Vor dem Saisonstart der beiden Königsklassen des Motorsports hat der US-Konzern Liberty Media am 26. Februar die finanziellen Ergebnisse von Formel 1 und erstmals auch von der gerade erst gekauften MotoGP veröffentlicht. Die Unterschiede sind erwartet gigantisch. Neben dem F1-Höhenflug würde man im Motorrad-Bereich jetzt gern nachlegen.
Auf F1-Seite war 2025 das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr, seit Liberty die Serie vor zehn Jahren übernommen hat. Der Gesamt-Umsatz beläuft sich auf 3,873 Milliarden US-Dollar - ein Zugewinn von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Gewinn nach Abschreibung von 632 Millionen US-Dollar ist auch das in der Liberty-Ära absoluter Bestwert.
Weniger spektakulär sind die Zahlen der MotoGP. Natürlich nicht überraschend, schließlich ist die Motorrad-WM insgesamt doch wirtschaftlich deutlich kleiner als die Formel 1. 502 Millionen US-Dollar Umsatz für die MotoGP allein meldet Liberty, 573 Millionen für den kompletten Betrieb. Letzteres inkludiert auch die Superbike-WM.
Liberty Media will MotoGP jetzt im F1-Stil umkrempeln
Nach Abzug aller Kosten und Abschreibung bleiben 54 Millionen Dollar Gewinn. Die Formel 1 erzeugte mehr als das elffache. Dass die MotoGP-Zahlen insgesamt aber wenig beeindruckend sind, ließ das Liberty-Management am Tag der Veröffentlichung in einer gesammelten Presserunde auch klar durchblicken.
"Wir sind dabei, unsere Marke einzusetzen und darauf basierend zu arbeiten", ließ Liberty-CEO Derek Chang wissen. "Das passiert an der Strecke, im Hospitality-Bereich, dort erwarte ich im Laufe des nächsten Jahres ein paar ziemlich dramatische Verbesserungen."
So ist auch der Vergleich der unterschiedlichen Umsatzquellen zwischen Formel 1 und MotoGP ein durchaus interessanter. Bei der Formel 1 verschob sich das prozentuell über die letzten Jahre immer stärker in Richtung eigener Werbe- und Sponsoren-Deals. 2025 stammten erstmals über 20 Prozent des F1-Umsatzes aus solchen Vereinbarungen.
Im Formel-1-Bereich arbeiten F1-CEO Stefano Domenicali und sein Team hier explizit seit Jahren daran, das Partner-Portfolio der Serie zu erweitern und neue Einkommensquellen abgesehen von den traditionellen Host-Gebühren der Rennstrecken und den TV-Rechteverträgen zu erschließen. Neue Deals werden regelmäßig verkündet, erst am Tag der Präsentation bestätigte man eine große Partnerschaft mit Disney.
In der MotoGP machen TV-Verträge aktuell 41 Prozent des Umsatzes aus, die Strecken stehen bei 34 Prozent. Hier wird es ein Ziel von Liberty sein, die Serie zu diversifizieren. "Letztendlich geht es um das Kommerzialisieren, und dafür brauchen wir das richtige Team", lässt Chang wissen. "Das ist wohl ein Bereich, in dem wir dort noch nicht das nötige Personal haben. Das bauen wir gerade auf."
Abgesehen davon möchte Liberty auch am Kalender Hand anlegen. Rennen näher an Städten, näher an Infrastruktur, das wird als Ziel ausgegeben. Der bereits abgeschlossene Deal für den Australien-GP auf einem Stadtkurs in Adelaide wird hier als erstes Beispiel genannt. Das alles wird Zeit brauchen: "Ein paar Bereich werden früher anlaufen als andere." Als Referenz: Liberty übernahm eine Formel 1, die 2016 1,8 Milliarden Umsatz machte. In 10 Jahren hat man ihn mehr als verdoppelt.
Formel-1-Teams kassieren Rekord-Preisgeld
Auf Formel-1-Seite dürfen sich auch die Teams über einen Preisgeld-Rekord freuen. 1,4 Milliarden US-Dollar hat Liberty im Verlauf des Jahres 2025 an die da noch 10 Mannschaften ausgeschüttet. Außerdem wurden 50 Millionen Dollar an Boni für das Unterzeichnen der neuen Concorde-Rahmenverträge überwiesen. Welches Team wie viel genau erhielt, ist nicht öffentlich.
Solche Team-Zahlungen gibt es bei der MotoGP praktisch nicht. Die Teams dort hätten nur zu gerne eine ähnliche Vertrags-Struktur wie die Formel 1 mit der Concorde-Struktur, in welcher eine umfangreiche kommerzielle Partnerschaft zwischen Teams und Liberty formalisiert ist, inklusive garantierter Umsatz-Beteiligung.



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