"Gerne etwas weiter vorne stehen", das hatte sich Mick Schumacher nach dem ersten Test-Tag der IndyCars auf dem Phoenix Raceway gewünscht. Gesagt, getan: Am Mittwoch zum Abschluss der zweitägigen Oval-Testfahrten gelang dem Neueinsteiger ein deutlicher Sprung in der Zeitenliste. Schumacher belegte den 18. Platz im kombinierten Klassement der 25 Fahrer. Den Dienstag hatte er auf P23 beendet.
Am Mittwochvormittag reihte sich Schumacher zunächst an 16. Stelle ein. Für seine beste Runde auf dem 1,6 Kilometer kurzen Oval-Kurs benötigte der RLL-Pilot 21,040 Sekunden. Das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 275 km/h. Die Nachmittags-Session fiel wegen eines überraschenden Regenschauers in der Wüste von Arizona etwa eine Stunde kürzer aus als geplant. Schumacher gelang keine Verbesserung, womit er die zweistündige Session auf P24 abschloss.
Mick Schumacher: Beste Platzierung bei Vorsaison-Tests
Im Gesamtklassement beider Tage bedeutete das Platz 18 für den einzigen Deutschen im Starterfeld. Es war Schumachers beste Platzierung bei den bisherigen Kollektiv-Testfahrten, die vor einer Woche in Sebring begonnen hatten. Mick setzte sich im Rookie-Vergleich - obwohl er sich selbst nicht als Rookie bezeichnen möchte - gegen die weiteren Serienneulinge Caio Collet (P21) und den amtierenden IndyNXT-Champion Dennis Hauger (P22) durch.
Schumacher legte insgesamt 222 Runden (109 am Dienstag, 113 am Mittwoch) zurück und sammelte damit die fünftmeisten Meilen aller Fahrer beim Test. Der 26-Jährige hatte schon am Dienstag angekündigt, so viel wie möglich fahren zu wollen, um das Auto besser kennenzulernen und zu verstehen, wie es sich bei Setup-Veränderungen verhält. Gerade die Dämpfer-Einstellungen spielen eine extrem wichtige Rolle bei den Vollgas-Fahrten durchs Oval.
Im teaminternen Duell bei Rahal Letterman Lanigan Racing reihte sich Schumacher als Dritter ein. Seine Teamkollegen Graham Rahal und Louis Foster belegten die Positionen 13 und 16. Der 37-jährige Rahal ist einer von nur sechs Fahrern im Starterfeld, die bereits Rennen in Phoenix bestritten haben. Der Kurs kehrt dieses Jahr erstmals seit 2018 in den Rennkalender der US-Formelserie zurück und bildet den zweiten Lauf nach dem Auftakt in St. Petersburg am 01. März.
IndyCar-Testfahrten in Phoenix: Gesamt-Ergebnis
Phoenix-Bestzeit geht an früheren Indy-500-Sieger
Schumachers Rückstand auf Gesamt-Spitzenreiter Alexander Rossi betrug 0,415 Sekunden. Der frühere Indy-500-Sieger setzte die Bestzeit am Mittwochnachmittag und hatte die Zeitenliste bereits am Vormittag angeführt. Rossi schrieb im Chevrolet-Boliden von Ed Carpenter Racing eine Zeit von 20,625 Sekunden an und kam dabei auf einen durchschnittlichen Speed von 280 km/h.
Der zweifache IndyCar-Meister Josef Newgarden belegte den zweiten Platz mit einem Rückstand von nur 0,021 Sekunden. Der Penske-Pilot erzielte seine persönliche Bestzeit am Vormittag ebenso wie der viermalige und amtierende Champion Alex Palou, der sich an dritter Stelle einreihte. Der Spanier von Chip Ganassi Racing brauchte 20,663 Sekunden für seinen schnellsten Run und hatte 0,038 Sekunden Abstand zu Spitzenreiter Rossi.

Marcus Ericsson crasht bei letztem Test
Platz vier ging an Christian Rasmussen im zweiten Boliden von Ed Carpenter Racing. Auf den Plätzen fünf bis acht folgten Dienstags-Spitzenreiter David Malukas (Penske), Pato O'Ward (Arrow McLaren), Kyle Kirkwood (Andretti) und Will Power (Andretti). Die Top-8 des Gesamt-Klassements trennten 0,161 Sekunden.
Für den einzigen Zwischenfall am Mittwoch sorgte der frühere Formel-1-Fahrer und Indy-500-Sieger Marcus Ericsson. Der Schwede verunfallte am Nachmittag mit seinem Andretti-Wagen in Kurve 4 und schlug rückseitig in die Streckenbegrenzung ein. An gleicher Stelle hatte es am Dienstag bereits IndyCar-Rookie Caio Collet erwischt. Beide Fahrer blieben unverletzt.
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