München atmet auf! BMW hat endlich sein erstes Rennen in der WEC gewonnen. Beim zweiten Saisonlauf in Spa-Francorchamps errang der deutsche Autobauer sogar einen Doppelsieg mit seinen beiden LMDh-Prototypen. Die #20 Crew um Rene Rast, Sheldon van der Linde und Robin Frijns bescherte BMW den ersten Sieg in der Langstrecken-WM seit dem Werkseinstieg 2024. Kevin Magnussen, Dries Vanthoor und Raffaele Marciello machten den Doppelerfolg perfekt.
101.606 Zuschauer (am Wochenende) - Rekord für die WEC in Spa - erlebten ein abwechslungsreiches 6-Stunden-Rennen mit vier Safety-Car-Phasen und einem packenden Sprint nach der letzten Neutralisierung 24 Minuten vor dem Zieleinlauf. BMW-Schlussfahrer Frijns überquerte die Ziellinie nach 152 Runden mit 1,9 Sekunden Vorsprung.
BMW-Markenkollege Magnussen musste am Ende deutlich härter für den zweiten Platz arbeiten und wehrte 20 Minuten lang erfolgreich die wütenden Angriffe von Ferrari-Pilot Antonio Fuoco ab. Für den #50 Ferrari 499P (Fuoco, Molina, Nielsen) war der dritte Platz auf dem Podium nach einem durchwachsenen Wochenende der Italiener dennoch ein versöhnlicher Abschluss.
BMW: Wilder Weg zum WEC-Doppelsieg
Der Weg zum BMW-Doppelsieg verlief alles andere als geradlinig: Der von Platz elf gestartete Rast profitierte von einem früh eingelegten Alternativ-Strategie mit einem kurzen ersten Boxenstopp, der die #20 an die Spitze spülte. Rast und Teamkollege van der Linde konnten in der Folge ohne Verkehr den Speed des BMW voll auskosten und schnelle Runden in freier Fahrt abspulen. So führte der #20 BMW das Rennen praktisch ab der 26. Runde durchgehend an.
Noch abwechslungsreicher lief es für die #15 BMW-Crew, die das Rennen von P10 aufgenommen hatte. Startfahrer Kevin Magnussen legte die Basis für das Podest mit einem enorm starken Start, der ihn bis auf den fünften Platz nach vorne brachte. Später geriet Teamkollege Vanthoor allerdings mit dem #51 Ferrari aneinander, drehte sich halb und fiel bis auf P12 zurück.
Glück im Unglück: Wenig später legte der Belgier als einziger Fahrer einen Boxenstopp unter Virtual Safety Car ein und gewann dadurch viel Zeit. Als der #8 Toyota, der wie der #20 BMW von Beginn an eine alternative Strategie verfolgte, einen zusätzlichen Stopp einlegen musste, war der Weg frei zum zweiten Platz für Schlussfahrer Magnussen. Der frühere Formel-1-Fahrer avancierte in der heißen Schlussphase zum "Verteidigungsminister" und hielt die folgende Meute hinter sich.
Aston Martin feiert bestes WEC-Ergebnis in Spa
Für eine riesengroße Überraschung sorgte auch Aston Martin: Die bisher so gebeutelten Briten erzielten mit Platz vier das beste Resultat im zweiten WEC-Jahr. Aston-Pilot Tom Gamble im #007 Valkyrie (Tincknell, Gamble) überholte wenige Minuten vor Schluss seinen Vordermann Kamui Kobayashi und dessen #7 Toyota (Conway, Kobayashi, De Vries).
Der zweite Aston Martin wurde 35 Minuten vor Schluss um ein weiteres Top-Finish für die Briten gebracht: Beim Re-Start nach dem dritten Safety Car geriet Alex Riberas mit dem Alpine von Antonio Felix da Costa aneinander, kam mit einem Rad aufs Gras, drehte sich quer über die Strecke und schlug schließlich in die Streckenbegrenzung ein. Der #009 Aston hatte den sechsten Platz vor dem Alpine-Clash belegt. Irre: Alpine-Neuzugang Felix da Costa crashte beim vierten und letzten Re-Start und machte damit den Weg für Gambles Aston frei...
Auf den Positionen sechs bis acht: der #83 Ferrari (Kubica, Ye, Hanson), der #93 Peugeot (Di Resta, Vandoorne, Cassidy) und die #17 von Genesis Magma Racing (Lotterer, Derani, Jaubert), das seine ersten Punkte im zweiten Rennen nach dem WEC-Einstieg ergatterte. Der #12 Cadillac und der zweite Werks-Toyota komplettierten die Top-10 im letzten Rennen vor den 24 Stunden von Le Mans (13.-14. Juni 2026).
Polesetter-Peugeot und Weltmeister-Ferrari im Pech
Riesengroßes Pech hatte der #94 Peugeot 9X8, der sich nach dem Start von der Pole Position - der ersten für die Franzosen in der WEC im 28. Anlauf - gute Chancen auf einen Podestplatz ausrechnen durfte. Malthe Jakobsen, der die #94 am Freitag zur Pole geführt hatte, verunfallte rund zwei Stunden vor dem Rennende unglücklich: Der junge Däne kollidierte während seiner Outlap mit einem quer auf der Strecke stehenden GT3-Mercedes und zerstörte dabei die Frontpartie seines Prototypen so stark, dass die Crew vorzeitig aufgeben musste.
Ein ähnliches Schicksal ereilte die amtierenden Weltmeister im #51 Ferrari 499P um Antonio Giovinazzi, Alessandro Pier Guidi und James Calado: Eine Stunde vor dem Ende wurde Pier Guidi in eine Kollision mit GT3-Autos verwickelt und zog sich einen starken Schaden auf der rechten Fahrzeugseite zu. Der Italiener fuhr zu diesem Zeitpunkt an neunter Stelle und peilte zumindest ein paar WM-Punkte nach dem schwierigen Qualifying für Ferrari an. Den dritten Hypercar-Ausfall markierte der #38 Cadillac nach einem frühen Reifenschaden und einem späteren Technik-Problem.
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