Nach seinem ersten Ferrari-Podium in China tönte Lewis Hamilton, dass er wieder "in Bestform sei". Doch selbst nach seinem zweiten Platz in Kanada blieben Zweifel. "Nach dem guten Rennen in Montreal sagten alle: Ja, dort ist er immer schnell", spielte Hamilton auf seine Paradestrecke in Kanada an. Nach seinem desaströsen Ferrari-Debüt trauen viele Formel 1-Beobachter der Situation noch nicht ganz.
Das ist auch an dem Rekordchampion nicht vorbeigegangen. "Ich fühle gerade, dass ich jedem wieder zeigen muss, wer ich bin. Letztes Jahr sagten mir die Fans, ich soll mich daran erinnern - jetzt muss ich es jedes Wochenende aufs Neue beweisen", erklärte der 42-Jährige in Monaco. Am Sonntag feierte er auf dem legendären Stadtkurs nicht nur seine dritte Podiumsplatzierung in Rot, sondern zog mit seinem insgesamt achten Podiumsbesuch auch mit dem "King of Monaco" Ayrton Senna gleich.
Monaco-König: Senna-Rekord eingestellt
"Ich kann gar nicht ansatzweise beschreiben, wie tief ich graben musste, um an diesen Punkt zu gelangen - und die Arbeit und die Berge, die im Hintergrund bewegt werden mussten, um eine solche Leistung überhaupt möglich zu machen", gab Hamilton einen Einblick in seine Gefühlswelt. Tatsächlich begleiteten Aussagen wie "nutzlos", "Fahrerwechsel nötig" oder "Hölle" Hamiltons erste Ferrari-Saison. Am Jahresende steckte der siebenfache F1-Weltmeister in einem schier unbändigen Selbsthass fest.
Doch mit der neuen Fahrzeuggeneration, die deutlich besser zu seinem Fahrstil passt, scheint auch der alte Hamilton zurückzukehren. Der zweite Platz in Monaco, gepaart mit jeweils einem Nuller für George Russell und Charles Leclerc, schob ihn auf den zweiten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft - 66 Punkte hinter Leader Kimi Antonelli und zwei Punkte vor seinem Ex-Mercedes-Teamkollegen George Russell.
Hamilton dankt Ferrari-Teamchef
"Ich kann gar nicht glauben, dass ich Zweiter in der Meisterschaft bin. Ich bin wirklich glücklich und dankbar dafür, und ohne dieses Team, ohne die Zuverlässigkeit, die wir haben, wäre das nicht möglich gewesen“, sagte er. Sein größter Dank gilt Ferrari-Teamchef Fred Vasseur, der 2025 zeitweise selbst in die Kritik wegen Ferraris Performance geraten war. "Letztes Jahr war wirklich hart für uns, und ich habe ihn förmlich angefleht, bestimmte Veränderungen umzusetzen. Er hat das durchgezogen, und jetzt sehe ich die Früchte davon, und ich kann endlich für sie liefern", so Hamilton.
Zu den Änderungen gehörte unter anderem die Position von Riccardo Adami. Mit dem alteingesessenen Ferrari-Ingenieur wurde Hamilton einfach nicht warm; 2026 wurde Adami von Carlo Santi ersetzt. "Mit ihm kann ich das alles im Detail durchgehen und er hat dieses Verständnis als Ingenieur", schwärmte Hamilton über seinen "italienischen Bono". Zusätzlich entschied er sich zuletzt, auf den Ferrari-Simulator in Vorbereitung auf ein Rennwochenende zu verzichten und sich stattdessen mehr mit den Ingenieuren auszutauschen.
Auch soll er seit dem Japan-GP auf die Bremsscheiben-Spezifikation von Carbon Industries setzen, die er auch während großer Teile seiner Mercedes-Karriere genutzt hat. Charles Leclerc nutzt bis dato die Bremsen von Brembo, doch das könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Nach dem Monaco-GP äußerte er öffentlich schwere Kritik an den Bremsen. Wie Brembo darauf reagierte, liest du hier:



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