Der Veranstalter ACO hat die vorläufige Starterliste für die 24 Stunden von Le Mans 2026 (13.-14. Juni) noch vor dem ersten WEC-Saisonrennen präsentiert. 62 Rennwagen gehen wie im Vorjahr beim Highlight im WEC-Rennkalender an den Start. Bei der 94. Auflage des Langstrecken-Klassikers kämpfen 18 Prototypen aus der Hypercar-Klasse um den Gesamtsieg. Hinzu kommen 25 LMGT3-Autos sowie zusätzlich 19 LMP2-Boliden, die nur in Le Mans zur Langstrecken-WM stoßen.

Zu den 17 permanent in der WEC eingeschriebenen Hypercars von acht Marken gesellt sich in Le Mans nur ein zusätzlicher Cadillac V-Series.R, den das US-Team Wayne Taylor Racing einsetzt. Die aus der IMSA-Serie bekannten Teambesitzer-Söhne Jordan und Ricky Taylor teilen sich das Steuer mit dem früheren DTM-Piloten Filipe Albuquerque. Mit dem WTR-Entry erhöht sich das Cadillac-Kontingent zusammen mit den beiden Autos von Jota auf drei Fahrzeuge.

McLaren und Ford präsentieren Fahrer für Le Mans (09:20 Min.)

24h Le Mans 2026 ohne Porsche - Nachfolger steht parat

Nicht mehr dabei ist Porsche als erfolgreichste Marke in Le Mans mit 19 Gesamtsiegen und letztes Jahr noch mit vier 963 am Start. Die Zuffenhausener hatten im vergangenen Jahr ihren Abschied verkündet und engagieren sich nur noch in der US-amerikanischen IMSA-Meisterschaft. Als amtierendem IMSA-Champion hätte Porsche wie im vergangenen Jahr ein zusätzlicher Startplatz für Le Mans zugestanden. Laut WEC-Regularien dürfen aber nur Hersteller antreten, die dauerhaft in der WEC eingeschrieben sind. Das ist bei Porsche nach dem Aus des Kundenteams Proton Competition nicht mehr der Fall.

Damit ist BMW der letzte deutsche Vertreter in der gesamtsiegfähigen Hypercar-Klasse. In der WEC warten die Münchner noch immer auf den ersten Sieg. Die riesengroße Porsche-Lücke füllt erst einmal Neueinsteiger Genesis Magma Racing. Die Luxustochter von Hyundai gibt dieses Jahr ihr Debüt in der WEC und damit auch bei den 24 Stunden von Le Mans. Zu den Fahrern auf den beiden LMDh-Prototypen zählt mit dem Deutschen Andre Lotterer ein dreifacher Le-Mans-Sieger und WEC-Weltmeister.

Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy:

Letzter Le-Mans-Auftritt von Alpine vor WEC-Aus

Alpine geht 2026 zum vorerst letzten Mal bei seinem Heimspiel in Le Mans an den Start. Die Franzosen hatten vor kurzem ihren WEC-Ausstieg zum Ende des Jahres bestätigt. Die bekannten wirtschaftlichen Herausforderungen auf dem Automobilmarkt haben zum Abschied nach drei Jahren geführt.

Am Mittwochabend gab Alpine noch die Fahrerpaarungen für das 'Letzte Hurra' bekannt: Neuzugang Victor Martins folgt im #36 A424 auf IndyCar-Umsteiger Mick Schumacher an der Seite seiner französischen Landsmänner Jules Gounon und Fred Makowiecki. Im Schwesterauto wechselt sich Neuverpflichtung Antonio Felix da Costa mit dem Österreicher Ferdinand Habsburg und Charles Milesi ab.

Der Sieg in Le Mans führt wieder über Ferrari

Der Sieg in Le Mans führt einmal mehr über Ferrari. Die Italiener haben seit ihrer Rückkehr 2023 alle drei 24-Stunden-Rennen gewonnen. Zuletzt bugsierte der frühere Formel-1-Fahrer Robert Kubica den gelben Privat-Ferrari von AF Corse zum vielumjubelten Sieg. Gleichzeitig heizte der dritte aufeinanderfolgende Sieg von Ferrari die schwelende LMH-versus-LMDh-Debatte zusätzlich an. Die reinrassigen Le-Mans-Hypercars sind ihren LMDh-Pendants weiterhin deutlich überlegen. Es gibt Überlegungen, die Prototypen ab 2030 zu vereinheitlichen.

Ferraris letztjährige Dominanz während der gesamten Saison hat einen riesengroßen Ärger rund um die Balance of Performance ausgelöst. Für 2026 haben sich die WEC-Verantwortlichen die zusätzliche Einführung eines Erfolgs-Ballasts als Option offengehalten. Ob die Zusatzgewichte wirklich zum Einsatz kommen und wie der BoP-Prozess künftig gestaltet werden soll, ist öffentlich noch nicht bekannt.

Ferrari ohne Updates - Toyota hat nachgerüstet

Spannend wird es zu beobachten sein, wie sich Ferrari mit seinem unveränderten 499P gegen die Konkurrenz bewährt. Während die Italiener zum zweiten Mal in Folge auf die Nutzung eines Update-Jokers verzichten, haben alle anderen Hersteller mit Ausnahme von Aston Martin ihre Prototypen überarbeitet, vor allem im aerodynamischen Bereich. Das hatte sich angeboten, weil alle Autos erstmals im Windkanal von WindShear in North Carolina neu vermessen werden.

Toyota hat mit die größten Aero-Veränderungen vorgenommen und seinen beiden Toyota TR010 Hybrid einen Look im aktuellen Markendesign verpasst. Die Japaner, die Le Mans von 2018 bis 2022 ohne größere Konkurrenz nach Belieben dominierten, wollen nach einer Katastrophen-Saison wieder vorne angreifen. 2025 gelang Toyota nur ein einziger Saisonsieg beim Finale in Bahrain.

24h Le Mans 2026 - Starterliste: Hypercar-Kategorie

Nr.AutoFahrer 1Fahrer 2Fahrer 3
007Aston Martin ValkyrieHarry TincknellTom GambleRoss Gunn
009Aston Martin ValkyrieAlex RiberasMarco SorensenRoman De Angelis
7Toyota TR010 - HybridMike ConwayKamui KobayashiNyck de Vries
8Toyota TR010 - HybridSebastien BuemiBrendon HartleyRyo Hirakawa
12Jota Cadillac V-Series.RAlex LynnNorman NatoWill Stevens
15BMW M Hybrid V8Dries VanthoorKevin MagnussenRaffaele Marciello
17Genesis GMR-001Andre LottererPipo DeraniMathys Jaubert
19Genesis GMR-001Daniel JuncadellaMathieu JaminetPaul-Loup Chatin
20BMW M Hybrid V8Rene RastSheldon van der LindeRobin Frijns
35Alpine A424Antonio Felix da CostaFerdinand HabsburgCharles Milesi
36Alpine A424Fred Makowiecki Jules GounonVictor Martins
38Jota Cadillac V-Series.REarl BamberJack AitkenSebastien Bourdais
50Ferrari 499PAntonio FuocoMiguel MolinaNicklas Nielsen
51Ferrari 499PAlessandro Pier GuidiJames CaladoAntonio Giovinazzi
83AF Corse-Ferrari 499PYifei YeRobert KubicaPhil Hanson
93Peugeot 9X8Paul Di RestaNick CassidyStoffel Vandoorne
94Peugeot 9X8Loic DuvalMalthe JakobsenTheo Pourchaire
94WTR Cadillac V-Series.RJordan TaylorRicky TaylorFilipe Albuquerque

Schafft Manthey-Porsche den Le-Mans-Hattrick?

In der LMGT3-Klasse stoßen sieben Autos per Einladung zu den 18 permanenten WEC-Startern. Dazu zählen unter anderem wie im Vorjahr ein dritter Mercedes-AMG GT3 von Iron Lynx sowie eine zweite Corvette von TF Sport. Dazu drei zusätzliche Ferrari 296 GT3 Evo von Kessel Racing mit dem Deutschen Dennis Marschall sowie Richard Mille/AF Corse samt Ferrari-Werksfahrerin Lilou Wadoux. Eine Corvette von 13 Autosport und ein Aston Martin Vantage des Teams Racing Spirit of Leman komplettieren das GT3-Feld für Le Mans.

Manthey bleibt trotz des Porsche-Werksausstieges in der WEC und peilt seinen dritten aufeinanderfolgenden Klassensieg in Le Mans an. Der Rennstall aus Meuspath ist die absolute Macht in der 2024 eingeführten GT3-Kategorie und hat seitdem sämtliche Meistertitel abgeräumt. Als prominentester Neuzugang gesellt sich dieses Jahr der amtierende DTM-Champion Ayhancan Güven in den #91 Porsche 911 GT3 R Evo. Der Türke soll auf Geheiß von Porsche versuchen, die nötigen FIA-Lizenzpunkte zu holen, um sich eine baldige Zukunft in der Formel E zu ermöglichen.

Manthey-Porsche trifft in der LMGT3-Klasse mit WRT-BMW und Iron-Lynx-Mercedes auf zwei deutsche Konkurrenten. Das Werksteam der Münchner muss dieses Jahr auf die Dienste von Valentino Rossi und Kelvin van der Linde verzichten. Dan Harper nimmt den Profi-Platz des Deutsch-Südafrikaners ein, der vor einer Rückkehr in die DTM steht. Motorrad-Superstar Rossi tauscht die WEC für das volle Programm in der GT World Challenge ein.

24h Le Mans 2026 - Starterliste: LMGT3-Kategorie

Nr.TeamFahrer 1Fahrer 2Fahrer 3
2TF Sport CORVETTEPrince Jefri IbrahimTBATBA
10Garage 59 MCLARENAntares AuThomas FlemingMarvin Kirchhöfer
1313 Autosport CORVETTEOrey FidaniLars KernMatt Bell
21AF Corse FERRARIFrancois HeriauSimon MannAlessio Rovera
23Heart of Racing ASTON MARTIN Gray Newell TBA TBA
27Heart of Racing ASTON MARTINIan James TBA TBA
32WRT-BMWAugusto FarfusSean GelaelDarren Leung
33TF Sport CORVETTENicky CatsburgJonny EdgarBen Keating
34TF Sport CORVETTECharlie EastwoodSalih YolucPeter Dempsey
54AF Corse FERRARIThomas FlohrFrancesco CastellacciDavide Rigon
57Kessel Racing FERRARITakeshi KimuraDaniel SerraTBA
58Garage 59 MCLARENAlexander WestFinn GehrsitzBenjamin Goethe
61Iron Lynx MERCEDES-AMGMaxime MartinRui AndradeMartin Berry
69WRT BMWDan HarperParker ThompsonAnthony Mcintosh
74Kessel Racing FERRARIDennis MarschallLorenzo PatreseDustin Blattner
77Proton FORD MUSTANGSeb PriaulxBen TuckEric Powell
78Akkodis-LEXUSJack HawksworthHadrien DavidTom Van Rompuy
79Iron Lynx MERCEDES-AMGLin HodeniusMatteo CressoniJohannes Zelger
87Akkodis-LEXUSJose Maria LopezClemens SchmidPetru Umbrarescu
88Proton FORD MUSTANG Logan Sargeant Giammarco LevoratoStefano Gattuso
91Manthey PORSCHEAyhancan GüvenTimur BoguslavskiyJames Cottingham
92Manthey PORSCHE Richard Lietz Ricardo Pera Yasser Shahin
150AF Corse FERRARI Custodio ToledoLilou Wadoux Riccardo Agostini

Bekannte Namen in der LMP2-Klasse

Die LMP2-Prototypen sind seit 2024 nicht mehr dauerhaft in der WEC startberechtigt, dürfen für die 24 Stunden von Le Mans aber einmalig in die Langstrecken-WM zurückkehren. 19 Autos haben sich mittels Erfolgen in der European bzw. Asian Le Mans Series und über Einladungen einen Entry gesichert.

Im Feld der P2-Prototypen finden sich einige spannende und bekannte Namen. Der zweimalige Le-Mans-Gesamtsieger Romain Dumas kehrt erstmals seit drei Jahren zurück an die Sarthe. Der Franzose bekommt es unter anderem mit Mercedes-F1-Nachwuchspilotin Doriane Pin sowie den Fittipaldi-Brüdern Pietro und Enzo zu tun. Mikkel Jensen, der 2027 mit McLaren in die WEC einsteigen wird, macht sich in der LMP2-Klasse schon mal heiß aufs Debüt.