Nicht Marco Bezzecchi, nicht Jorge Martin, nicht Marc Marquez. Nein. Der Mann, den es in der MotoGP aktuell zu schlagen gilt, ist Fabio Di Giannantonio. Auf seinen erst zweiten MotoGP-Sieg in Barcelona vor zwei Wochen ließ der Italiener am Freitag auf heimischem Boden gleich die nächsten beiden Bestzeiten folgen. Zunächst gab er im FP1 klar den Ton an und dann hatte er auch im Training am Nachmittag die Nase vorn. Von Partystimmung war aber trotzdem keine Spur.

Übelkeit & schmerzender Finger: Di Giannantonio kämpft mit eigenem Körper

"In Sachen Ergebnisse ist das sicherlich ein großartiger Tag für mich. Ich hätte nicht erwartet, in beiden Sessions auf Platz eins zu landen", begann Di Giannantonio in seiner Medienrunde. Wer nun aber mit der üblichen Lobrede auf die eigene Leistung, das Motorrad oder die VR46-Truppe rechnete, wurde jedoch enttäuscht. Vielmehr machte 'Diggia' im Anschluss direkt klar, dass ihm diese beiden Bestzeiten wirklich nicht leicht von der Hand gegangen waren.

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"Es war alles andere als einfach, denn ich hatte heute wirklich mit meiner Gesundheit zu kämpfen. Ich weiß nicht warum, aber nach dem 1. Freien Training wurde mir richtig flau im Magen. Ich musste mehrfach auf die Toilette", berichtete er von einem potenziellen Infekt. Die 60-minütige Trainingssession - die auch noch zweimal durch Rote Flaggen unterbrochen werden musste - durchzustehen, fiel ihm daher alles andere als leicht. "Mir ging es wirklich schlecht. Meine Energie war im Keller."

Und als wäre Magen-Darm während eines MotoGP-Rennwochenendes nicht schon schlimm genug, machte Di Giannantonio der in Barcelona beim schlimmen Unfall von Alex Marquez lädierte Finger Probleme. "Das nervt mich [beim Fahren, Anm.] wirklich sehr. Ich kann ihn nicht beugen und dadurch keinen Druck auf die Bremse ausüben. Und wenn ich es doch versuche, habe ich starke Schmerzen", klagte der VR46-Pilot, den es 2027 zu KTM zieht. "Deshalb konnte ich heute auch nicht so viele Runden fahren."

Fabio Di Giannantonio verletzte sich in Barcelona am kleinen Finger, Foto: VR46 Media
Fabio Di Giannantonio verletzte sich in Barcelona am kleinen Finger, Foto: VR46 Media

Auch im Rennen schnell? Fabio Di Giannantonio als MotoGP-Wundertüte

Tatsächlich spulte Di Giannantonio am Freitag in Summe nur 35 Umläufe ab. Im Training am Nachmittag gelang ihm kein Run, der länger als zwei Runden am Stück andauerte. An der Rennpace konnte der 27-Jährige aus Italiens Hauptstadt Rom folglich überhaupt nicht arbeiten. Anders als für seine Konkurrenten wartet in Sprint und Grand Prix damit eine Reise ins Unbekannte. Ob Di Giannantonio die beiden Bestzeiten vom Freitag in jenen Sessions, in denen es wirklich zählt, nochmal wiederholen kann, bleibt also erstmal ein Rätsel.

Fabio Di Giannantonio konnte am Freitag nur in der Timeattack glänzen, Foto: IMAGO / Beautiful Sports
Fabio Di Giannantonio konnte am Freitag nur in der Timeattack glänzen, Foto: IMAGO / Beautiful Sports

"Ich bin nicht genug Runden gefahren, um mein wahres Potenzial einschätzen zu können", gab auch Di Giannantonio offen und ehrlich zu. Die Nummer 49 der MotoGP zeigte sich anschließend aber dennoch positiv gestimmt, denn: "Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Motorrad. Wir haben ein paar Dinge verändert, und die waren alle genau richtig. Das Motorrad hat das nötige Potenzial."

Bleibt nur noch abzuwarten, ob auch im Fahrer das nötige Potenzial für Spitzenresultate in Sprint und Grand Prix stecken. Was traut ihr Fabio Di Giannantonio in Mugello zu? Sagt es uns in den Kommentaren! Kein Konkurrent für den VR46-Piloten ist laut eigener Aussage jedenfalls Marc Marquez. Wieso sich der MotoGP-Superstar nach seinem Comeback erstmal wenig optimistisch zeigte, erfahrt ihr in diesem Artikel: