IndyCar-Neueinsteiger Mick Schumacher hat seine Vorbereitungen auf das Debüt in der US-Formelserie 2026 fortgesetzt. Am Dienstag drehte der RLL-Pilot zum zweiten Mal Runden auf einem Ovalkurs, diesmal dem Phoenix Raceway in Arizona. Im Gegensatz zu seiner Oval-Premiere am 04. Februar in Homestead-Miami traf Schumacher hier zum ersten Mal auf die versammelte Konkurrenz aller Teams und Fahrer.

Am ersten von zwei Tagen in Phoenix belegte er den 23. respektive drittletzten Platz im Reigen der 25 Piloten. Hinter Schumacher reihten sich der frühere Formel-1-Pilot Romain Grosjean, der vor Kurzem als neuer Stammfahrer bei Dale Coyne Racing bestätigt worden ist, und mit Caio Collet ein weiterer Rookie ein.

IndyCar-Test Sebring: Mick Schumacher legt nach (12:38 Min.)

Schumacher: "Würde mich gern bisschen weiter vorne sehen"

Schumacher benötigte 21.950 Sekunden für seine schnellste Runde auf dem eine Meile (1,6 km) kurzen Phoenix Raceway. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 263 km/h. Penske-Neuzugang David Malukas erzielte die Bestzeit in 20.856 Sekunden und erreichte einen durchschnittlichen Speed von 277 km/h. Sein Teamkollege Josef Newgarden belegte den zweiten Platz (20,927 Sekunden), dahinter folgten die beiden Andretti-Piloten Will Power (20,966) und Kyle Kirkwood (21,000). Der amtierende IndyCar-Champion Alex Palou sortierte sich auf P5 ein.

"Mit der Arbeit und unseren Runden bin ich zufrieden", sagte Schumacher, der mit 109 Runden die drittmeisten aller Fahrer zurücklegte. "Ich würde mich selbst aber gerne ein bisschen weiter vorne sehen. Ich denke aber, dass das beim ersten Tag mit echtem Verkehr normal ist. Es ist ziemlich hart, das Maximum aus den Reifen herauszuholen, vor allem mit frischen. Firestone ist ziemlich anders als Pirelli oder Michelin, die ich aus der Vergangenheit kenne. Das ist eine Challenge, aber die nehme ich gerne an. Das Ziel lautet, eine Konstanz bei den Runs inklusive der Änderungen zu erhalten. Das war heute positiv."

Schumacher vor IndyCar-Debüt: Rookie-Rolle gefällt ihm nicht

Schumacher und die beiden weiteren IndyCar-Rookies Caio Collet sowie der amtierende IndyNXT-Champion Dennis Hauger erhielten am Dienstagmorgen eine knapp einstündige Zusatz-Session, um sich mit den anspruchsvollen und schnellen Ovalen weiter vertraut zu machen. Der Phoenix Raceway ist dieses Jahr erstmals seit 2018 wieder in den Rennkalender zurückgekehrt, was jede einzelne Runde noch wertvoller erscheinen lässt.

Dass der frühere Formel-1- und WEC-Pilot Schumacher in der IndyCar-Serie als 'Rookie' bezeichnet wird, schmeckte ihm nicht so ganz. "Die (zusätzliche; d. Red.) Streckenzeit nehme ich gerne mit", sagte Mick. "Aber ich fahre schon so lange Rennen und wurde auch in Le Mans als Rookie bezeichnet. Das gefiel mir nicht so. Deshalb habe ich mir gesagt, dass dieses Jahr anders werden soll. Ich betrachte es nicht als Rookie-Jahr, weil ich mir selbst auch nicht erlauben will, Rookie-Fehler zu machen. Wir sind hier, um einen Job zu erledigen. Deshalb will ich die Saison als ordentliche Meisterschaft angehen - und nicht als Rookie."

Mick Schumacher beim IndyCar-Test auf dem Phoenix Raceway
Mick Schumacher im #47 IndyCar-Boliden von RLL, Foto: Joe Skibinski

IndyCar-Rookie Collet crasht in Phoenix

Dass es aber selbst für Neueinsteiger mit Oval-Vorerfahrung knifflig werden kann, bewies der Brasilianer Collet, der 2025 hinter Hauger die Vize-Meisterschaft in der IndyNXT gewann. Der A.J.-Foyt-Neuzugang verlor in Kurve vier die Kontrolle über seinen Boliden und schlug in die Mauer ein. Collet blieb unverletzt und soll am Mittwoch wieder ins Testgeschehen eingreifen können.

"Das war ein Rookie-Fehler auf dem zweiten frischen Reifensatz", räumte der 23-Jährige ein. "Ich habe den Grip falsch eingeschätzt. Das Auto wird zu einem echten Monster, wenn man viel Grip hat. Ich war da leider ein wenig zu optimistisch unterwegs." Collets Abflug blieb der einzige Schreckmoment am Dienstag auf dem Phoenix Raceway.

Mick Schumacher beim IndyCar-Test auf dem Phoenix Raceway
Mick Schumacher bereitet sich auf sein IndyCar-Debüt vor, Foto: Joe Skibinski

Am Mittwoch stehen den Teams und Fahrern zwei weitere Sessions von 11:00 bis 14:00 Uhr sowie von 15:30 bis 18:30 Uhr Ortszeit zur Verfügung, um ihre Setup-Arbeiten fortzuführen. Es ist der letzte Kollektiv-Test vor dem Saisonauftakt am 01. März auf dem Stadtkurs in St. Petersburg.

"Wir arbeiten alle sehr gut zusammen", sagte Schumacher. "Es ist wichtig, jetzt alles vorzubereiten und so viele Runden wie möglich zu fahren, damit ich mein Wissen erweitern kann. Dazu zählt, wie sich Änderungen auf der Strecke auswirken. Der Weight Jacker (Verstellung der Radlastverteilung; d.Red.) zum Beispiel, außerdem gibt es sehr viele unterschiedliche Dämpfer-Einstellungen. Darum geht's bei den IndyCars. Wir wollen versuchen, das Auto ins richtige Fenster zu bekommen."

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