das Finale des Rennens, das der Schwede Felix Rosenqvist mit einem Vorsprung von gerade einmal 0,023 Sekunden vor Penske-Fahrer David Malukas für sich entschied. Auch das ein Rekord für das knappste Indy-500-Finish in der 110. Ausgabe des Rennens.
Die Entscheidung zugunsten von Rosenqvist fiel nach dem Ende einer Safety-Car-Phase auf der letzten Runde. Zunächst fuhr er mehrere Kurven lang außen neben seinem Teamkollegen Marcus Armstrong, ehe Rosenqvist ihn hinter sich lassen konnte und auf der Start-Ziel-Gerade aus dem Windschatten heraus Malukas noch den vermeintlich sicheren Sieg abnahm.
Scott McLaughlin landete hinter seinem Penske-Teamkollegen auf der dritten Position. Pato O'Ward wurde Vierter, gefolgt von Armstrong, der vor dem letzten Restart noch geführt hatte. Rinus VeeKay landete auf Rang 6 vor Meisterschaftsleader Alex Palou. Der US-Amerikaner Santino Ferrucci und die beiden Ex-Formel-1-Piloten Romain Grosjean und Takuma Sato rundeten die Top-10 ab.
Hier das komplette Ergebnis:
Indianapolis 500 2026: Unfälle und Regen prägen Rennverlauf
Vierfach-Champion Alex Palou sah über lange Phasen des Rennens nach dem ersten Sieganwärter aus. Der Polesetter befand sich vor allem in der ersten Rennhälfte beinahe permanent im Kampf um die erste Position und sammelte folgerichtig auch die meisten Führungsrunden. In der Frühphase des Rennens wechselte er sich in der Führungsposition mit Alexander Rossi ab.
Für den ersten größeren Unfall sorgte Ryan Hunter-Reay. Der Indy-500-Sieger von 2014 drehte sich ausgangs von Kurve 2 und schlug leicht an der Wand an, hinter ihm musste aber Katherine Legge abrupt ausweichen, wodurch sie die Kontrolle über ihren Boliden verlor und hart innen einschlug. Die Britin blieb dabei genauso wie Hunter-Reay unverletzt. Sie reiste sofort nach Charlotte weiter, um dort im Rahmen des 'Doubles' am 600-Meilen-Rennen der NASCAR teilzunehmen.
Beim folgenden Restart schlug Ed Carpenter in die Mauer ein, nachdem ihm neben Takuma Sato in Kurve 1 der Platz ausging. In der Folge beruhigte sich das Rennen etwas. Palou, der zwischenzeitlich aus strategischen Gründen ein paar Positionen verloren hatte, konnte in der Folge dank des Windschattens von fast Überrundeten-Piloten das Rennen bis zu seinem zweiten Stopp kontrollieren.
Nach dem zweiten Boxenstopp führte Palou erneut vor Teamkollege Scott Dixon. Um sich gegenseitig beim Spritsparen zu helfen, wechselten sie sich mit der Führungsarbeit im Rundentakt ab. Eine Situation, die bis Runde 97 unverändert blieb, ehe der erste kurze und leichte Regenschauer für eine Rennunterbrechung sorgte.
Späte Gelbphasen werfen Strategie-Schlacht über den Haufen
Nach dem Restart in Runde 110 übernahm Malukas die erste Position, bevor ein weiterer leichter Regenschauer sechs Runden später erneut eine Caution-Phase auslöste. Als dieser Regen aufgehört hatte, ging es in Runde 132 mit einem weiteren Restart weiter. Zu diesem Zeitpunkt teilte sich das Feld in zwei Boxenstopp-Strategien auf.
Felix Rosenqvist, Pato O'Ward und Marcus Armstrong waren die vordersten Fahrer, die kurz bevor das Rennen wieder freigegeben wurde, nochmal gestoppt hatten. Dadurch war ihr Plan Sprit zu sparen und mit nur einem weiteren Stopp bis ins Ziel zu kommen. Auf der anderen Seite standen die restlichen Sieganwärter, allen voran Malukas, Palou, Conor Daly und Scott Dixon, die vorne blieben, aber noch zweimal stoppen mussten.
Die Gruppe rund um Rosenqvist und O'Ward schien mit klarem Vorsprung von über 15 Sekunden den Sieg unter sich ausmachen zu können. Acht Runden vor Schluss crashte allerdings Rookie Caio Collet und sorgte für eine Rotphase, die das Rennen wieder auf den Kopf stellte. Beim folgenden Restart in Runde 196 übernahm Marcus Armstrong die Führung, ehe der Einschlag von Schumacher eine weitere Rennneutralisierung hervorrief. Beim letzten Restart war er dann ein gefundenes Fressen und konnte nur zuschauen wie Teamkollege Rosenqvist auf den letzten Metern den Sieg davontrug.



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