Diese Nachricht dürfte vor allem McLaren-CEO Zak Brown freuen: Mercedes hat die Gespräche über den Kauf einer Minderheitsbeteiligung am Alpine-Team beendet. Im März hatte Flavio Briatore in einer Pressekonferenz noch bestätigt, dass Mercedes Interesse bekundet hat, die 24-prozentige Beteiligung des Investmentfonds Otro Capital am französischen Formel 1-Rennstall zu übernehmen.

Eine Ankündigung, die bei der Konkurrenz auf scharfe Kritik gestoßen war. "Gemeinsame Eigentümerverhältnisse von A- und B-Teams - unabhängig davon, wer es ist - lehne ich ab", hatte Brown damals klargestellt. Wie die BBC nun berichtet, ist das Thema einer Mercedes-Beteiligung endgültig ad acta gelegt. Eine Renault-Quelle wurde mit den kurzen Worten zitiert: "Unserem Verständnis nach wurden die Gespräche beendet." Der Grund für die gescheiterten Verhandlungen ist - wie so oft - das liebe Geld.

Darf ein Eigentümer gleich zwei F1-Teams besitzen? Die Debatte kocht nach den Forderungen von Zak Brown wieder hoch – Christian und Florian nehmen die Diskussion auf.

2 Teams, 1 Besitzer: Sollte die FIA bei Red Bull einschreiten? (27:19 Min.)

Preis-Diskrepanz: Wie viel ist Alpine wirklich wert?

Dem Vernehmen nach forderte Otro Capital rund 720 Millionen US-Dollar (ca. 618 Millionen Euro) für das 24-Prozent-Paket an . Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass Alpine mit einem Gesamtwert von drei Milliarden US-Dollar bewertet wird. Mercedes hingegen hielt lediglich eine Summe zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden US-Dollar für angemessen.

Mit dieser Einschätzung liegt Mercedes übrigens auf einer Linie mit dem renommierten Wirtschaftsmagazin Forbes, die Alpine im November 2025 ebenfalls mit 2,45 Milliarden US-Dollar - umgerechnet ca. 2,1 Mrd. Euro - bewertet haben. Angeführt wurde dieses Team-Ranking von Ferrari (6,5 Milliarden USD) vor Mercedes (6 Milliarden USD) und McLaren (4,4 Milliarden USD).

Da die Verifizierung solcher Schätzungen schwierig ist, lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Bilanzen der Königsklasse. Der Geschäftsbericht von Liberty Media untermauert den aktuellen Wert-Boom der Teams: Das Jahr 2025 war finanziell das erfolgreichste F1-Jahr, seit Liberty Media die Rennserie vor zehn Jahren übernommen hat. Der Gesamtumsatz belief sich auf 3,873 Milliarden US-Dollar (ca. 3,3 Mrd. Euro) - ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Briatore holt Gucci ins F1-Boot

Für Flavio Briatore, dessen offizieller Titel ihn als Executive Director ausweist, hätte ein Einstieg von Mercedes ohnehin nichts geändert. "Normalerweise entscheidet jene Gesellschaft, die 75 Prozent besitzt. Diejenigen mit 25 Prozent sind nur Passagier", stellte Briatore gewohnt pragmatisch klar. Die absolute Mehrheit liegt beim Mutterkonzern Renault. Erst vergangene Woche schloss Alpine einen Vertrag mit der Luxusmarke Gucci ab.

Bereits in der kommenden F1-Saison wird die Mannschaft aus Enstone als 'Gucci Racing Alpine Formula One Team' in den Starterlisten geführt werden. Eingefädelt wurde die Partnerschaft von De-facto-Teamchef Flavio Briatore über seine exzellenten Drähte zu Luca de Meo. Der ehemalige Renault-CEO ist inzwischen Vorstandsvorsitzender von Kering, dem französischen Luxusgüter-Mutterkonzern, zu dem auch das weltberühmte Modehaus Gucci gehört.