Ferrari steht nach den ersten drei Rennwochenenden als zweite Kraft da. Allerdings auch mit einem Respektabstand zu Mercedes. Vor dem kommenden Rennen in Miami testete Ferrari eine neue Version des SF-26 in Monza. Im Cockpit sitzt seit 2019 Leclerc. Doch ein WM-Titel fehlt weiterhin. Auch wegen schwächelnder Ferrari-Boliden. Christian Danner findet: "Leclerc ist - was seine eigentliche Leistung angeht - unterbewertet."
Aber das hat der Monegasse laut Christian Danner auch seinen eigenen Entscheidungen zu verdanken. "Auf der anderen Seite ist er so gut bezahlt, dass er eigentlich einen Kompromiss eingegangen ist, der nicht der schlechteste ist", so Danner.
Wäre Charles Leclerc bei McLaren oder Red Bull erfolgreicher?
Charles Leclerc verdient bei Ferrari aktuell rund 30 Millionen Euro jährlich und liegt damit komfortabel in den Top-10 des Feldes. Bonuszahlungen ausgenommen, lag er 2025 hinter Max Verstappen und Lewis Hamilton sogar auf Position drei.
"Ein Leclerc, der jahrelang bei Red Bull oder bei McLaren gefahren wäre: Der hätte sicherlich schon ein paar größere Erfolge zu vermelden in seiner Karriere." Aber: "Er weiß selbst ganz genau, was er kann und was noch viel wichtiger ist, die bei Ferrari wissen das auch und bezahlen ihm auch ein entsprechendes Gehalt", so Danner.
Mehr als acht Siege kamen in den vergangenen sieben Jahren Ferrari für Leclerc nicht raus. Zum Vergleich: Norris holte im selben Zeitraum bei McLaren elf Formel-1-Siege. Max Verstappen kommt sogar auf 66 Siege seit Australien 2019. Oscar Piastri holte in seinen bisher drei Jahren bei McLaren schon neun Siege.
"Dass er noch nicht zum WM-Favoriten-, beziehungsweise zum Weltmeister geworden ist, das ist abgefedert worden durch das Salär, das er bei Ferrari kriegt", sagt Danner.
Danner: Leclerc entscheidet sich für Ferrari-Kompromiss
Mit 153 Rennen steht Leclerc mittlerweile auf Platz zwei der loyalsten Ferrari-Fahrer. Mehr Rennen für die Scuderia startete nur Michael Schumacher (180 Rennen). Kimi Räikkönen (151 Rennen) überholte Leclerc erst diese Saison. Im aktuellen Tempo würde Leclerc aber auch Schumacher 2027 ablösen.
Als Leclerc 2019 zu Ferrari wechselte, musste er mit Sebastian Vettel direkt einen vierfachen Weltmeister bezwingen. Schon 2019 schaffte er das knapp. 2020 wurde das Duell umso deutlicher. Egal ob der auf Vettel folgende Carlos Sainz oder nun Lewis Hamilton, Leclerc scheint stets knapp die Überhand zu behalten.
"Er muss natürlich irgendwie den richtigen Kompromiss finden für sich selbst. Er kann jederzeit sagen, ich mag nicht mehr, aber wo soll er denn dann hingehen? Ist dann der Kompromiss vielleicht nicht schlechter, wenn er bei Red Bull fährt und sich dann mit einem unfahrbaren Auto auseinandersetzen muss?", sagt Danner.
"Das System Ferrari hat er auf jeden Fall mal im Griff, und deswegen glaube ich, ist das eine sehr nüchterne Entscheidung, die er selber getroffen hat. Ich bleibe mal in diesem warmen, kuscheligen Nest und mache das Beste draus. Aber ich bin mir absolut sicher, dass er das selber immer wieder hinterfragt."
Charles Leclerc und Ferrari liegen aktuell deutlich hinter Mercedes zurück. Kimi Antonelli kämpft gegen George Russell um den Titel. Ist er dafür schon bereit? Das diskutieren wir mit Christian Danner im folgenden Video:



diese Formel 1 Nachricht