Verbot von Wildcards, Bestätigung der Reifendruckregel unter Pirelli, neues Protokoll für die Einfahrt in die Boxengasse - die Regelhüter der MotoGP fanden sich in den letzten Tagen ungewöhnlich oft in den Schlagzeilen wieder. Und das scheint auch erstmal so zu bleiben, denn nach der 'Lex Marquez' geht es nun um einen Verbot der Holeshot-Devices.

MotoGP-Fahrer wollen Holeshot-Verbot auf ausgewählten MotoGP-Strecken

Die Systeme zur Absenkung des Motorrads an Heck und Front werden im kommenden Jahr ohnehin per neuem Reglement verboten. Wie 'Motorsport.com' herausgefunden hat, wird aber dieser Tage schon über ein Verbot der Holeshot-Devices in der laufenden Saison 2026 diskutiert - zumindest teilweise. Denn zur Debatte steht kein allgemeines Verbot, sondern ein explizites Nutzungsverbot der Devices bei Rennstarts auf ausgewählten Strecken.

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Mit diesem Anliegen sollen einige aktuelle MotoGP-Piloten am Freitag im Meeting der Sicherheitskommission an die anwesenden Vertreter der Rennleitung herangetreten sein. Hintergrund dessen sind Bedenken der Fahrer, dass die Holeshot-Devices auf einigen Kursen des WM-Kalenders beim Start ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellen könnten. Im Detail gehe es um Le Mans, Silverstone und Phillip Island.

Diese drei Rennstrecken vereint nämlich, dass die erste Kurve einem schnellen Rechtsknick entspricht, für den nur leicht angebremst werden muss. Um die Holeshot-Devices zu deaktivieren, ist jedoch ein hartes Bremsmanöver erforderlich. Bleibt dieses aus, kann das Holeshot-Device aktiv bleiben und die MotoGP-Piloten müssen daraufhin mit abgesenktem Motorrad durch die erste Kurve hindurchkommen. Ein gefährliches Unterfangen, denn in diesem Zustand reagieren die Motorräder nur sehr träge auf versuchte Richtungswechsel, was ein Vermeiden von Kollisionen oftmals erschwert.

2023 kam es aufgrund der Holeshot-Devices zu einer regelrechten Flut an Startunfällen und Verletzungen, aber auch im Vorjahr war das Thema noch präsent. In Silverstone stürzte etwa Alex Marquez in Kurve eins, weil er in Sorge, das Holeshot-Device anderenfalls nicht zu deaktivieren, sogar zu hart bremste und daraufhin die Front seiner Ducati verlor. "Wir müssen uns das ansehen und dann als Fahrer realistisch einschätzen, wo wir es verbieten sollten. In Le Mans gehört es auf jeden Fall verboten", gab der Gresini-Pilot anschließend unmissverständlich an.

Sturz von Alex Marquez in der ersten Kurve des Rennens in Silverstone
Alex Marquez stürzte 2025 in Silverstone aufgrund des Holeshot-Devices, Foto: IMAGO / Action Plus

Kein Holeshot-Verbot in Le Mans, aber in Silverstone und Phillip Island?

Die Initiative vom Freitag kommt daher nicht überraschend, offensichtlich aber zu spät. Denn Rennleitung und Teams konnten sich nicht mehr rechtzeitig auf ein Verbot oder einen Verzicht der Nutzung der Holeshot-Devices beim Start des Frankreich-GPs einigen. Anderenfalls hätte es am Samstag nämlich noch eine spontane 'Practice-Start-Session' geben sollen, um die Fahrer den Start ohne aktivierte Devices üben zu lassen. Eine solche Session gab es jedoch nicht, stattdessen wurde im Sprint ganz normal mit abgesenkten Motorrädern gestartet. Das Gute: Zwischenfälle blieben aus, einzig Jorge Martin sorgte mit seinem Raketenstart sogar im positiven Sinne für Aufmerksamkeit.

Völlig vom Tisch soll ein Verbot der Holeshot-Devices noch während der Saison 2026 trotz Scheitern der Initiative in Le Mans übrigens noch nicht sein. Vielmehr soll in den kommenden Wochen nochmal über einen Nutzungsverzicht bei den Rennstarts in Silverstone (7. bis 9. August) und auf Phillip Island (23. bis 25. Oktober) diskutiert werden. Zeit ist bis dahin schließlich noch genug. Klappt es mit dem Verbot, würden die dortigen Rennstarts dann einen ersten Vorgeschmack auf jene im Kalenderjahr 2027 liefern.

Was meint ihr: Sollten sich die Teams auf einen Ride-Height-Verzicht bei den Rennstarts in Silverstone und Phillip Island einigen? Sagt es uns in den Kommentaren!

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