Was lief da zwischen Mick Schumacher und Opel? Der Formel-E-Neueinsteiger aus Rüsselsheim soll im vergangenen Jahr Gespräche mit dem heutigen IndyCar-Piloten über eine mögliche Verpflichtung geführt haben. Das geht aus einem Artikel des üblicherweise gut informierten Journalisten Sam Smith auf der Webseite 'Formula E Notebook' hervor, der an diesem Dienstag veröffentlicht worden ist.
Demnach soll ein Austausch zwischen Verantwortlichen von Opel und dem Schumacher-Lager über ein Cockpit für die Saison 2026/27, wenn der deutsche Autobauer in die Elektro-Rennserie einsteigen wird, stattgefunden haben. Diese Möglichkeit sei laut dem Bericht jedoch schnell vom Tisch gewesen, weil Schumacher lieber in der IndyCar-Serie fahren wollte - was letztendlich auch so eingetreten ist.
Mick Schumachers Zukunft bei den IndyCars
Schumacher gab am 20. November 2025 offiziell seine Trennung von Alpine und damit den Abschied aus der WEC nach zwei Jahren bekannt. Vier Tage später wurde er beim IndyCar-Team RLL als Neuzugang präsentiert und steht nun kurz vor dem Abschluss seiner ersten Saison in der US-Formelserie. Das Finale steigt an diesem Sonntag im kalifornischen Laguna Seca (zum Zeitplan und TV-Infos).
Für Schumacher waren die IndyCars stets die erste Wahl, nachdem eine erhoffte Rückkehr in die Formel 1 nach mehreren Anläufen kein Thema war. Die Formel E hatte der heute 27-Jährige nach unserer Kenntnis nicht auf seiner Wunschliste. Ende 2023 wurde Schumacher in italienischen Medien mit den Worten zitiert: "Ich mag Verbrennungsmotoren, ich mag den Geruch von Benzin. Leider ist die Formel E im Moment nicht das Richtige für mich."
Zwar hätte Schumacher der Formel E weltweit und speziell im aus medialer Sicht schwierigen Markt Deutschland einen echten Boom verliehen, doch seine Zukunft dürfte ganz klar bei den IndyCars liegen. Aktuell mehren sich die Gerüchte, dass er in Folge des Charter-Verkaufs von RLL das Team wechseln wird und für 2027 angeblich bei Meyer Shank Racing anheuern soll. Eine offizielle Bestätigung über Schumachers Zukunft steht aus.
Opel-Vorstand wollte angeblich deutschen Fahrer für Formel E
Dass Schumacher bei Opel ein Thema war, ist übrigens nicht neu: Bereits im Mai berichtete die Münchner Abendzeitung am Rande des Berlin-Rennens von einem "Opel-Flirt mit Schumacher", der aber "blitzschnell" - passend zum Logo der Rüsselsheimer Marke - wieder beendet gewesen sei. Schumacher habe die Formel E demnach nicht als den richtigen Schritt für seine weitere Karriere betrachtet.
Inzwischen ist klar, dass Opel in seiner Debütsaison auf den neuseeländischen Rekordsieger und Jaguar-Abgänger Mitch Evans sowie auf den Franzosen Theo Pourchaire setzen wird, der beim Mutterkonzern Stellantis angestellt ist und zuletzt in der WEC für Peugeot fuhr.

Mit diesem Fahreraufgebot muss sich Neueinsteiger Opel zwar nicht vor der etablierten Konkurrenz verstecken, doch die Wahl der Piloten deckt sich wohl nicht mit dem ursprünglichen Plan. Wie Motorsport-Magazin.com aus unterschiedlichen Kreisen erfahren hat, soll die Opel-Vorstandsetage angeordnet haben, einen deutschen Fahrer - auch aus Marketinggründen - ans Steuer zu setzen.
Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, dass die Motorsport-Verantwortlichen ihre Fühler auch nach Schumacher ausgestreckt haben. Mit Sophia Flörsch wurde schließlich eine heimische Pilotin als Test- und Entwicklungsfahrerin verpflichtet. Die Münchnerin verfügt bislang aber nicht über ausreichend viele FIA-Lizenzpunkte ('e-Licence') für Renneinsätze in der Formel E.
Warum klappte es nicht zwischen Opel und Maximilian Günther?
Dabei stellt sich die Frage, warum eines der beiden Stammcockpits nicht an den 116-maligen Formel-E-Starter und siebenfachen Rennsieger Maximilian Günther ging. Der Allgäuer gilt seit Jahren als feste Größe im Starterfeld und wäre aus Sicht zahlreicher Experten die logische Wahl für Opel gewesen.

Vermutlich spielte hier ein unglückliches Timing eine Rolle. Günther stand mehrjährig bei DS Penske unter Vertrag, als sich Opel auf die Suche nach Fahrern begab. Im März 2026 wurde offiziell bekannt, dass sich DS Automobiles - wie Opel eine Stellantis-Tochter - zum Saisonende werksseitig aus der Formel E zurückziehen würde. Günthers Vertrag lief allerdings nicht über den Stellantis-Konzern - wie im Falle von Pourchaire - sondern direkt mit Teambesitzer Jay Penske und war längerfristig angelegt. Deshalb war er bei Opel wohl kein Thema.
Dass sich die Situation bei Roger Penskes Sohn aber anders als geplant entwickeln würde - ein Verkauf seiner Anteile wird derzeit spekuliert - und Günther das Team inzwischen verlassen hat, war zu diesem frühen Zeitpunkt nicht absehbar. Der 29-Jährige steht nun laut Gerüchten auf dem Sprung zum Jaguar-Kundenteam Envision.
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